Beobachtungen im und am Wasser
Immer wieder teilen Mitglieder aus unserem Verein tollen
Beobachtungen im und am Wasser mit, die mit der Angelei nur indirekt
etwas zu tun haben. Teilweise sind diese Entdeckungen jedoch enorm wichtig
für das Gesamtbild "Gewässer". Hier einige Beispiele:
Marco Kuhn (Gewässerwart) konnte im April 2005 Bachneunaugen in der Flachsbäke beim Laichgeschäft beobachten. Einige Tagen zuvor meldete er zwei Flußneunaugen von ca. 40 cm Länge ebenfalls in der Flachsbäke (ein Foto konnte leider nicht gefertigt werden). Beide Entdeckungen wurden sofort nach Hannover gemeldet, wo ein Fischregister für Rundmäuler geführt wird. Jens Pfänder und Sven Langkrär konnten an einem herbstlichen Angeltag den Flug der Kraniche in den Süden bewundern. Etliche Geschwader machten sich an diesem Nachmittag auf den Weg. Gewässerwart Ralf Siemer machte bei einer Gewässeruntersuchung eine tolle Entdeckung. Bei der Feststellung der Kleinstlebewesen (biologische Untersuchung) kamen diverse Kaulquappen der seltenen Knoblauchkröte zum Vorschein. Die Kaulquappen, die sich mehrere Jahre in diesem Stadium im Wasser aufhalten und dann als fertige Kröte an Land kriechen, erreichen eine stattliche Größe von bis zu 10 cm.
Dirk Lehmkuhl konnte am 03.11.05 in der unteren Hunte einen verletzten Aal mit dem Kescher einfangen. Der abwandernde Blankaal zeigte gleichmäßige Verletzungen im Rückradbereich, die er sich wahrscheinlich beim Durchschwimmen einer Turbine im Wildeshauser Wehr zuzog.
Momentan sieht man an der Aue im Bereich des künstlich angelegten Kiesbettes immer häufiger seltene Besucher aus der Vogelwelt. Fischbrut steht gerne auf kiesigem Untergrund und die mag der Eisvogel gerne. Die Wasseramsel, der einzige tauchende Singvogel in unseren Breiten, sucht das steinige Substrat nach Köcherfliegenlarven ab. Diese tollen Aufnahmen konnte Bernd Holzenkamp mit viel Ausdauer festhalten.
Wenn im Winter die Stillgewässer zugefroren sind, fallen die Fischräuber, wie hier der Kormoran, in unsere Flüsse und Bäche ein, um ihren Hunger zu stillen. Mit dieser Schleie ist der Tagesbedarf jedoch noch nicht gedeckt, bis zu 3 kg Fisch benötigt jeder Kormoran pro Tag. In Bühren an Meyers Pott kann man zur Zeit die Ausmaße der Kormoranpopulation erkennen. Jeden Abend dient eine ca. 100 Jahre alte Buche als Schlafplatz für ca. 60 Kormorane. Der gesamte Baum ist mit weißem Kot dieser Vögel überzogen. Es riecht erbärmlich nach totem Fisch. Am Goldenstedter Stau wurde eine bauliche Veränderung vorgenommen. Der FV Colnrade mit der Stiftung Naturschutz waren finanziell an den Umbaumaßnahmen beteiligt. Ein wirklich gelungene Maßnahme, die hoffentlich Mode macht und die Durchlässigkeit der gesamten Hunte voran treibt. Jens Pfänder konnte diese beiden Ringelnattern beim ersten Sonnenbad an der Aue Höhe der Holzhauser Brücke überraschen. Die Prachtexemplare von ca. 60 - 80 cm nutzten die ersten Sonnenstrahlen. Seit einigen Tagen kann man auf dem See in Ahlhorn ein Pärchen Kanadagänse mit ihren beiden Jungen sehen. Ob sie Zwischenrast machen oder das Gewässer als Rückzugsgebiet bis zum Flug in den Süden nutzen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Guido Janz konnte dieses Frühjahr ein seltenes Schauspiel an der oberen Aue fotografisch festhalten. Die "Hochzeit der Bachflohkrebse" - Tausende säumten den Uferbereich zur Paarung. Viele Jahre hat es im Schleiereulenkasten am Fischerheim keinen Nachwuchs gegeben. In diesem Jahr konnte Alfred Finke (aufgefallen durch den bestialischen Gestank im Geräteraum) fünf kleine Eulen zählen. Der Kreisbeauftragte wird sich um die Betreuung kümmern. Gewässerwart Ralf Siemer meldete bei einer Gewässerbesichtigung (Gewässer wollen wir nicht nennen) ein tolles Kunstwerk im Dickicht eines Baumes. Wie sich herausstellte, war es das Nest der seltenen Beutelmeise. Der zweite und zunächst einmal wichtigste Schritt in Sachen Durchgängigkeit der Hunte. Am Wehr in Oldenburg wurde eine Fischtreppe gebaut. Fast 1 Millionen Euro wurden ausgegeben, damit bestimmte Fische (Lachs, Meerforelle, Aal etc.) zu zu ihren Laichplätzen schwimmen können. In Wildeshausen wartet das nächste Hindernis. Der erste große Erfolg der Durchgängigkeit in
Oldenburg wurde mit der Rückkehr von Meerneunaugen begründet. Drei Exemplare
von bis zu 90 cm konnten beim Laichen in der Aue von den Gewässerwarten
Marco Kuhn, Ralf Siemer und Jens Pfänder beobachtet und fotografiert
werden. Wenn man sich als Angler ruhig und vernünftig am Wasser verhält, lassen sich brütende Vögel auch nicht stören. Peter Sperling fotografierte dieses brütende Blesshuhn am Altonaer See während einer Jugendangelveranstaltung. Die jungen Petrijünger hielten Abstand und drückten die Daumen für eine erfolgreich Brut.
Nicht tolle Beobachtung, aber trotzdem wichtige Feststellung. Andreas Johannes und Erhard Zimmermann meldeten in der oberen Hunte diese Gewässerverunreinigung. Eine helle Flüssigkeit strömte über die Regenentwässerung in die Hunte. Die Polizei nahm den Sachverhalt auf, die Feuerwehr sorgte für die Sicherung des Gewässerers, die Fa. Scheele pumpte die schädliche Flüssigkeit ab und die beiden Vorsitzenden (Alfred Finke und Jens Pfänder) nahmen Proben. Nur durch schnelles Handeln der Angler konnte Schlimmeres verhindert werden.
Dass sich nicht nur die Fische in unseren Gewässern wohl fühlen, zeigen diese Fotos. Markus Mila konnte ein Ringelnatter durch die Hunte schwimmend fotografieren. Das stolze Exemplar (ca. 1 m lang) ließ sich nicht durch den Angler stören und drehte ruhig seine Runden. Solche Reptilien sind ebenfalls wichtige Indikatoren, wenn es um Wasserqualität geht. Auh in diesem Jahr konnte unser Gewässerwart Marco Kuhn die Flussneunaugen bei der Hochzeit in der Aue beobachten. Mehrere Pärchen standen auf den Kiesbetten und laichten ab. Wieder ein Beweis, wie wichtig die Strukturverbesserung durch unsere eingebrachten Kiesbetten ist. Simon Hilling staunte nicht schlecht, als er seinen ersten Saisonhecht ausnahm. Im Magen des Hechtes fand er einen ca. 18 cm langen Hecht und in dessen Maul befand sich ein ca. 5 cm großer Barsch. So etwas Verrücktes hat Simon beim Angeln noch nie gesehen. Hecht will gerade Barsch fressen und wird selber samt Beute gefressen - Ganz nach dem Motto Fressen und gefressen werden! Im Magen dieses Hechtes, den Frank Siemer gefangen hatte, wurde ein Teichhuhnküken gefunden. Der Esox hatte sich wohl auf Wasservögel spezialisiert. Das Frühjahrshochwasser zeigte seine Spuren an der neuen Aschenbeckschen Laufverlängerung. Zum ersten Mal ging das Hochwasser über die Sperrkante, so wie es geplant war. Aber der Wasserdruck durch die neue Scheife zeigte auch seine Wirkung. Eine Eiche im Uferbereich hat dem Wasserdruck nicht standgehalten, sie wurde später als Uferbefestigung und Totholz eingebaut. Flusslandschaft Hunte weitet sich aus. Die ersten Ein- und Ausstiegsstellen für Bootsfahrer sind fertig. Der Tourismus auf der Hunte ist sicherlich ein Erlebnis. Hoffentlich wissen sie die Natür zu schätzen. Wir werden kritisch hinschauen, damit das ökologishe Gleichgewicht nicht gestört wird. Da schaute Tobias Siemer nicht schlecht, als er beim Fliegenfischen diesen kleinen Stör entdeckte. Er hatte direkt am Turbineneinlauf oberhalb des Wehres in Aumühle so seine Last gegen die Strömung anzukämpfen. Tobias konnte den bereits geschwächten Fisch mit dem Kescher fangen, anschließend wurde er in einem privaten Naturteich wieder ausgesetzt. Wahrscheinlich war er ausgebüchst bzw. ausgesetzt worden. Gut getarnt hat sich das Heupferd und die Raupe des Weinspinners auf dem Springkraut. Aber dem E-Fischerteam entging auch am Ufer nichts. Bei E-Fischen im Altonaer Mühlbach wurde das Team auf merkwürdige Bewegungen an der Wasseroberfläche des Annasees aufmerksam. Ein kurzer Stromstoß mit dem E-Gerät brachte Klarheit. Div. junge Zander (Brut von diesem Jahr) kam zum Vorschein. Ein Beleg dafür, dass die Maßnahmen zur Strukturverbesserung mit den Tannenbäumen ihre Wirkung zeigt.
Eine Überraschungen erlebte unser Pressewart Thomas Kaiser zusammen mit seinem Schwager Jarek Karwitzky in einer lauen Vollmondnacht am Annasee. Das Ufer war an vielen Stellen durch den Stark-Regen der vergangen Tagen völlig durchnässt. Da gingen sogar die Blutegel (Foto) auf Landgang. Zwei fette Exemplare schlängelten sich zwischen unseren Angeltaschen hindurch. Außerdem konnte Jarek weit über 100 Tauwürmer in kürzester Zeit erbeuten, die sich offensichtlich vor den Wassermassen im Erdreich in Sicherheit bringen wollten. Geangelt wurde auch - drei dicke Aale landeten– trotz des sternenklaren Vollmond-Himmels – im Eimer. |