Das Liniensystem und die Stammtöne
Unsere Methode, Musik zu notieren ist
wirklich genial. Wir benutzen 7 Stammtöne, die entweder einen
Halbtonschritt oder einen Ganztonschritt von
einander entfernt sind, und schreiben sie als Notenköpfe in fünf
Linien und deren Zwischenräume. Die fünf Linien an sich bedeuten so
nichts, sie müssen erst entschlüsselt werden, und dazu gibt es
verschiedene Notenschlüssel.

Aber man kann leicht abzählen: mit Hilfe
der 5 Linien kann man 11 Töne darstellen. Wenn man dann noch
bedenkt, dass jeder Stammton
durch Kreuze und bs erhöht bzw. erniedrigt werden kann, also
eigentlich 33 verschiedene Tonhöhen darstellbar sind, dämmert einem
langsam die Genialität des Systems. Anders gesagt: wenn man jedem
möglichen Halbton einen eigenen Platz auf Linie oder Zwischenraum geben
würde, könnte man viel weniger Töne unterbringen. Aber wie die
Sprache den Trick mit den Pünktchen auf manchen Buchstaben einsetzt -
der Bär in der Bar, die Kuh in der Küche - spart auch die Notenschrift
mit Hilfe der Sonderzeichen # und b viele Dinge ein, die das
Leben des Musikers umständlicher machen würden.

Die sieben Stammtöne heißen c, d, e, f,
g, a, h; dann beginnt man wieder bei c. Indem man vor das Notensystem
einen Notenschlüssel schreibt, legt man fest, wo welcher Stammton
liegt. Der bekannteste Schlüssel, der Violinschlüssel, legt fest, wo
sich das eingestrichene g oder g' befindet. Die zweite Linie von unten
wird von der Schnecke des Violinschlüssels umschlungen - dort ist das
g'. Schreibe alles ab, und setze dann unter die Noten die Stammtonnamen!
Zur Lösung

In der Lösung siehst du, dass die Töne
ab dem c über dem g' mit zwei Strichen versehen sind. So unterscheidet
man die unterschiedlichen Tonhöhen, wenn man sie in Textform benennen
will. Es gibt außer der eingestrichenen die zweigestrichene,
dreigestrichene und viergestrichene Oktave; darüber noch das
fünfgestrichene c. Die Oktave unterhalb der eingestrichenen heißt
kleine Oktave und wird einfach mit Kleinbuchstaben dargestellt. Für die
große Oktave schreibt man dementsprechend Großbuchstaben, bei der
Kontra-Oktave schreibt man einen Strich unten vor den Buchstaben - ,C -
das Subkontra - A sieht so aus: ,,A. Üblich ist auch, hochgestellte
Zahlen hinter die Buchstaben oder tiefgestellte vor die Buchstaben zu
setzen. Etwas weiter unten ist eine Grafik mit allen Tönen des
Klaviers.
Noch höhere oder tiefere Töne schreibt
man mit Hilfslinien:

Das e''' ist schon ziemlich
hoch; wenn man noch weiter hinauf möchte, setzt man über die
Noten ein Oktavierungszeichen (siehe übernächste Grafik).
Wenn ein Instrument insgesamt sehr hoch ist, wie zum Beispiel die
Sopranblockflöte, verwendet man den Violinschlüssel mit einer
8 darüber. Damit sind alle Töne eine Oktave höher zu
lesen. Der tiefste Ton der Sopranflöte ist das c'', also ist es
praktischer, den nach oben oktavierenden Violinschlüssel zu
verwenden, als ständig bis zu fünf Hilfslinien zu entziffern.
Viele Instrumente können sehr
tiefe Töne erzeugen; dafür gibt es den Bassschlüssel. Dieser
legt fest, wo sich das kleine f befindet, nämlich auf der Linie
zwischen den beiden Punkten. Schreibe wieder unter die Noten die
Stammtonnamen. Zur
Lösung

Auch bei diesem Schlüssel kann man noch
tiefere Töne durch ein Oktavierungszeichen unter dem Schlüssel
darstellen. Und natürlich finden auch hier Hilfslinien Verwendung.
Hier
sind alle Töne, die man auf einem Klavier spielen kann. Das "Schloß-C",
das in der Mitte der Tastatur dort liegt, wo man viele Klaviere
abschließen kann, findet sich am Anfang der zweiten Zeile.

Hierbei handelt es sich um einen C
- Schlüssel, der das eingestrichene c festlegt. Um zu überprüfen,
ob du alles richtig verstanden hast, kannst du wieder die Notennamen
unter die Noten schreiben und vergleichen. Zur
Lösung

Natürlich gibt es zwischen den drei
Schlüsseln Berührungspunkte und Überschneidungen. Hier siehst du
dreimal die Töne c', h und a in Violin- Bass- und Altschlüssel:

Klaviermusik wird üblicherweise in einer
Akkolade mit einem System im Violinschlüssel und einem im
Bassschlüssel notiert. Dabei ist sehr praktisch, dass die Note auf der
ersten Hilfslinie unter dem System im Violinschlüssel mit der auf der
ersten Hilfslinie über dem System im Bassschlüssel identisch ist:
c'.
Alle Schlüssel können auch auf anderen
Linien stehen. Üblich ist (in französischer Barockmusik) der
Violinschlüssel auf der untersten Linie, der Basschlüssel auf der
mittleren Linie, und der C - Schlüssel wird auf allen möglichen Linien
benutzt. Zum Glück bekommt man mit der Zeit immer mehr Übung, je mehr
man mit verschiedenen Schlüsseln zu tun hat. Hier sind ein paar
Aufgaben, um Routine im Umgang mit den drei gängigsten Schlüsseln zu
erwerben:
Wie heißen diese Noten (ohne
Hilfslinien)
im Violinschlüssel? Zur
Lösung

Schreibe diese Töne (ohne Hilfslinien)
im Violinschlüssel! Zur
Lösung

Wie heißen diese Noten (mit Hilfslinien)
im Violinschlüssel? Zur
Lösung

Schreibe diese Töne (mit Hilfslinien)
im Violinschlüssel! Zur
Lösung

Die Stammtöne mit einem Kreuz davor
werden um einen Halbton erhöht und ihrem Namen wird die Silbe -is
angehängt: cis, dis, eis, fis, gis, ais, his (Sprich: "e-is"
und "a-is"!).
Das Zeichen b
erniedrigt die Noten um einen Halbton; die Töne heißen ces, des, es,
fes, ges, as und b. Um die folgenden Aufgaben etwas interessanter zu
machen enthalten sie alterierte Töne, d. h. durch Kreuze und bs
veränderte Noten.
Wie heißen diese Noten im Altschlüssel?
Zur Lösung

Schreibe diese Töne im Altschlüssel! Zur Lösung

Wie heißen diese Noten (ohne
Hilfslinien) im
Bassschlüssel? Zur Lösung

Schreibe diese Töne (ohne Hilfslinien) im Bassschlüssel!
Zur Lösung

Wie heißen diese Noten (mit Hilfslinien)
im
Bassschlüssel? Zur Lösung

Schreibe diese Töne (mit
Hilfslinien) im Bassschlüssel! Zur Lösung

Auf einigen Instrumenten muss man darauf
gefasst sein, dass mitten im Stück plötzlich der Schlüssel wechselt.
Und überhaupt sollte man ein bisschen Übung darin haben, Noten von
einem in den anderen Schlüssel versetzen zu können. Während transponieren
in der Regel bedeutet, dass man Noten in eine andere Tonart versetzt (Transposition
um eine Oktave, wobei sich ja die Tonart nicht ändert, ist sozusagen
ein Sonderfall), muss man beim
Umschreiben in einen anderen Schlüssel schlicht die Tonhöhe
beibehalten, oder eine Oktavversetzung durchführen.
Versetze die folgenden Töne vom
Violinschlüssel in den Altschlüssel, behalte die Tonhöhe bei und
schreibe die Notennamen darunter! Zur Lösung
Versetze die folgenden Töne vom
Violinschlüssel in den Bassschlüssel, notiere sie eine Oktave tiefer
und schreibe die Notennamen darunter! Zur Lösung
Versetze die folgenden Töne vom
Bassschlüssel in den Violinschlüssel, notiere sie eine Oktave höher
und schreibe die Notennamen darunter! Zur Lösung
Versetze die folgenden Töne vom
Bassschlüssel in den Altschlüssel ohne zu oktavieren und schreibe die
Notennamen darunter! Zur Lösung
Setze bei den folgenden Tönen Violin-
und Altschlüssel so, dass Hilfslinien möglichst vermieden werden und
schreibe die Notennamen darunter! Zur Lösung
Wenn du dich durch diese Aufgaben
gequält hast, müsste das Thema "Notenschlüssel und wie sie
miteinander zusammenhängen" einigermaßen klar sein. Sicherlich
sind Leute, die ein Instrument spielen, das sich auf bestimmte
Schlüssel beschränkt hier weniger fit als zum Beispiel Cellisten, die
immer damit rechnen müssen, plötzlich aus einem C-Schlüssel auf
irgendeiner Linie oder gar aus dem nach unten oktavierenden
Violinschlüssel spielen zu müssen. Als Gitarrist eine Bratschenstimme
vom Blatt spielen zu müssen kann schon mal einen Allergieschock
auslösen (kein Bratschistenwitz)...
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