Die Grunau - Baby Homepage

Die Geschichte des Grunau Baby´s
Teil 2

Grunau 9
ESG31 Stanavo
Grunau Baby 2

Mit freundlicher Genehmigung von www.luftarchiv.de

Grunau-Baby 2 bis Grunau-Baby 5

Der Entwurf des Grunau-Baby in seiner ersten Version stammt bereits aus dem Jahr 1932 von Edmund Schneider, aus der Zeit an der Segelflugschule in Grunau. Ziel der Konstruktion war ein einfaches, leichtes und billiges Übungsflugzeug. Vorläufer des Grunau-Baby waren Wiesenbaude 2 und die ESG-31 Stanavo. Der Rumpf war mit seiner sechseckigen Form ohne Schwierigkeiten herzustellen, auch 12 von 22 Rippen einer Tragflügelhälfte waren gleich groß. Gutmütige Flugeigenschaften und dennoch ansprechende Leistung begründete die weite Verbreitung dieses Übungsseglers, dessen Einsatzspektrum mit der Ka 8 unserer Tage zu vergleichen ist. Kein Wunder, dass auch nach dem Krieg das Grunau-Baby wieder neue Liebhaber fand. Insgesamt sind zusammen mit der Fertigung im Ausland mehr als 5000 Grunau-Babys verschiedener Baureihen hergestellt worden, so dass  wohl kaum mehr Segelflugzeuge eines anderer Musters gebaut wurden.

Grunau-Baby 2b

Das Grunau-Baby 2b entstand im Jahre 1936 und ist nach 1950 unter anderem wieder von der Firma Meschenmoser in Pforzheim hergestellt worden. Die Spannweite beträgt 13,57 Meter bei einer Flügelfläche von 14,20m2. Das Zweier-Baby hat nur eine Kufe ohne Rad, einen offenen Führersitz und ab  Baureihe 2b auch Schempp-Hirth- Bremsklappen. Tragflügel und Höhenleitwerk sind mit Stahlrohren abgestrebt und die V-Form des Tragflügels beträgt nur ein Grad. Die Flosse des Höhenleitwerks liegt  noch vor der Seitenflosse auf dem Rumpf auf.

Grunau-Baby 2b
Grunau-Baby 3

Grunau-Baby 5

Wenig bekannt ist, dass es, allerdings in einer geringen Stückzahl, auch eine doppelsitzige Version des Baby gibt. Dabei handelt es sich um Flächen und Leitwerk des Grunau-Baby 3 mit einem Stahlrohrrumpf, der einige Ähnlichkeiten mit der Rhönlerche hat. Der Rumpf hat ein festes Rad mit einer Holzkufe und eine nach  oben aufstellbare Haube, ebenfalls nach Rhönlerche-Manier. Die Konstruktion stammt von Herbert Gomolzig aus Wuppertal mit dem Entstehungsjahr um 1955. In Abänderung des Baby 3 hat der  Doppelsitzer Baby 5 eine Flettnertrimmung im Höhenleitwerk. Die Flächenbelastung dieses Doppelsitzers ist etwas hoch, so dass wegen des relativ starken Sinkens das Flugzeug einer Luxemburger Fliegergruppe, die ein Fliegerlager auf dem Klippeneck durchführte, nach dem Windenstart immer gleich wieder am Boden war. Auch die Tatsache, dass dieses Flugzeug mit 4300 Starts bisher 408 Stunden geflogen ist, sprich für seine Gleitflugeigenschaften. In Deutschland gibt es derzeit noch 2 Flugzeuge diesen Types. Ein Baby 5 (D-7346) ist in Rheine-Eschendorf stationiert und wurde im Jahr 2002 restauriert. Den ersten öffentlichen Auftritt nach der Überholung hatte es beim Babytreffen 2003 in Nordhorn. Das zweite Baby 5 wird derzeit in Achmer restauriert.

Grunau-Baby 3

Das Dreier-Baby ist eine Nachkriegskonstruktion von Edmund Schneider. Spannweite und Rumpflänge wurden etwas  vergrößert. Auffallendes Unterscheidungsmerkmal zum Zweier-Baby ist das feste Rad in Verbindung mit der Kufe. Auch wurde das Baby 3 hauptsächlich mit Haube geflogen. Die Querruder fielen etwas kleiner aus. Das Seitenleitwerk ist darüber etwas höher und größer und wie das Höhenleitwerk weiter ausgerundet. Verschiedene Firmen stellten das Grunau-Baby industriell her (z.B. Schleicher und Meschenmoser). Es lässt sich natürlich heute nicht mehr feststellen, wie viele Flugzeuge innerhalb der Fliegergruppen gebaut wurden. Immerhin waren im Jahre 1960 fast 400 Exemplare des Baby 2b  und 3 zugelassen, und die Liste der Einsitzer wurde von dieser einfachen Konstruktion angeführt, vor den verschiedenen Spatzen und der SG-38. Obwohl es einige Oldtimer-Vereinigungen gibt, welche  diese älteren Flugzeuge pflegen, werden die Babys im Segelflugzeugbau langsam aussterben. Immerhin waren Anfang 1978 noch etwa 20 Exemplare des Baby 3 zugelassen, die aber wohl auch zu einem Teil in einer der hinteren Ecke einer Flugzeughalle ein eher geruhsames Dasein führen. Unbestritten ist aber auch, dass das Baby in vielen Vereinen seinen Beitrag zum Aufschwung des Segelflugs geleistet hat.

Geunau-Baby 5

Baby 2b

Konstrukteur :   E. Schneider
Hersteller :   Industrie / Amateurbau
Erstflug :   1936
Zugelassen in D :    ca. 23
Sitze :    1
Spannweite :   13,57 m
Flügelfläche :   14,20 m 2
Streckung :    12,97
Flügelprofil :   Gö 535 außen symmetrisch
Länge :    6,05 m
Leitwerk :   Kreuzleitwerk
Bauweise :   Holz
Rüstgewicht :    160 kg
max. Fluggewicht :   250 kg
Flächenbelastung :   17,6 kg/m2
 Geringstes Sinken :   0,85 m/s bei 50 km/h
Gleitzahl :    17 bei 55 km/h

Baby 3

Konstrukteur :   E. Schneider
Hersteller :   Industrie / Amateurbau
Erstflug :   1951
Zugelassen in D :    ca. 20
Sitze :    1
Spannweite :   13,55 m
Flügelfläche :   14,40 m 2
Streckung :    12,75
Flügelprofil :   Gö 535 außen symmetrisch
Länge :    6,36 m
Leitwerk :   Kreuzleitwerk
Bauweise :   Holz
Rüstgewicht :    160 kg
max. Fluggewicht :   260 kg
Flächenbelastung :   18,1 kg/m2
 Geringstes Sinken :   0,90 m/s bei 55 km/h
Gleitzahl :    18 bei 60 km/h

Baby 5

Konstrukteur :   Herbert Gomolzig, Wuppertal
Hersteller :   Herbert Gomolzig, Wuppertal
Erstflug :   1955
Zugelassen in D :    1 (D-7346)
Sitze :    2
Spannweite :   14,00 m
Flügelfläche :   15,00 m2
Streckung :    13,06
Flügelprofil :   Gö 535 außen symmetrisch
Länge :    6,36 m
Leitwerk :   Kreuzleitwerk
Bauweise :   Holz / Stahlrohr
Rüstgewicht :    202 kg
max. Fluggewicht :   420 kg
Flächenbelastung :   19,5 kg/m2 bis 28,0 kg/m2
Geringstes :   Sinken 0,90 m/s bei 62 km/h
Gleitzahl :    19 bei 70 km/h

Mit freundlicher Genehmigung von www.airmodel.de

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