Kleine Tips vom Züchter Bernd Büchner



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1. ALLGEMEINES
2. HALTUNG
3. ERNÄHRUNG
4. GEFAHREN IM HAUSHALT
5. SPRACHE
6. ERZIEHUNG




1. ALLGEMEINES

Ihr Papagei soll Sie ein Leben lang begleiten. Darum sollten Sie einen Papagei nur von einem anerkannten Züchter kaufen und niemals eingeführte Tiere, die im Zoofachhandel oder in Quarantänestationen angeboten werden. Diese Tiere sind vor einigen Monaten noch im Urwald frei umhergeflogen, dann gefangen und unter qualvollen Umständen nach Europa importiert worden. Viele der Tiere überstehen diese Strapazen nicht. Aber damit nicht genug; die schon geschwächten Tiere kommen in die Quarantäne und werden dort mit Antibiotika vollgestopft und dann mit einem Leberschaden im Handel verkauft. Jüngere Tiere vertragen das Antibiotika noch nicht und sterben oftmals später beim Käufer. Überdies wissen Sie nicht wie alt der gefangene Vogel wirklich ist. Er kann 20 oder 50 Jahre alt sein und solch ein Tier wird nie mehr zahm. Junge Graupapageien kann man an den schwarzen Knopfaugen erkennen, das gesamte Auge ist schwarz ausgefüllt.. Im Alter von ca. 1 Jahr färbt sich das Auge in hellgrau um, dann ist nur noch die Iris schwarz. Im Alter von ca. 10 Jahren beginnt sich das hellgrau in gelb umzufärben.




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3. ERNÄHRUNG
4. GEFAHREN IM HAUSHALT
5. SPRACHE
6. ERZIEHUNG


2. HALTUNG

Für den Käfig gilt die Regel: Je größer desto besser ! Er sollte stabil und leicht zu reinigen sein (keine Schmuck oder Modekäfige). Es werden mittlerweile Käfige angeboten mit den Maßen 85 cm Breite , 54 cm Tiefe und 147 cm Höhe, die ich für ideal halte für einen Grauen .Für zwei Graue sollten Sie einen größeren wählen mit den Maßen : 100 cm x 75cm x 170cm. Diese Käfige haben eine waagerechte Vergitterung, was das Klettern erleichtert . Weiterhin sind sie oben aufklappbar und man kann mit einigen Handgriffen einen Freisitz einbauen .Außerdem steht der Käfig auf Rollen, so daß man ihn im Sommer leicht auf die Terrasse oder den Balkon schieben kann. Grundsätzlich muß der Käfig so aufgestellt werden, daß der Vogel beim Lüften des Zimmers keinen Zug bekommt. Die im Handel erhältlichen Sitzstangen sind in jedem Fall zu dünn. Die Krallen der Vögel können sich nicht gleichmäßig abnutzen. Daher sollte man sich dickere Äste von Obstbäumen, Eichen oder Buchen nehmen, alle mit Rinde, da die Tiere gerne daran knabbern .Der Durchmesser sollte mindestens 4 cm, besser 5 cm betragen. Außerdem sollte man im Käfig eine Stange schräg befestigen, auf der der Vogel hoch und runter klettern kann, dadurch wetzen sich die Krallen besser ab. Sollten sich die Krallen trotz allem nicht genug abnutzen, sollten Sie möglichst nicht die Krallen beschneiden. Oftmals kommt es dabei zu blutigen Verletzungen (selbst beim Tierarzt) und danach wachsen sie doppelt so schnell wieder nach. Deshalb haben wir für diesen Zweck eine Schaukel entwickelt. Der Bügel ist aus rostfreiem poliertem Edelstahl, da Edelstahl lebensmittelneutral ist und keinen giftigen Abrieb hat. Sie schwingt frei nach allen Seiten, dadurch muß der Vogel sich auf dem Sitzholz festkrallen, das mit einer speziellen Quarzsandbeschichtung versehen ist (ähnlich wie Schleifpapier). Diese Beschichtung ist so fest und wiederstandsfähig, daß man das Sitzholz aus Hartholz auch als Werkzeug (Feile) einsetzen könnte. Bevor meine Graupapageienbabys lernen auf der Stange zu sitzen, sind die Krallen scharf, wie die eines Falken und meine Hände und Arme sehen dementsprechend verkratzt aus. Nach wenigen Stunden auf der Schaukel ist die Schärfe aus den Krallen geschliffen und es macht wieder Spaß mit den Kleinen zu spielen. Zusätzlich muß man öfter frische Weiden- oder Obstzweige zum Benagen geben, weil in der Rinde wichtige Bestandteile sind, von denen der Vogel immer ein wenig aufnimmt. Diese Zweige müssen gründlich abgeschrubbt werden - am besten mit der Nagelbürste - da sich Milben und Kot von Wildvögeln in der Rinde festgesetzt haben könnten. Durch das Benagen der Zweige hat der Vogel außerdem eine Beschäftigung, wenn Sie beispielsweise einmal nicht zu Hause sind. Als Einstreu im Käfig nehmen wir Ytong-Kalksandsteineinstreu.. Die Papageienkleckse bindet es gut, so daß man diese einfach rausnehmen kann und gleichzeitig neutralisiert es unangenehme Gerüche. Außerdem fliegt es nicht durch die Gegend wie Sand und bietet zudem den Vorteil, daß die Vögel es aufnehmen und ihren Kalkbedarf daraus decken können. Einmal in der Woche sollte der Käfig gründlich gereinigt werden, wozu auch das Abschrubben der Sitzstangen gehört.

Ein Kletterbaum sollte auf jeden Fall vorhanden sein. Am besten hängt man ihn von der Decke herab über dem Käfig auf, da dann der Kot des Tieres durch den Käfig in die Käfigschale fallen kann. Geeignete Kletterbäume kann man im Herbst im Wald bekommen. Man hört meistens schon von weitem die Motorsägen der Waldarbeiter, die Bäume beschneiden. Für eine Schachtel Zigaretten sind sie meistens bereit, Ihnen einen geeigneten Kletterbaum von einem gefällten Baum abzusägen. Denken Sie dann auch gleich an Sitzstangen.

Noch ein Wort zum Stutzen der Flügel : Das Beschneiden der Flügel sollte auf jeden Fall unterbleiben, weil der Vogel im beschnittenen Zustand seine Flugrichtung nicht mehr bestimmen und gefährlich stürzen oder gegen eine Wand fliegen kann. Im übrigen werden die verbleibenden Federstummel oftmals von dem Vogel ausgefranst und das sind dann die Anfänge des Rupfens.

Duschen ist für die Papageien toll ! Lassen Sie Ihrem Papageien ein wenig Zeit um sich mit dem Wasser anzufreunden. Wenn Sie ihn gleich direkt unter die Dusche halten, wird er von dieser Aktion für sein Leben genug haben. Nehmen Sie ihn einige Tage mit ins Badezimmer und lassen Sie ihn zusehen, wenn Sie duschen. Setzten Sie ihn am Besten oben auf die Duschstange, da hat er alles im Blick. Nach zwei Tagen können Sie ihm vorsichtig die Füße naß machen. Das versuchen Sie am nächsten Tag nochmal und wagen sich dann langsam weiter vor. Durchnässen Sie ihn aber bitte nicht vollständig. Einige Papageien lassen sich auch gerne im Waschbecken von einem tropfenden oder laufenden Wasserhahn beregnen. Danach wird der Vogel in einen warmen Raum gebracht, wo er sich in Ruhe putzen kann.

Für den Papagei ist das Duschen sehr wichtig, da die Luftfeuchtigkeit in unseren Wohnzimmern für ihn sehr niedrig ist. In kalten Wintern mit langen Heizperioden haben wir in unseren Räumen gerade mal 35 - 40 % Luftfeuchtigkeit. Im Gegensatz dazu haben sie in der Natur im Urwald ca.90 % Luftfeuchtigkeit. Dieser krasse Unterschied hat zur Folge, daß die Haut des Vogels austrocknet und anfängt zu jucken. Man sollte also in der unmittelbaren Umgebung des Vogels versuchen die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen : eben durch regelmäßiges Abduschen oder Ansprühen, man kann auch eine Zeitung in die Käfigschublade legen und diese naß machen. Sie können aber auch versuchen die Luftfeuchtigkeit auf 60 - 65 % zu erhöhen, z.B. durch Wasserbehälter auf den Heizungen oder einen handelsüblichen Luftbefeuchter. Das kommt Ihrer Gesundheit übrigends auch zugute.




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5. SPRACHE
6. ERZIEHUNG


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3. ERNÄHRUNG

In den letzten Jahren haben Pilzkrankheiten der Lunge (Aspergillose) bei den Papageien immer mehr zugenommen. In erster Linie ist dies auf minderwertiges Körnerfutter zurückzuführen , welches stark mit Pilzsporen belastet ist. Die Pilzsporen entstehen durch schlechte Trocknung und Lagerung direkt nach der Ernte . Die Körner werden aus der ganzen Welt zusammengesammelt und dann verteilt. Auch in den losen Futtermischungen haben wir schon oft Pilzsporen gehabt. Wenn der Papagei das belastete Korn knackt entsteht eine kleine Wolke, die von Pilzsporen durchsetzt ist. Diese Sporen atmet der Vogel ein ,sie setzten sich in der Lunge fest und breiten sich auch auf andere Organe aus. Der Vogel hat dann, je nach Kondition, nur noch wenige Jahre zu leben. In den USA haben Wissenschaftler, Biologen, Tierärzte und Züchter ein neues Futter entwickelt, daß alle Bedürfnisse des Papageis abdeckt. Es sind Pellets : kleine gebackene Keckse, die im Bezug auf den Mineral-, Eiweiß-,Fett- und Vitamingehalt auf die einzelnen Rassen (Graupapageien, Amazonen, Kakadus, etc.) zugeschnitten sind. In den USA ist dieses das meistverkaufte Papageienfutter und auch der Loro Park auf Teneriffa (die weltgrößte Papageienzucht) nutzt die Vorteile dieses Futters. Ich füttere seit drei Jahren Pellets und bin sehr zufrieden. Mangelerscheinungen kommen nicht mehr vor und die Gefahr der Pilzerkrankung ist von vornherein ausgeschaltet. Hinzu kommt, daß man nur sehr wenig von dem Futter benötigt, da es sehr nahrhaft ist. Die Inhaltsstoffe decken den Bedarf des Vogels voll ab, wenn es zusammen mit Obst und Gemüse gefüttert wird. Frisches Obst ist nach wie vor wichtig , da man frische Vitamine nunmal nicht ersetzen kan. Es eignet sich alles vom Apfel bis zur Zucchini auch Löwenzahn und Vogelmiere alles gewaschen und geschält. Bitte sammeln Sie keine Kräuter an stark befahrenen Straßen, da diese dann auch nach dem Waschen zu stark mit Schadstoffen belastet sind . Falls Sie ganze Zweige mit Beeren etc. geben, dann entfernen Sie bitte eventuell vorhandene Dornen, damit sich ihr Vogel nicht verletzen kann. An Äpfeln sollte man nur Jonagold oder Cox Orange geben, da diese die meisten Vitamine enthalten. Im März kann man auch die neue Ernte von Braeburn aus Neuseeland geben,da es bei uns zu dieser Zeit nur noch eingelagert Äpfel gibt.

Zur Warnung sei noch eine Geschichte aus eigener Erfahrung angeführt : Als Vogelfreund ist man immer bestrebt seinen Tieren nur das Beste zukommen zu lassen und so gab ich meinen Papageien einmal Avocados in die Obstmischung. Das Ergebnis war verheerend: Zwei Vögel starben innerhalb von Stunden, die anderen zeigten starke Vergiftungssymtome. Durch tierärztliche Bemühungen waren diese nach einer Woche einigermaßen wiederhergestellt. Der starke Ölgehalt der Avocados wirkt toxisch. Also bitte niemals Avocados verfüttern !

Sollte der Vogel tatsächlich kein Obst oder Gemüse (Vorsicht bei Kohl, der wird nicht so gut vertragen! aufnehmen, oder es nur zerpflücken, gibt es noch eine Möglichkeit. Ich selbst mache es bei all meinen Tieren so : Man reibt Obst oder Gemüse (oder beides) zu Mus und füllt ca. 2 gehäufte Eßlöffel vom dem Mus in den Trinknapf und füllt diesen dann zur Hälfte mit Wasser auf. Sollte die Mischung zu sauer sein, kann man noch einen Teelöffel Honig (keinen Zucker) darunter rühren. Diese Art der Vitaminaufnahme ist meiner Meinung nach die Beste. Außerdem werden natürliche Vitamine besser vom Körper aufgenommen als künstlich erzeugte Vitaminpräparate.

Käse, gekochtes Eigelb und gekochtes Fleisch nur ab und zu als Leckerbissen(keine Wurst) Kalk sollte immer in Form eines Kalksteines zur Verfügung stehen. Dazu eignen sich am besten die härteren Steine wie z.B. der Jumbokalkstein oder der aus England stammende rötliche Iodine Nibbels Kalkstein (nur in größeren Zoofachgeschäften erhältlich). Für jüngere Tiere ist der letztere besser, da er weicher ist.

Denken Sie daran, daß Stubenvögel im Bezug auf die Ernährung ausschließlich von Ihnen abhängig sind. In der Natur sucht sich der Vogel selbst das Futter und hat durch seine instinktive Auswahl meistens keine Mangelerscheinungen. In der Natur aber findet ein ständiger Wechsel des Nahrungsangebotes statt und daher ist es gut, wenn Sie ebenfalls Abwechslung in die Ernährung Ihres Papageien bringen. Obst und Gemüse sollten saisonbedingt gegeben werden.

Geben Sie niemals Schokolade, Chips, Salzstangen, Alkohol oder andere Genußmittel, die Ihnen zwar schmecken aber Ihrem Papagei schaden.

Seien Sie sparsam mit kalorienreichen Leckerbissen, wie Käse oder Nüsse. Ein Graupapagei wird zwar selten fett (Amazonen schon eher) aber wenn der Tagesbedarf an Kalorien schon mit Leckerbissen gedeckt ist, dann bleibt für die "wertvollere" Nahrung kein Platz mehr. Der Papagei ist dann zwar "gut im Futter", weist aber häufig Mangelerscheinungen auf, die durch die fehlende Zufuhr von wichtigen Vitaminen und Mineralien entstanden sind. Ist aber der Ernährungszustand nicht optimal, können diverse Krankheiten zum Ausbruch kommen. Der Graupapagei ist ein sehr robuster Vogel bei richtiger Pflege und das er bei guter Gesundheit bleibt hängt in erster Linie von der Ernährung ab.

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4. GEFAHREN IM HAUSHALT

Ihr Papagei ist neugierig und lebhaft, er kommt überall ran und ist grundsätzlich an allem interessiert. ähnlich wie bei einem Krabbelkind muß man bei einem Papagei auf alles gefaßt sein, denn der Bursche hat viel Blödsinn im Kopf und durch seine Flügel einen enormen Aktionsradius. Versuchen Sie also Ihre Wohnung "Papageiensicher" zu machen :



WICHTIG : BEI KRANKHEITEN IST DER TIERARZT ZU RATE ZU ZIEHEN. VERSUCHEN SIE NIEMALS MIT HAUSMITTELN EINE HEILUNG VORZUNEHMEN !!




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5. SPRACHE

Es heißt, der Graupapagei sei der beste Sprecher unter den Papageien. Das kann ich nur bestätigen. Viele Tiere, die ich züchte und mit der Hand aufziehe, sagen schon im Alter von 2 1/2 Monaten die Worte COCO, KUCKI oder JACKO. Dies hängt natürlich damit zusammen, daß ich mich in der Zeit der Aufzucht viel mit den Jungen beschäftige und ihnen diese Worte oft vorspreche. Der beste Zeitpunkt zum üben ist, wenn der Vogel während der Ruhephase auf seinem Stammplatz sitzt und zufrieden vor sich hin brabbelt. Die ersten Worte sollten möglichst zweisilbig und einfach zu sprechen sein. Es soll Graupapageien geben, die bis zu 400 Worte sprechen können. Oft wird behauptet, daß Papageien nicht wissen was sie sprechen. Dem ist nicht so. Ich habe schon einen Graupapagei gezüchtet, dem ich beibrachte auf Kommando seinen Kot fallen zu lassen, bevor er aus dem Käfig kam. Er lernte dies innerhalb von einer Woche. Also bringen Graupapageien doch bestimmte Worte mit Handlungen in Verbindung. Der Lernvorgang ging folgendermaßen vor sich : immer wenn der Papagei Kot fallen ließ, sagte ich : "Mach einen Klecks" und öffnete sofort danach die Käfigtür. Das tat ich drei- bis viermal am Tag . Nach einer Woche machte er einen Klecks auf Kommando. Außerdem konnte er noch "Trink, trink, Brüderlein trink" fließend pfeifen und er war auch sehr sprachbegabt. Außerdem kenne ich noch einen Graupapagei, der immer wenn sein Besitzer eine Flasche Bier aufmacht, laut und deutlich "Prost!" sagt und wenn der Besitzer einen Schluck genommen hat sagt der Vogel "Hm, schmeckt gut.". Auch hier verbindet der Vogel bestimmte Handlungen mit Worten. Wenn Sie Ihrem Tier das Pfeifen beibringen wollen, sollten Sie ihm leise Lieder vorpfeifen. Schrille Töne sind zu vermeiden, da diese irgendwann störend wirken können. Wenn Sie sich nun noch genug mit Ihrem Papagei beschäftigen und mit ihm das Sprechen üben, werden Sie bestimmt viel Freude an ihm haben und er wird bald ein vollwertiges Familienmitglied sein.




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6. ERZIEHUNG

Mit das wichtigste Thema überhaupt ist die sogenannte Erziehung, soweit man bei einem Papagei von Erziehung sprechen kann. Papageien werden in der Natur vom Schwarm erzogen. Wenn Sie 11 Wochen alt sind, fangen sie an Flugübungen außerhalb der Bruthöhle zu machen. Etwa zwei Wochen später fliegen sie mit ihren Eltern in die Futterbäume, die gerade reife Früchte tragen. Dort lernen sie auch andere Papageien mit ihren Jungen kennen. Dabei kommt es zu Spielereien und Streitereien um die süßesten Früchte oder um die schönsten und höchsten Plätze. Wenn die Jungen dann selbstständig geworden sind, schließen sich alle Papageien zu großen Schwärmen zusammen und machen von da an alles gemeinsam : fressen, trinken, schlafen, streiten, spielen. Bis zur nächsten Brutsaison, dann setzen sich die Brutpaare ab und suchen sich eine Nisthöhle. Papageien leben also ganz ähnlich wie unsere Krähen. Wenn die Jungtiere den ersten Kontakt zu Gleichaltrigen haben, entsteht schon bald eine Hackordnung. Jeder der kleinen Racker will der Größte, Schönste, Klügste sein. Einen Monat später kennt dann jeder seinen Platz in der Hackordnung, wobei die klügsten und kräftigsten Tiere ganz oben im Baum sitzen. Sie werden die Leitung und Bewachung des Schwarms übernehmen.

Im Alter von 12 Wochen bekommen Sie Ihren Papageien. Sie sind jetzt der Schwarm, zudem der kleine Kerl gehört. Nun geht es los mit der Erziehung. Erste Regel ist Konsequenz und die zweite Regel : niemals aggressiv reagieren (z.B. Schlagen, Schubsen, Treten oder mit dem Finger drohen). Die meisten Papageien lassen sich schon von der Stimme beeindrucken. Zwickt er also mal so, daß es Ihnen weh tut, sagen Sie laut und deutlich : "NEIN". Der Ton in dem dieses "Nein" gesprochen wird, sollte sich deutlich abheben von der Tonlage, in der Sie sonst mit ihm sprechen. Man kann die Lautstärke von Mal zu Mal steigern, bis man merkt, daß er reagiert. Das sollte man 2 Wochen lang durchziehen. Ist eine Besserung eingetreten, dann belassen Sie es dabei, wenn nicht, dann probieren Sie die nächste Stufe: Derjenige der gezwickt wurde, setzt ihn vorsichtig aber bestimmt in den Käfig. Dann sollte man den Vogel ca. Stunde nicht beachten. Dadurch wird er aus seinem Schwarm ausgegrenzt und er wird alles tun, um wieder in seinen Schwarm zurückkehren zu können.

Nach der Stunde sollten Sie zärtlich mit ihm reden, sich über den Käfig beugen und den Käfig umarmen. Steigen Sie nötigenfalls auf einen Stuhl, damit Sie über dem Käfig und dem Vogel sind, denn Sie sind der Schwarmführer und in der Hackordnung sitzen Sie ein paar Äste höher als er. Nach 5 Minuten Süßholzraspeln holen Sie ihn aus dem Käfig, nehmen ihn auf den Schoß und kraulen ihn. Nehmen Sie in nicht auf die Schulter oder auf den Kopf, dann wäre er gleichgroß oder größer als Sie. Ist die Hackordnung festgestellt, nach der Erziehungsphase, darf er natürlich auch auf die Schulter. Sie sollten auch darauf achten, daß seine Lieblingsplätze nicht zu hoch sind, etwa die Tür, Lampe oder Gardinenbrett, weil er dann wieder die Lufthoheit in diesem Raum hätte.

Die Tendenz zum Alphatier (Führungstier) ist am ehesten gegeben, wenn der Papageienhalter meint, daß sich sein Vogel in der gesamten Wohnung ständig frei bewegen sollte. Das ist sicherlich gut gemeint, aber leider falsch. Ein Papagei soll sicherlich oft rausgelassen werden, aber nicht nur. Unbeaufsichtigt, hat der Vogel im Käfig zu sein. Ideal ist es, wenn der Vogel 2-3 Mal am Tag für 2-3 Stunden sich außerhalb des Käfigs aufhalten darf. Noch eines : Papageien nutzen ihren Schnabel oftmals als drittes Bein beim Klettern. Beim Spielen oder Klettern kann es passieren, daß Ihr Grauer sich mit dem Schnabel an Ihrer Hand festhält. Bei noch ungeübten Tieren kann es auch mal ein wenig weh tun, ist aber nicht böse gemeint. Zwingen Sie sich dem Vogel nicht zu sehr auf, wenn Sie mit ihm spielen wollen. Warten Sie lieber ab, bis er Sie zum spielen oder kraulen auffordert. Sie werden mit der Zeit feststellen, daß er vor bestimmten Gegenständen Angst hat. Machen Sie sich das zu Nutze, indem Sie diese Gegenstände an Orte legen, die für den Vogel tabu sein sollen.

Bedenken Sie bitte, daß ein Graupapagei Gesellschaft braucht. Er lebt in der Wildnis im Schwarm, den Sie jetzt mit Ihrer Familie darstellen. Sollten Sie nicht mehr genug Zeit für ihn aufbringen können, dann ist zu überlegen, ob noch ein zweites Tier angeschafft werden soll. Bei der Haltung von zwei handaufgezogenen Grauen besteht nicht die Gefahr, daß sie sich nur noch miteinander beschäftigen. Die Prägung auf den Menschen ist durch die Handaufzucht so stark, daß die Zahmheit erhalten bleibt.

Vielleicht haben wir ja jetzt Ihr Interesse zur Anschaffung eines Graupapageien geweckt. Wir haben meistens zweimal im Jahr Nachwuchs, einmal im Juli und einmal im November. Der Preis für ein Junges beträgt € 750,00. Bei Interesse geben wir gerne weitere Auskünfte unter Tel. 04222/2920.



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6. ERZIEHUNG


Bernd Büchner
Wittekindstr. 61
27777 Ganderkesee
buechner.coco@t-online.de