Räuchern
Seit vielen Jahren räuchert er im Fischereiverein Wildeshausen. Beim Sommerfest
oder auf dem Historischen Markt zu Pfingsten sieht man Reiner Alberts
an der Räuchertonne stehen. Er verrät uns einige Tricks zum Räuchern.
„Räuchern kann man alle Fische, wobei der Aal und die Forelle die beliebtesten
sind“, so Alberts. Zunächst werden die Fische für ca. 10 Std. in Salzwasser
eingelegt. Die Salzlösung beträgt ca. 7 – 8 %. Je länger die Fische eingelegt
sind, je magere muss die Salzlösung sein.
Nach dem Einlegen werden die Fische abgespült, sie müssen frei von Schleim
und Blutresten sein. Das Entfernen der Kiemen macht die Fische nicht so
bitter. Wenn die Fische absolut sauber sind, werden sie zum Trocknen aufgehängt,
am Besten bereits auf den Räucherhaken. Die Fische müssen nun ca. 2 –
3 Std. trocknen, ansonsten bekommen die Fische beim Räuchern keine goldbraune
Farbe.
Geräuchert wird in verschiedenen Öfen. In der normalen Räuchertonne wird
mit trockenem Buchen- bzw. Erlenholz geräuchert. Durch ständiges Nachlegen
muss eine konstante Temperatur von ca. 70° bei Forellen und ca. 90° bei
Aalen garantiert sein. Hierbei muss kein Räuchermehl verwendet werden.
In einem elektrischen Räucherofen wird die Temperatur mit einem Thermostat
eingestellt. Der Rauch wird durch Beigabe von trockenem Räuchermehl aus
Buchenholz erzeugt. Das Mehl verbrennt durch die elektrische Heizspule.
Der so genannte Tischräucherofen, die einfachste Methode Fische zu räuchern,
ermöglicht kleine Fischmengen fangfrisch zu räuchern. Dieser kostengünstige
Ofen fasst bis zu vier Forellen (für Aale nicht geeignet) und wird durch
zwei kleine Spiritusbrenner betrieben. Ein wenig Räuchermehl auf den Boden
der Garkammer streuen, Deckel schließen und nach wenigen Minuten sind
die Fische fertig.
Durch das Verbrennen von grünen Wacholderzweigen bekommen die Fische bei
allen Räuchermethoden einen sehr würzigen Geschmack und eine goldbraune
Farbe. Auch Wacholderbeeren können im der Hitze verbrannt werden, Achtung
wohl dosieren. Um den Fische die richtige Farbe zu geben werden auch grüne
Holunder- oder Buchenblätter im Feuer verbrannt. Auch hierbei muss jeder
für sich Erfahrungen über die Menge machen.
Nach ca. 1 ½ Std. sind die Fische in der Tonne bzw. im elektrischen Ofen
fertig. Es muss aber immer zwischendurch kontrolliert werden, weil diese
Zeit je nach Größe der Fische schwanken kann. „Wenn man die Haut an den
Bauchlappen der Forellen leicht vom Fleisch lösen kann, sind die Fisch
gar. Bei den Aalen kann man durch einen Drucktest den Garzustand feststellen.
Mit Daumen durch die geöffneten Bauchlappen auf die Hauptgräte und mit
dem Zeigefinger im Rückenbereich dagegen drücken, wenn dies weich ist,
kann der Fisch serviert werden“, erklärt Reiner.

„Jeder muss beim Räuchern ausprobieren. Der eine mag es etwas salziger,
der andere etwas würziger. Jede Fischart nimmt die Salzlauge anders an
und jede Fischart schmeckt auch nicht jedem geräuchert. Deshalb traut
euch ran und probiert Verschiedenes aus.“
Reiner Alberts
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