Eine Traumnacht

von Dennis

 

Es ist mittlerweile gute 3 Wochen her, dass ich den ersten Fisch des Jahres auf die Matte legen konnte und der Drang zum Wasser zu fahren wurde wieder grösser. Tobi und ich halten seit einiger Zeit eine Stelle an dem kleinen Fluss bei uns im Ort unter Futter und nutzten das Gewässer schon zwei mal in der Woche nach dem Feierabend um für ein paar Stunden den Rüsslern nachzustellen und konnten dabei sogar einen Erfolg verbuchen. Jetzt war endlich das Wochenende gekommen und die Wahl des Gewässers stand an. Mein eigentliches Ziel war ein Baggersee, doch diese Option fiel leider ins Wasser. Somit musste umgeplant werden. Da die Stelle am Fluss noch unter Futter stand, war das mein neuer Anlaufpunkt. Durch das Umplanen musste war ich erst am Freitag gegen 20 Uhr am Wasser und baute schnell auf.

Als ich endlich alles fertig hatte, wurde es auch langsam dunkel und ich machte es mir direkt auf der Liege bequem und verschwand auch schnell ins Land der "Karpfen-Träume"...

 

FULLRUN!!! Ich wurde aus meinen Träumen gepiept und schoss wie automatisiert aus dem Schlafsack und raus aus dem Zelt! Die Rute zappelte ganz schön im Licht des Bissanzeigers und des Illu-Hangers. Ein geiler Anblick! Schnell wurde Kontakt zum Fisch aufgenommen und ich konnte einen heftigen Kämpfer am anderen Ende ausmachen. Der Drill zog sich in die Länge, denn der Fisch kannte sein Element und nutzte die starke Strömung zu seinem Vorteil. Aber nach einem gefühlten langen Drill konnte ich den Karpfen über den Kescherrand ziehen! Mein Fang wurde schnell auf der Matte versorgt und mir zitterten die Knie, weil ich nur in Shorts, T-Shirt und mit Schlappen aus dem Zelt geschossen kam und solangsam das Adrenalin des Drills an Wirkung verlor. Es war schweinekalt und ich hab mich schnell wieder auf den Weg in meinen Schlafsack gemacht. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir kurz nach 1 Uhr an. Also muss die Rute gegen halb 1 abgelaufen sein. Ich hatte das Handy noch in der Hand, da rief auch Tobi nochmal durch um sich nach dem aktuellen Stand zu erkundigen. Voller Stolz berichtete ich von meinem Fang und dann wollte ich mich wieder schlafen legen. Aber ich kam gar nicht erst bis zur Tiefschlafphase, denn schon um halb 2 meldetet sich der Bissanzeiger ein weiteres Mal. Auch diesmal konnte ich einen schönen Schuppenkarpfen nach einem starken Drill landen. Die Flusskarpfen haben einfach eine ganz andere Kampfstärke als so mancher Baggersee-Karpfen in der gleichen Gewichtsklasse.

 

Zurück im Schlafsack wurde mir noch ein bisschen Schlaf gegönnt, bis ich um 5 Uhr ein weiteres Mal geweckt wurde. Ich konnte mein Glück kaum fassen und sprintete zur Rute die sich gewaltig krümmte! Der Fisch am anderen Ende nahm die Schnur von der Rolle, als ob die Bremse komplett gelöst worden ist, da musste etwas grösseres am Haken sein. Und so war es auch. Ein schöner Spiegelkarpfen kam nach einem kurzen, aber starken Drill zum Vorschein. Im Kescher liegend erkannte ich den Fisch wieder, es war der gleiche Fisch, den ich schon 3 Wochen zuvor als meinen Ersten Fisch im Jahr 2010 landen konnte. Da sieht man auch mal, dass selbst die Flusskarpfen sehr Standorttreu sind. Auch dieser Fisch wurde wie gewohnt versorgt und es ging wieder in den Schlafsack zurück. Drei Fische in einer Nacht! Besser konnte es nicht laufen, dachte ich und machte die Augen wieder zu.

 

Doch schon eine gute Stunde später pfiff die Rute ein viertes Mal ab und mittlerweile routiniert drillte ich einen weiteren, grossen Schuppenkarpfen den ich sicher landen konnte. Ich konnte mein Glück kaum fassen und dachte ich würde jeden Moment aufwachen und hätte dann alles nur geträumt, doch es war die Realität und der Beweis dafür sind diese schönen Fotos dieser Traumnacht!