Der Bann ist gebrochen!

von Dennis

 

Wer kennt die Situation nicht? Man verbringt einige Nächte am Wasser und es tut sich nichts. Kein Zupfer, kein Piepen. Das Gefühl nachts durchzuschlafen, weil die Funke sich nicht meldet. Die ersten Nächte denkt man noch, dass es nunmal dazugehört und das man nicht immer den Erfolg auf seiner Seite haben kann. Doch wenn es mehr wird als nur die Hand voll Nächte, kommen einem die Zweifel: "Was mache ich falsch, liegt es am Platz... liegt es am Köder? Doch jede Serie hat einmal ein Ende. Egal ob positive oder negative Serie...

Meine Woche fing so an, dass ich unplanmässig in die Spätschicht gerutscht bin. Also kein frühes WE und keine Wochenendsession am Wasser. Also blieb mir nur die Möglichkeit am Freitag um 21:15 Uhr nach der Spätschicht ans Wasser zu fahren und dort eine Kurzsession abzuhalten. Die Wahl fiel auf ein relativ einfaches Gewässer in unmittelbarer Nähe. Ich bin dann ab Montags jeden Abend zur Stelle die ich mir ausgesucht habe gefahren und habe jeweils eine Hand voll Boilies pro Rute im Wasser platziert. Schon am Donnerstag abend konnte ich beim anfüttern die Karpfen an meinem Platz ausmachen. Meine Zeit als Schneiderlein sollte beendet sein...

So konnte ich am Freitag abend bei völliger Dunkelheit mein Lager aufbauen, aber die Aussicht auf Erfolg lies mich darüber hinweg sehen. Eigentlich wollte ich die Nacht unter meinem Brolly verbringen, aber da der Wetterbericht nicht eindeutig war, entschied ich mich doch für das Zelt. Clevere Entscheidung wie sich nachts rausstellen sollte, denn es war mehr als Stürmig und zwischendruch hat es auch geregnet.

Es sollte aber diesmal früh zu Bett gehen und das heulen des Windes störte mich dabei nicht. Schon gegen 23:30 Uhr wurde ich das erste Mal geweckt und ich hechtete aus meinem Schlafsack. Was mir vorher aber noch nie passiert war, lies mich unsanft zu Boden gehen. Mein Bein war eingeschlafen und ich konnte keinen Schritt weiter zu meinen Ruten machen, da im kompletten Bein kein Gefühl mehr war. Und so verstummte nach einem kurzen Zug der Pieper. Der erste Biss war versaut und mein Schienbein sah etwas ramponiert aus und war am bluten.

Zurück im Schlafsack war ich auch schnell wieder mit den Träumen bei meinem nächsten Fang. Und so weckte mich um 00:30 das nächste Mal der Bissanzeiger. Diesmal erst die Beine "geweckt" und auf zur Rute. Der Fisch sass! Endlich hat es wieder geklappt! Die Zeit als Schneiderlein sollte vorbei sein, aber erstmal sollte der Fisch gelandet werden. Das Gewässer an dem ich fischte, war ein Altarm und im Wasser befinden sich einige tote Bäume. Das sind ideale Verstecke und der Fisch den ich an der Rute hatte, wusste genau das er dahin musste um nicht aus dem Wasser zu müssen. Aber ich konnte den Fisch sicher landen.

Auf der Matte entpuppte sich der Fisch als kleiner als erwartet, da er ziemlich stark im Wasser abzog. Aber der Fisch war dennoch sehr schön und ich war überglücklich. Den Fisch noch kurz versorgt und dann zurück mit Ihm ins Wasser.

Den Weg zurück auf die Liege angetreten und noch eine Runde schlafen. Zwischendurch bin ich noch ein paar mal wach geworden, da sich die Wasserratten auch an meinen Boilies zu schaffen gemacht haben. Doch um 9:30 Uhr ging es wieder ab und ein weiterer Fisch war an der Leine. Auch dieser konnte gelandet werden und stellte sich als ein "kleiner Bruder" des ersten Fisches raus. Meine Freude war riesengross über diese 2 Fische nach einigen geblankten Nächten.

Gegen Mittag habe ich dann mein Lager abgebaut und am nächsten WE wird erstmal eine neue Ladung Boilies gerollt. Vielleicht bleibt mir der Erfolg jetzt erstmal erhalten und eine positive Serie wurde mit diesem Kurztrip gestartet.

Entschuldigt bitte die miese Qualität der Fotos, aber es ist nicht leicht mit Handy und Selbstauslöser zu arbeiten. Ausserdem war die Zeit knapp und die beiden Fische mussten wieder ins Wasser.