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Auszug aus SYNRISE

K 4 pol syn 1890 (1989)
Das Flaggschiff der K-Serie 1989 wurde als Topmodell über dem K 1 und K 1 II vorgestellt und bot einiges mehr an Möglichkeiten. Das fängt bereits bei der Klangqualität an, denn der K 4 ist nahezu rauschfrei. Wie beim K 1, so stehen auch hier 256 Wellenformen verschiedener Typen zur Verfügung, wobei einige Wellenformen sich aus anderen ableiten. Neben DC-Wellenformen (dynamische zyklische Wellenformen, wie z. B. Sägezahn, Rechteck, verschiedene Pulswellen und alles in verschiedenen Oktavlagen), sind hier auch Multisamples enthalten. Der besondere Clou sind neben der AM (Amplitudenmodulation im Hörbereich) die Digitalfilter des K 4, welche sogar resonanzfähig sind und zum damaligen Zeitpunkt eine der besten Analogimitationen darstellten. Sie können bis zur Selbstoszillation gebracht werden. Die Tonerzeugung arbeitet im Single-Modus mit 16-stimmiger Polyphonie, wobei hier je zwei DCOs, ein Verstärker und ein Filter zur Verfügung stehen. Darüber hinaus gibt es den Double- Modus, welcher je zwei solcher sogenannten Sources anbietet. Schließlich gibt es noch den Twin-Modus, wobei zunächst jeweils zwei DCOs die jeweiligen Verstärker durchlaufen und dann gemeinsam durch die seriell geschalteten Tiefpassfilter geführt werden. In Verbindung mit der Amplitudenmodulation lassen sich die Möglichkeiten der Klangformung nur erahnen. Abgerundet wird das Konzept durch einen Effektprozessor, welcher nicht studiotauglichen Ansprüchen gerecht wird. Die Konzeption des Effektprozessors ist auch nicht glücklich gelöst, denn die Effekte werden nicht mit dem Klangprogramm gespeichert. Sie fungieren vielmehr separat und werden später dem jeweiligen Klangprogramm zugeordnet. Dies hat allerdings auch Vorteile, da man so schnell und unkompliziert verschiedene Effektprogramme mit ein und denselben Klangprogramm ausprobieren kann, ohne sich in den Editmodus zu bemühen. Dem K 4 fehlen leider Einzelausgänge (der K 4 R besitzt sie) und ein Sequenzer, so dass er nicht zur Gilde der Workstations gezählt werden kann. Allerdings hat er ein Drumset, welches auf der Tastatur verteilt bis zu 61 Drum- und Effekt-Sounds zur Verfügung stellt. Dabei lassen sich alle Klänge mit dem vollen Wellenvorrat des K 4 gestalten und es ist sogar möglich, pro Taste Klangprogramme schichten! Das Design des K 4 ist etwas für den modernen Ästhetiker und ist demzufolge ein klein wenig extravagant ausgelegt. Negativ ist dabei lediglich, dass das Display mit seinen zwei mal 16 Zeichen nicht allzu groß ausgefallen ist. Entgegen einem z. B. ENSONIQ VFX arbeitet der Editschieberegler des K 4 übrigens sehr genau! Wenn auch die anschlagsdynamische 61er-Tastatur des K 4 monophone Druckdynamik bietet, so ist das Keyboardmodell durchaus von Interesse, da es Release-Velocity auf die interne (!) Klangerzeugung bietet. Hierbei wird die Geschwindigkeit des Loslassens einer Taste gemessen. Diese Modulation kann sowohl auf die Release-Zeit der Lautstärke als auch der Filtereckfrequenz wirken! Bleibt noch der Multimodus, denn der K 4 ist achtfach multitimbral und arbeitet mit dynamischer Stimmenzuordnung. Allerdings ist fraglich, ob die 16 Stimmen oder gar nur acht Stimmen im Double/Twin-Modus einen Einsatz im multitimbralen Betrieb rechtfertigen können. Alles in allem ist der K 4 seinerzeit ein überraschend preisgünstiger Synthesizer mit vielen
Klanggestaltungsmöglichkeiten gewesen und dürfte selbst heutzutage noch viele ambitionierte Klangbastler begeistern können.

K 4 R pol syn exp 1590 (1989)
Expander des K 4 (2 HE), jedoch ohne Effektsektion, dafür aber mit acht Einzelausgängen.



Kawai K1r Kawai Q 80