Vorstellung
Aktuell sind wir sechs Mann, einer davon inaktiv, weil er vor kurzem Vater geworden ist. Wir sind alle historisch interessiert, insbesondere beschäftigen wir uns mit der großartigen Zeit vor rd. 200 Jahren, der Zeit der Befreiungskriege. Aus dem etwas verschlafenen und in Zufriedenheit eingemummelten Preußen wurde bedingt durch die vollständige Niederlage gegen Frankreich ein moderner, an allen Gliedern reformierter Staat, der auch das Nationalgefühl seiner Bewohner weckte. In Scharen meldeten sich seine Bewohner freiwillig zu den Waffen, um den verhaßten Usurpator aus Preußen und schließlich ganz Europa zu vertreiben. Für Preußen eine so gravierende Zeitenwende, daß man später schließlich in altpreußisch und neupreußisch unterschied. Mit den vielen Reformen, insbes. den Hardenbergschen, Steinschen und Scharnhorstschen wurde das moderne Preußen geschaffen, welches auch noch das spätere Deutsche Kaiserreich stark beeinflußte und dessen Nachwirkungen wir, bei sensiblem Hinhorchen heute noch vernehmen können, auch wenn sich das moderne Deutschland äußerlich weit davon entfernt hat.
Das Andenken an diese große Zeit möchten wir erhalten und weitertragen. Deshalb beteilgen wir uns an den vielen Veranstaltungen, die in näherer und größerer Entfernung stattfinden, um dieser Zeit, vor allem natürlich seinen großen Siegen, zu gedenken.
Bei unserem Anspruch an die Authenzität wählen wir einen Mittelweg, da absolute Authenzität nicht darstellbar ist.
Wollten wir möglichst authentisch diese Tage verleben, müßten wir so gut wie ohne jedes Gepäck anreisen. Wir sollten dann 20, 30 oder auch 40 km entfernt das Auto stehen lassen und den Rest des Weges marschieren,damit wir wenigstens die Marschleistung eines Tages in den Knochen haben,
wenn wir am Ziel ankommen. Wir hätten außer unserer Kleidung nur einen Mantel dabei, vielleicht hätte einer noch einen Kochkessel, dazu Verpflegung in Form von Fleisch, Kartoffeln oder Reis, Brot und einigen Gewürzen. Etwas kaffeeartiges, wie Muckefuck, geröstete Eicheln oder ähnlichen Kaffeeersatz,
wenn es uns gerade gut geht, verfeinert mit etwas Bohnenkaffee. Trinken würden wir außer Kaffee nur Bier und Branntwein (keine Sorge, mit etwas weniger Alkoholgehalt, das Bier so ungef. 1%). Wenn wir angekommen wären, würden einige ausschwärmen um Wasser und Brennholz zu organisieren, der Rest würde Kochstellen
ausheben. Dann würden wir abkochen und nach dem Essen, egal wie das Wetter ist, auch im Winter, in unseren Mantel eingerollt auf dem Boden schlafen. Wenn die
Lage es erlaubt, würden uns einige Feuer ein klein wenig wärmen.
So streng sind wir denn doch nicht und benutzen deshalb Zelte und haben auch Bänke und Tische. Unser Leben im Felde entspricht eher der Einquartierung. Wo wir wenig oder keine Kompromisse eingehen, sind unsere Uniformen und die Ausrüstung. Die Uniformen sind von einem Schneider nach originalen Schnitt-mustern gefertigt. Die
Ausrüstung wird größtenteils von uns selbst hergestellt.
|