Freundeskreis P.August Benninghaus SJ

Pater August Benninghaus SJ wurde am 7. November 1880 in Druchhorn geboren. Nach dem Besuch der Höheren Bürgerschule in Ankum besuchte er 3 Jahre lang das Gymnasium Carolinum in Osnabrück. Am 26.4.1900 trat er in das Noviziat der Jesuiten in Blijenbeek/Niederlande ein. In Deutschland war derzeit der Jesuitenorden verboten. Nach Abschluß des Noviziats studierte er ab 1902/03 in Valkenburg Philosophie und Theologie. Hierauf schickte ihn der Orden als Lehrer nach Indien. Hier wirkte er 4 Jahre an der St.-Xaver-High-School in Bombay. 1911 kehrte er wieder in das Jesuiten-Kolleg nach Valkenburg zurück und wurde dort am 24. August 1913 vom Kölner Erzbischof Kardinal von Hartmann in Anwesenheit seiner Eltern zum Priester geweiht. 1914 wurde er von seinem Oberen nach England gesandt. Beim Austausch von Kriegsgefangenen (der Jesuitenorden wurde wieder in Deutschland zugelassen) kam er 1916 nach Deutschland zurück. Hier stellte er sich freiwillig dem Heeresdienst und wurde als Feldgeistlicher an die mazedonische Front geschickt. Nach Kriegsende wurde er mit der Betreuung der Jugendverbände und mit der Seelsorge an einem Krankenhaus in Köln-Deutz beauftragt. Im Jahre 1924 übertrug ihm der Orden das Amt eines Exerzitienmeisters. Als solcher wirkte er in Niederkassel am Rhein, Münster/Westf. und im Kloster Bethlehem bei Bergheim/Erft. Danach war er 2 Jahre als Volksmissionar in Hannover tätig. 1928 wurde er in Münster Diözesanpräses der Männergemeinschaften. Bis 1941 wirkte er als Exerzitienmeister und Volksmissionar im Kettelerheim in Münster.

Sein offenes Wesen brachte ihn unausweichlich in Konflikt mit der Gestapo. Bereits während einer Gebetswoche 1934 in Ankum musste sich Pater Benninghaus wegen einer Predigt vor dem NSDAP-Ortsgruppenleiter verantworten. Nach dem Buß-und Bettag 1938 wurde wegen abfälliger Bemerkungen über den Nationalsozialismus ein Strafverfahren (wegen Vergehens gegen das Heimtückgesetz) gegen Pater Benninghaus eingeleitet. Er hatte geäußert, daß die Kirche schon viele Reiche überdauert habe. Das beim Dortmunder Sondergericht angestrengte Verfahren endete mangels Beweisen am 25.10.1939, was für die Gestapo eine Niederlage bedeutete. Ein anderes Verfahren (P. Benninghaus hatte in einer Predigt über das moderne Neuheidentum gesprochen) wurde ebenfalls aus Mangel an Beweisen eingestellt. Doch am 27. Juni 1941 wurde er abermals von der Geheimen Staatspolizei in Münster verhaftet. Zusammen mit dem Jesuiten Albert Maring wurde er nach Bochum gebracht und später in das Polizeigefängnis Herne eingeliefert. Er soll, wie man später erfuhr, bei einem Exerzitienkurs für Einberufene (Militärdienst) im Ascheberger Katharinenstift angeblich staatsfeindliche äußerungen von sich gegeben haben, was ein bestellter Spitzel verriet. Von Herne aus wurde er in das Konzentrationslager Sachsenhausen verlegt. Dort wurde er von zwei SS-Männern derart geprügelt, daß er stürzte und auf eine Tischkante aufschlug. Dabei erlitt er eine Gehirnerschütterung, von deren Folgen er sich bis zu seinem Tode nicht erholte.

Am 11. März 1942 wurde Pater Benninghaus in der vorösterlichen Zeit in das KZ Dachau verlegt, wo damals die katholischen Priester in einem sogenannten Sonderblock zusammengezogen wurden. Von den Ordensleuten gehörten etwa 25 Prozent dem Jesuitenorden an.
Besonders hart traf ihn der Ausspruch des Lagerführers: "Das deutsche Volk hat euch ausgestoßen". Er war doch Deutscher und überzeugter Diener Gottes zugleich. Zeugen berichten, er habe am Karfreitag auf die 3. Etage der Bettkiste steigen müssen. Von dort sollte er das Lied "O Haupt voll Blut und Wunden" singen. Völlig entkräftet hat er es nach vielen Schlägen mit schwacher Stimme schließlich getan. Pater Benninghaus war nicht im Priesterblock 26, sondern im Block 24/1. Dieser war im Mangeljahr 1942 zusätzlicher Invalidenblock. Das bedeutet, daß Pater August zur Vergasung in Schloß Hartheim bei Linz vorgesehen war. Infolge Hungers und Schwäche verschlechterte sich sein körperlicher und geistiger Zustand immer mehr, bis er schließlich in das Krankenrevier eingeliefert wurde. Andere Geistliche konnten ihm noch heimlich die hl. Kommunion bringen.

Am 20. Juli 1942 ist er verhungert, nicht ganz 62 Jahre alt.
Am 31. August 1942 wurde eine Urne mit Asche zum Pfarramt nach Ankum geschickt. Sie wurde auf dem Ankumer Friedhof beigesetzt. Ob es sich wirklich um den eingeäscherten Leichnam des Paters handelt, wird bezweifelt. Auf seinem Grabmal stehen die Worte : "Märtyrertod Dachau".
Die Gemeinde Ankum hat zur Ehre und Mahnung eine Straße am Ortseingang von Ankum nach Pater Benninghaus benannt.

Literatur