Neue Wege

von Dennis

 

Wer unser Gästebuch in den letzten Tagen verfolgt hat, wird auch gesehen haben, dass wir ein paar halbstarke Einträge bekommen haben. Ich hätte die Beiträge auch einfach löschen können, aber ich habe mir mal ein paar Gedanken gemacht. Darum möchte ich dem Verfasser die Ehre zukommen lassen und widme diesem jetzt diesen Bericht.

 

Ein Vorwurf wäre, wir vom Team Carpodo könnten nicht angeln und haben keine Ahnung vom Carphunting. Ok, lassen wir erstmal so stehen, sollte sich mit diesem Beitrag erledigen...

Weiter wurde gesagt wir haben keine vernünftigen Jobs. Sollten wir auch so stehen lassen, denn das ist hier eine Seite übers Fischen, keine Jobbörse.

Auch wurde gesagt wir würden uns an bekannten Plätzen breit machen...

 

Man macht sich ja so seine Gedanken, wer so einen Mist schreibt und darum habe ich mich kurzfristig entschlossen dieses Wochenende mal etwas anderes zu testen. Um mich mal mit einem anderen Gewässer auseinander zu setzen habe ich mir eine Austauschkarte geholt, die es mir ermöglicht bei den Nachbarvereinen zu fischen. Also, neues Gewässer, ohne Vorbereitung und ehrlich gesagt auch ohne richtigen Plan.

Am Wasser angekommen wurde ein Platz ausgesucht, die Wasserfläche beobachtet und geschaut wie die Bodenbeschaffenheit und der Pflanzenbewuchs ist. Daraufhin wurde das Lager aufgeschlagen und die Montagen an den ausgeschauten Plätzen abgelegt.

 

Bis alles soweit aufgebaut war, hatten wir schon 15 Uhr am Samstag. Gut 24 Stunden mussten reichen um mir persönlich zu beweisen, was ich kann und was diese anonymen Schnacker im Gästebuch für eine Grundlage zu haben scheinen. Mein persönliches Ziel war es, einen Fisch auf die Matte legen zu können. Tobias war auch dabei und wir haben über dieses Thema diskutiert.

Eigentlich sollten wir nicht viel auf dieses Gerede geben, vor allem nicht, weil die Verfasser der Gästebucheinträge immer noch anonym sind und nicht den Mut besitzen mal auszupacken wer uns hier an den Karren pinkeln will.

 

Tobias hat sich dann so gegen 18 Uhr bei mir verabschiedet und ich habe mich auf meine Liege gelegt um noch ein bisschen zu grübeln. Aber mein Wochenend-Bett war wohl so gemütlich, dass ich schnell ins Land der Träume eingetaucht bin...

 

"PIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIEEEEEEEEEEEP!!!!!!!!!!!!!"

 

Zack! Aus dem Schlafsack geschossen, in die Schuhe und ab an die Rute! Der Fisch am anderen Ende nahm kontinuierlich Schnur von der Rolle bis ich anschlagen konnte und einen ersten Kontakt zum Fisch aufnehmen konnte. Der Fisch zog kräftig ab und wollte auf die andere Seite des Flusses wechseln. Er schob eine schöne Welle vor sich her und gab mir zu spüren, dass er nicht aus dem Wasser wollte. Was er von meinem zudrehen der Bremse hielt, zeigte er mir damit, dass er sich im Kraut festsetzte.

Ich konnte nur noch durch einige leichte Zupfer spüren, dass der Fisch noch am Haken war... ich gab ihm etwas Schnur, weil in meine Richtung nichts mehr ging. Einbahnstrasse... Aber mein Versuch hat gefruchtet. Der Fisch nutzte die Leine die ich ihm zur Verfügung stellte und kam aus dem Kraut. Das war die Vorlage die ich brauchte um den Vollkontakt wieder herzustellen. Daraufhin konnte ich den Fisch auch landen.

Ich war überglücklich, nicht nur über den Fang, sondern auch weil ich mir selbst beweisen konnte, dass ich auch noch Erfolg haben kann. Und nicht nur an "bekannten Stellen" wie es mir von einem anonymen Schreiberling nachgesagt wird, sondern auch an einem mir bis dahin unbekannten Abschnitt eines schönen Flusses eines Nachbarvereins.

 

Ein Blick auf die Uhr - 21:05 ... Also konnte ich noch bei Tobias anrufen und zur Fotosession einladen. Er machte sich auch gerne auf den langen Weg und schoss ein paar Fotos von meinem Fang und mir.

 

Um die Nacht noch etwas interessanter zu gestalten, habe ich noch eine Falle mit Tauwurmbündel ausgelegt. Ich hoffte noch auf einen kleinen Waller die dort wohl häufiger gefangen werden. Leider wurde aus dem Vorhaben nichts, aber ich konnte mit den köstlichen Tauwürmern noch einen Aal für einen Landgang überreden.

 

In diesem Sinne - Geh deinen eigenen Weg und lass die Leute reden. Denn egal was du tust, sie reden eh...