Werder und ich

Ich stimme der Theorie von Nick Hornby („Fever Pitch“) zu, nach der man sich „seinen“ Verein nicht aussucht, sondern dass er einem „gegeben“ wird (von wem auch immer ;-). Ich kann mich absolut nicht an einen Moment erinnern, in dem ich bewusst beschlossen habe, doch ab jetzt mal eben Werder-Fan zu werden. Man könnte natürlich sagen, dass schon die geographische Nähe dazu führt, aber so einfach ist das nicht. Dazu gibt es hier oben zu viele Bayern-Fans; und außerdem müsste ich dann doch zumindest ein klitzekleines Fünkchen Sympathie für den HSV hegen. Tue ich aber nicht.
Seit ich weiß, was ein Ball ist und wie das mit dem Fußball und der Bundesliga so funktioniert, bin ich grün-weiß. Die ersten Jahre, in denen ich die Bundesliga verfolgt habe (etwa nach der WM 1974), waren von der Frage geprägt, ob Werder den 15. Tabellenplatz nach dem Spieltag halten konnte oder auf die Abstiegsplätze durchsackte. Komischerweise konnten sie fast immer, jedenfalls zum Saisonende. Bis zum Jahr 1980. Ich war 13 und saß heulend in meinem Zimmer, als in meinem Kofferradio der Abstieg meines Vereins in die Zweite Liga besiegelt wurde.

In der folgenden Zweitliga-Saison mussten die Bremer weitgehend ohne meine Unterstützung auskommen, weil ich mich vorübergehend mit dem aufstrebenden, in der gleichen Klasse spielenden VfB Oldenburg beschäftigte und dort auch fast jedes Heimspiel besuchte. Wegen der Verkleinerung der Liga trennten sich die Wege der beiden Vereine aber wieder, und der VfB musste zurück ins Amateurlager.

Die Saison 1980/81 endete bekannterweise mit dem souveränen Aufstieg des SV Werder, der Trainer hieß inzwischen Otto Rehhagel, und der Rest ist Geschichte.

Etwa seit 1986 fahre ich regelmäßig ins Weserstadion zu den Heimspielen, und seit gut zehn Jahren habe ich eine Dauerkarte. Ich habe die „Wunder-Spiele“ im Europapokal gegen Dynamo Berlin, den SSC Neapel und den RSC Anderlecht gesehen und war bei den beiden (gewonnenen) Pokalendspielen 1991 und 1994 in Berlin.

Offizielle Werder-Homepage

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