Angeln auf Meerforelle Ralf Gottwald und Marco Kuhn gehören zu den Anglern, die in den letzten Jahren regelmäßig in unseren Gewässern Meerforellen gefangen haben
- also kann man von Spezialisten sprechen.
Sie möchten einige Tipps weitergeben. Wichtig ist zunächst einmal die Ausrüstung, die bei beiden identisch ist. Beide angeln mit einer kräftigen kurzen Spinnrute (bis 300 cm Länge, um die 30 g Wurfgewicht). Auf der Rolle mit guter Übersetzung ist multfile (geflochtene) Schnur gespult, denn die Großsalmoniden gehören zu den großen Kämpfern. "Wer hier zu feines Geschirr benutzt, wird keine Chance haben," erklären die Beiden. "Die richtige Einstellung der Bremse ist oberstes Gebot. Nach den Anhieb ist die erste Flucht gewaltig," erklärt Marco. Hier darf die Bremse nicht zu locker und nicht zu fest sein. Obwohl die beiden noch keine Riesenexemplare gekeschert haben, betonen sie in ihren Erzählungen immer wieder die erste Flucht. Wichtig ist auch noch das Wetter. Kurz nach einem Starkregen ist der Wasserstand etwas höher, außerdem ist das Wasser trüber, dann beißen die Fische besser. Marco favorisiert auch die frühen Abendstunden, hier können die Fische einen nicht so schnell entdecken. Ralf bietet immer einen Naturköder an. "Ich ziehe einen halben Tauwurm auf den Haken und ab und zu biete ich als Beißreiz einen zusätzlichen roten Wollfaden an. Am Anfang des Vorfaches montiere ich drei große Perlbleie, die den Köder weit unten halten. Ich suche mir dann einen tiefen Kolk und biete den Köder mitten in der Strömung am Anfang des Kolkes an. Das Blei hält den Köder direkt über Grund und der Wurm tanzt in der Strömung. Jetzt warte ich ca. 15 - 20 Min. bevor ich den Kolk wechsel. Wenn eine Meerforelle hier ihre Unterstand hat, kann sie über kurz oder lang nicht wiederstehen," so Ralf. Konzentration für einen schnellen Anhieb und die anschließende Rutenführung sind wichtige Garanten für einen erfolgreichen Fang. Marco angeln immer mit Kunstköder, empfehlen kann er einen kleinen Wobbler von Balzer. "Der Wobbler wird an ein ca. zwei Meter langes monofiles Vorfach (Fluora Carbon 30 mm) direkt mit einem Albrightknoten an die geflochtene Hauptschnur gebunden (ohne Wirbel läuft der Wobbler besser, hier eine kleine Schlaufe knoten).
Auch ich suche mir die tiefen Kolke, weil die Meerforellen hier ihren Unterstand haben. Der Wobbler wird über den Kolk geworfen und mit unterschiedlicher Geschwindigkeit langsam eingeholt. Mit einer Poolbrille ann man die Nachläufer besser sehen. Wenn der Biss kommt, ist ein kräftiger Anhieb nicht so wichtig wie bei Ralf, weil beim Angeln mit Kunstköder sich die Fische häufig selbst haken. Aber für die erste Flucht muss ich auch gerüstet sein. Auch hier ist die Feineinstellung der Bremse äußerst wichtig. Die Großsalmoniden gehören wirklich zu den großen Kämpfern," schwärmt Marco.
Ralf Gottwald und Marco Kuhn
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