![]() U 575 1. Feindfahrt vom 8.September 1941 bis zum 9.Oktober 1941 Operationsgebiet: Nordatlantik/südwestl. v. Island Am 2.10.1941 wird im Planquadrat
AK69 der holländische Frachter Tuva mit 4.652 BRT versenkt.
Position:
54°16`N, 26°26´W Planquadrat AK6920
„U 575“ schoß drei
Torpedos auf eine Gruppe von vier Dampfern. Nach Alarmtauchen wurden zwei
Detonationen auf einem, eine weitere auf einem anderen Dampfer und anschl.
Sinkgeräusche min. eines Schiffes gehorcht.
Der amerikanische Zerstörer
Winslow (DD-359), Begleitschutz für den Konvoi ON 20, eilte dem Frachter Tuva
zur Hilfe, nachdem er von „U 575“ torpediert wurde. Als die Winslow ankam,
schwamm der Frachter noch ohne Fahrt. In der Nähe ortete die Winslow ein
U-Boot und nahm die Verfolgung auf (Obwohl Deutschland und die USA sich noch nicht im Kriegszustand befanden.
Eigentlich neutrale US-amerikanische Kriegsschiffe fuhren Begleitschutz und
griffen U-Boote an. Die deutschen U-Boote hatten dagegen strengsten Befehl,
keine US-amerikanischen Schiffe anzugreifen. Man wollte es auf jeden Fall
vermeiden, den USA einen Grund zum Kriegseintritt zu geben. Trotzdem kam es
zu gegenseitigen Versenkungen, da die U-Boote nicht immer zweifelsfrei die
Identität, insbesondere nachts, eines Angreifers feststellen konnten.). Als sie nach erfolgloser Suche wieder
zurückkehrte, war der Frachter gesunken. Überlebende konnten von der Winslow
nicht mehr ausgemacht werden. Es stellte sich aber später heraus, daß die
holländische Besatzung von einem anderen Schiff aufgenommen worden war. Lt.
der Lloyd´s Liste der Schiffsverluste im II. WK wurden von der Besatzung von
35 Mann einer vermisst.
Der Küstengarde Kutter Campbell
begleitete den irreparabel beschädigten englischen Frachter „San Florentino“
(ca. 4.ooo BRT) zurück. Dieser Erfolg ging nicht in die deutsche Statistik,
da nicht bestätigt, ein (lt. offizieller Chronik der USA-Marine).
Teil der Gruppe „Brandenburg“
gegen den Konvoi SC.44 (daraus fünf Schiffe versenkt) in den Planquadraten AK-AD-AM-AJ vom 16.9.41 – 30.9.41. Beteiligte Boote U 69, U 74, U
94, U 372, U 373, U 431, U 562, U 564, U 572, und U575. Bei den U-Booten gab
es keine Verluste. Die meisten Boote kehrten danach in ihre Heimathäfen
zurück.
Tuva 1935 4.652 BRT
San Florentino Bericht und Auszüge aus dem KTB aus „U Liliput Geschichte unseres Bootes“
ERSTE
FEINDFAHRT
DIE LAGE IM NORDATLANTIK ‑
HERBST 1941
Der BdU hatte sich im September entschlossen, den Nordatlantik
wieder weiter nach Westen abzuharken. Dabei ging er davon aus, daß die nach
England laufenden Geleitzüge weit nach Norden umgeleitet würden. Deshalb stellte
er die verfügbaren Boote ‑ meist nicht mehr als zehn ‑ südlich
Grönland in immer wieder wechselnden Vorpostenstreifen quer vor den
erwarteten Geleitzügen auf.
Am 11. September 1941 gelang es einem U‑Bootsrudel den von
Halifax kommenden Geleitzug SC 42 unter der Ostküste von Grönland anzugreifen
und in der ersten Nacht sechzehn Schiffe zu versenken. Aber bereits am 12.9.
ging die Fühlung im dicken Nebel verloren. Der Geleitzug war und blieb
verschwunden.
Wie wir heute wissen, hatten die Engländer die Einsatzbefehle an
die deutschen in der Gruppe Störtebecker zusammengefaßten Boote zeitgleich
mitgelesen, aber durch die neueingeführte zusätzliche Überschlüsselung der
Quadratangaben wußten sie nicht, in welchem Seegebiet die Boote standen. Nach
den ersten Angriffen in der Nacht vom 11. auf den 12. September hatten die
Engländer wieder einen vollständigen Überblick über unsere Aufstellungen, so
daß es ihnen ein leichtes war, die restlichen Schiffe des Geleitzuges um die
nunmehr bekannten U‑Bootspositionen herumzuführen.
Am 12.9. erhielt auch unser Boot, das zu diesem Zeitpunkt noch
südlich von Island stand, Befehl vom BdU, auf den Geleitzug zu operieren.
AUSZÜGE AUS DEM KRIEGSTAGEBUCH
8.9.1941 bis 9.10.1941
Auf dem Marsch in unser Operationsgebiet im Nordatlantik war
unser Boot am 11.9. auf eine Bewachergruppe gestoßen, der wir unbemerkt unter
Wasser ausgewichen waren. Beim Auftauchen kurz nach Mitternacht erhielten wir
vom BdU Befehl mit Marschfahrt auf den von U 432 zuletzt gemeldeten Geleitzug
zu operieren:
Laufen dem Geleitzug mit Westkurs entgegen. Können ihn am 13. um
10.30 Uhr erreichen. 20.58 Uhr Funkspruch von U 433:"Geleitzug Quadrat
8133 Kurs Süd‑Ost. Dicker Nebel. Fühlung verloren." 13.9. 11.00
Uhr AD 8692 Wind Süd‑West 1, Seegang 1, niedrige Dunstwolken, zeitweise
dichter Nebel. Haben bisher keine Fühlung mit dem Geleitzug bekommen. Suchen
zunächst den Sektor von 115 bis 135 Grad ab und werden, wenn wir bis 21.00
Uhr nichts gefunden haben, in den Sektor von 135 bis 155 Grad übergehen.
19.55 Uhr von Flugboot unter Wasser gedrückt. Anscheinend eine
Sunderland. Kam direkt aus der Sonne. Nach fünf Minuten auf 120 Meter eine
Fliebo. 22.00 Uhr wieder aufgetaucht. Suche in 135 bis 155 Grad Sektor
fortgesetzt.
22.41 Uhr Kurzsignal an BdU:
„AD 86, bin vom Feind bemerkt. U 575.“
14.9. 7.50 Uhr getaucht zum Horchen. Beim Auftauchen springt ein
Sehrohrstander von der Rolle. Stander klemmt zwischen Rolle und Winde. Muß
abgenommen und wieder neu befestigt werden. Eine sehr schwierige und
zeitraubende Arbeit, da die Befestigungsart ausgesprochen unpraktisch ist.
14.25 Uhr Funkspruch von BdU: „U 373, U 572, U ‑575 und U
552 in Richtung auf AK 30 absetzen und nach Dunkelwerden Standort und Brennstoff
melden.“ 17.9. Funkspruch von BdU:"U 74, U 94, U 575, U 372, U 373, U
552, U 69, U 562, U 572 Vorpostenstreifen bilden von AD 9564 nach AJ 3986.
Boote tragen Bezeichnung Gruppe Brandenburg.“
Der Vorpostenstreifen erstreckt sich also von der Südspitze
Grönlands nach Südosten. 19.9. 2.00 Uhr Funkspruch von U 74 Kentrat:
„Feindlicher Geleitzug in Sicht. Steuert 60 Grad. Läuft mittlere Fahrt.
Quadrat 9739“.
Wir operieren mit großer Fahrt nach den laufend eingehenden
Fühlungsleitermeldungen auf diesen Geleitzug und müßten ihn gegen Mittag zwischen
12.00 Uhr und 13.00 Uhr erreichen.
12.58 Uhr AK 1158 Wind ONO 1, mäßige Dünung, bewölkt, gute
Sicht. In rw 280 Grad kommt ein U‑Boot in Sicht. Signalverkehr
aufgenommen. Es handelt sich um U 74 Kentrat. Gleichzeit kommen an der Kimm
im Nordwesten schwache Rauchfahnen in Sicht.
14.10 Uhr. Vor einem über die Kimm kommenden Bewacher nach Osten
abgestaffelt und an der Grenze der Sicht mit nordöstlichen Kursen weiter
Fühlung gehalten.
22.00 Uhr Besatzung auf Gefechtsstation.
22.30 Uhr staffeln langsam etwas näher heran und bei
Dämmerungsbeginn auf den Geleitzug zuzulaufen.
23.07 Uhr. Werden von einem Bewacher, der eben vor Dunkelwerden
auf uns zustößt, abgedrängt und verlieren den Geleitzug aus Sicht.
23.25 Uhr. Der Bewacher hat wieder abgedreht, so daß auch wir
Kehrt machen und auf den Geleitzug zulaufen können. Inzwischen ist es dunkel
geworden. Im Nordwesten steht ein schwacher etwas hellerer Streifen über dem
Horizont, an sich günstig.
20.9. 00.00 Uhr. Sind wieder sechs sm näher herangestaffelt. Vom
Geleitzug ist noch nichts zu sehen. Da kommt voraus ein Bewacher in Sicht.
Gehen hinter ihm vorbei und laufen weiter ran.
01.00 Uhr wieder ein Bewacher voraus. Müssen jetzt etwa querab
vom Geleitzug stehen. Weichen aus, um uns außerhalb der Sicherung weiter
vorzusetzen.
01.27 Uhr in rw 310 Grad weiße Sterne. Gehen auf Nordkurs.
01.30 Uhr wieder ein Bewacher voraus.
01.40 Uhr. 10 Minuten später, nachdem wir wieder auf 60 Grad
gegangen sind, ein zweiter Bewacher voraus. Anscheinend steht die Sicherung
sehr weit draußen. Entschließen uns, jetzt innerhalb der Sicherung nachzustoßen,
gleichgültig in welcher Lage. Zum Angriff können wir uns auch auf geringeren
Querabstand vorsetzen. Einzelne Leuchtgranaten in nördlicher Richtung zeigen
uns den Weg.
2.24 Uhr
plötzlich starkes Nordlicht, das die Wolkendecke über dem ganzen Himmel
erhellt und ebenso schnell wieder verschwindet, wie es gekommen ist.
Steuerbord voraus sind mehrere Schatten
zu erkennen. Laufen mit großer Fahrt darauf zu. Beim Näherkommen
erkennen wir einen halb gesunkenen Dampfer, daneben eine Korvette mit spitzer
Lage. Drehen ab und zeigen schmale Silhouette. Bewacher hält mit Lage 0 auf uns zu. Unmittelbar darauf kommt noch ein
zweiter Bewacher in Sicht. Laufen mit AK ab. Abstand bleibt zunächst
unverändert. Erst nach 20 Minuten sacken die Bewacher achteraus und drehen
ab, offenbar um zu den Booten des torpedierten Dampfers zurückzukehren.
Müssen uns mit großer Fahrt ganz von neuem vorsetzen.
5.00 Uhr. Wir müssen jetzt die Höhe der Spitze des Geleitzuges
erreicht haben. Staffeln wieder näher heran und suchen weiter nach Westen. Vergeblich,
der Geleitzug bleibt verschwunden.
9.50 Uhr AD 7591. Wind NW
2, bedeckt, diesig. Vor einer dunklen Wolkenwand im Nordosten kommen zwei
Mastspitzen in Sicht. Ein Zerstörer mit spitzer Lage Kurs Süd. Laufen über
Wasser ab. Zerstörer dreht zu und kommt allmählich höher heraus. Drehen 1 Dez
nach Steuerbord, anschließend 2 Dez nach Backbord. Der Zerstörer dreht nach.
Nach 15 Minuten ist der Abstand soweit gesunken, daß der Zerstörer zeitweise
mit dem ganzen Schiffsrumpf herauskommt. 10.04 Uhr. Müssen mit Alarm tauchen.
Gehen auf 150 Meter. Flutventile steuerbord Untertriebszelle läßt sich
zunächst gar nicht, dann nur ganz langsam unter großem Kraftaufwand innerhalb
von 15 Minuten schließen, so daß wir solange mit halber Fahrt laufen müssen.
Zerstörer ist auf Horchfahrt gegangen, wirft aber keine Wabos.
15.00 Uhr. Rundblick auf Sehrohrtiefe. Zerstörer hat sich entfernt. Sicht etwa 4 sm. Aufgetaucht.
Da keine Fühlunghaltermeldungen mehr eingehen, haben offenbar
auch die anderen Boote die Fühlung verloren. Setzen in der Annahme, daß der
Geleitzug innerhalb der nächsten 24 Stunden Kurs nach Südosten ändern wird,
Suche mit östlichen Kursen fort.
21.9. 9.40 Uhr Funkspruch von BdU an Gruppe Brandenburg:
"Boote, die in aussichtsreicher Nähe auf Geleit stehen, weitersuchen.
Übrige Boote in Angriffsräume zurückgehen."
Brechen Suche ab und gehen auf Position im Vorpostenstreifen
zurück.
Wie wir heute wissen, sind von den neun auf den Geleitzug
angesetzten Boote nur zwei in der ersten Nacht zu Schuß gekommen und haben
vier Dampfer versenkt. Um 3.00 Uhr nachts hatte die Geleitsicherung alle
Fühlung haltenden Boote abgedrängt. Keinem Boot ist es gelungen, die Fühlung
wiederherzustellen.
24.9. 0.02 Uhr AJ 3519. Haben die befohlene Position im
Aufklärungsstreifen erreicht.
25.9. 11.00 Uhr schwerer Sturm aus Nord‑West Stärke 8,
schwerer Seegang Stärke 8, hohe Dünung, mittlere Sicht, Regen. Getaucht für
Torpedoarbeiten. Bei der Batteriekontrolle stellt sich heraus, daß die Vergußmasse
einer größeren Anzahl von Zellen der Batterie 2 gerissen ist, drei Zellen
haben keine Säure mehr über den Abdeckplatten; Säure in der Bilge. Fünf
Zellen müssen neu vergossen werden. Die Bilge wird mit Kalkmilch gespült.
Verursacht ist dieser Schaden offenbar dadurch, daß die Batterie nicht
genügend fest verkeilt war und bei dem herrschenden schweren Seegang in
Bewegung geraten ist.
30.9. 10.56 Uhr Funkspruch von BdU: „Mit
sparsamster Marsch Fahrt folgende Positionen besetzen
Neumann AL 6731
Hamm AL 6665
Dommes AL 9267
Suhren AM 4788
Heydemann AM 7577
Tiefe 100 sm."
Unser neues Operationsgebiet liegt also 150 sm westlich von
Irland.
2.10. 6.20 Uhr. Wind und See 0‑1, leichte Dünung, dunkle
Nacht, der Mond ist gerade untergegangen.
Vier Schatten in Sicht in nördlicher Richtung. Besatzung auf
Gefechtstation. Es sind drei Dampfer und ein Zerstörer. In Dwarslinie mit
südlichem Kurs. Fahrt geschätzt 7 sm. Der Zerstörer steht Steuerbord vorn herausgesetzt.
Laufen von Südosten an zum Angriff. Der Dampfer am linken Flügel kommt mit
Lage 0, auf uns zu. Als er auf 800 Meter heran ist, entschließen wir uns zum
Schuß auf die beiden anderen Dampfer, die jetzt noch etwa 3000 Meter entfernt
sind. Ein Ausmanövrieren des dritten Dampfers und ein neuer Anlauf könnten
den Erfolg vereiteln, da es kurz vor Hellwerden ist. Schießen einen Doppelschuß
aus Rohr I und II auf den Steuerbord Dampfer, Bug links, Lage 60, Entfernung
3000 Meter, Fahrt 8 sm, und einen Einzelschuß aus Rohr V auf den mittleren
Dampfer mit Lage 50. Auf den Zerstörer zu schießen halten wir ‑ wegen
der zu großen Entfernung über 4000 Meter für zwecklos. Nach dem Schuß müssen
wir tauchen. da trotz der dunklen Nacht unsere Hecksee ebenso wie die Bugwelle
des Dampfers bei der glatten See und der geringen Dünung leicht zu sehen
sind. Anderthalb Minuten nach dem Schuß Detonation der drei Torpedos
gehorcht. Unmittelbar danach in Richtung des ersten Dampfers das stark
prasselnde Geräusch von brechenden Schotten. Von beiden Dampfern nach der
Detonation keine Schraubengeräusche wahrgenommen, nur noch die des Zerstörers,
der mit hohen Umdrehungen in Richtung auf die getroffenen Dampfer zuläuft,
und die des dritten Dampfers, der nördlich von der Tauchstelle vorbeigeht und
fünf Minuten nach dem Tauchen zwölf Wabos wirft. Gehen auf 150 Meter Tiefe
und laufen mit Horchfahrt 90 Umdrehungen auf östlichen Kursen ab. Der Dampfer
stoppt und ortet, normale Ortungsgeräusche, hohes Zirpen, Intervall 3
Sekunden. Werden anschließend überlaufen. Drei Wabos im Kielwasser. Ab 9.00
Uhr ist auch der Zerstörer wieder da. Es ist jetzt ein zweites Ortungsgeräusch
zu hören, ein melodisches Pfeifen wie
von einem Kanarienvogel, Intervall 7 Sekunden. Offenbar handelt es sich bei dem Dampfer um ein mit Horch‑
und Ortungsgerät ausgerüstetes Hilfsschiff. Beide Fahrzeuge stoppen und
horchen abwechselnd, um dann wieder mit geringen Umdrehungen anzulaufen und
einzelne Wabos zu werfen. Weichen den Anläufen durch Abdrehen quer zur
Horchpeilung mit Äußerster Kraft aus, so daß die Wabos im Kielwasser fallen.
Keine Ausfälle. Das Boot ist tadellos dicht. Das geringe eindringende Wasser
wird laufend mit Schleichluft gelenzt. Nur die Tiefenruder sind etwas lose
und klappern zeitweise stark. Nehmen nach Möglichkeit das jeweils ortende Fahrzeug achteraus und laufen jetzt mit nördlichen Kursen ab.
14.05 Uhr. Werden noch einmal vom Zerstörer mit hohen
Umdrehungen überlaufen nachdem er vorher 10 Minuten gestoppt hatte. Schlagen
mit Äußerster Kraft voraus einen Kreis nach Steuerbord. Keine Wabos. Laufen
weiter nach Nordwesten und Norden ab. Ab 17.00 Uhr ist nur noch der Zerstörer
da, der mit geringen Umdrehungen mitläuft und ab und zu stoppt. S‑Gerät
Ortung etwa alle Stunde.
20.00 Uhr. Noch einmal 13 Wabos, offenbar von dem Dampfer
geworfen, in größerer Entfernung.
21.30 Uhr. Eine erneute Serie von 15 Wabos in größerer
Entfernung.
22.30 Uhr. Seit zwei Stunden keine Ortung mehr. Aufgetaucht.
Nach Nordosten abgelaufen. Batterie aufgeladen.
Bis auf den Funkpeiler, der sich nicht mehr drehen läßt und das
Turmluk, das noch schlechter dichtet als schon vorher ‑ es kommen bei
jedem Tauchen und Auftauchen etwa eine Vierteltonne Wasser ins Boot ‑
keine Schäden.
Wir setzen Marsch auf befohlene Position fort.
3.10. 14.40 Uhr bis 15.50 Uhr.' Alarm vor Flugzeug.
20.40 Uhr Funkspruch von BdU an Heydemann: "Erfolg
melden."
20.50 Uhr Funkspruch an BdU: „AL 64 25 Kubikmeter Rückmarsch.
2.10. AK 69 ein Zerstörer, eine U‑Bootsfalle, zwei Dampfer, davon 6000‑Tonner
versenkt, 4000‑Tonner sinken wahrscheinlich. 16 Stunden Wabos. Alles
klar. Heydemann."
7.10. 11.05 Uhr bis 11.50 Uhr. Getaucht vor Flugzeug. Vom
Flugzeug bemerkt. Keine Bomben.
12.40 Uhr. Funkspruch von BdU. Englisches Flugzeug meldet 10.30
Uhr U‑Boot in Marinequadrat BF 4419.
16.10 Uhr BF 4723 Wind Süd‑Ost 3, See 2, bewölkt, sehr gute
Sicht. Alarm vor Flugzeug, kam direkt aus der Sonne. Auf 70 Meter bei 30 Grad
Lastigkeit zwei gutliegende Fliebos. Batterieselbstschalter springt raus,
Maschinen stoppen, Kreisel, Fahrtmess, beide Tiefenruder ausgefallen, jedoch
keine wesentlichen Schäden. Die Beseitigung der Störungen klappt wie bei der
Unterwasserausbildung in Horten. Nachdem auch der Kreiselkompaß wieder klar
ist, um 17.00 Uhr wieder aufgetaucht.
17.18 Uhr Funkspruch von BdU: „Englisches Flugzeug stand 16.40
Uhr über getauchtem U‑Boot in BF 4461.“
9.10. 16.43 Uhr. Von Geleit aufgenommen. 19.56 Uhr in der
Schleuse von St.Nazaire festgemacht. Begrüßung durch die 7. U‑Flottille.
Nach englischen Angaben ist bei unserem Angriff am 2. Oktober
nur das Motorschiff Tuva mit 4652 BRT gesunken.
Anmerkung:
Aber lt. offizieller Chronik
der USA-Marine wurde der engl.. Dampfer „San Florentino“ mit ca. 4.000 BRT
irreparabel beschädigt, konnte sich aber noch bis in einen Hafen schleppen.
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