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Gebärdensprache
- was ist das?
Gebärdensprachen sind eigenständige,
vollwertige Sprachsysteme, die Gehörlose in
ihren verschiedenen nationalen und regionalen
Gehörlosengemeinschaften untereinander
ausgebildet haben. Anders als die
akustisch-auditiv verfahrenden Lautsprachen
werden die Gebärdensprachen visuell-motorisch
realisiert. Sie sind nicht mit den nonverbalen
Kommunikationsmitteln Hörender identisch
(Körpersprache), sondern ausdifferenzierte
Zeichensysteme, die über ein umfassendes Lexikon
und eine komplexe Grammatik verfügen.
.Wie geht das?
Für die Kommunikation unter Gehörlosen gelten
die folgenden allgemeinen Bedingungen:
Die Verständigung folgt anderen als den in der
Lautsprache üblichen Konventionen bzw.
grammatischen Regeln. Das gesamte sichtbare
Ausdrucksrepertoire des Körpers (Hände, Arme,
Oberkörper, Kopf, Gesicht) wird ausgeschöpft.
Mitteilungen sind vorzugsweise visuell eindeutig
und prägnant. Die räumliche Dimension der
körperlichen Darstellung spielt dabei eine
besondere Rolle.
Eine gewachsene Sprache
Häufig wird fälschlicherweise angenommen,
Gebärdensprache sei eine universale Sprache und
meistens geht dies mit der irrigen Vorstellung
einher, bei der Gebärdensprache handele es sich
um eine bewusst konstruierte und eingeführte
Sprache.
Tatsächlich jedoch sind die verschiedenen
Gebärdensprachen wie gesprochene Sprachen auch
in bestimmten Benutzergemeinschaften
naturwüchsig entstanden und unterscheiden sich
von Land zu Land. Mit der Bezeichnung
"Deutsche Gebärdensprache" (DGS)
grenzen die Gehörlosen Deutschlands ihre
Gebärdensprache von anderen Gebärdensprachen
wie etwa der Französischen, Britischen oder
Amerikanischen Gebärdensprache ab. Zwischen den
verschiedenen nationalen Gebärdensprachen
bestehen erhebliche Unterschiede hinsichtlich der
Form und Verwendung von Gebärden. Angesichts der
nonverbalen Basis aller Gebärdensprachen können
andererseits gewisse grundsätzliche
Ähnlichkeiten nicht überraschen. Wie bereits
erwähnt, ist die Deutsche Gebärdensprache
dialektal gegliedert, d.h., in unterschiedlichen
Regionen Deutschlands werden gleiche Inhalte zum
Teil mit unterschiedlichen Gebärden bezeichnet.
Deutsche
Gebärdensprache
mit eigenen Regeln
Die innerhalb der deutschen
Gehörlosengemeinschaft gewachsene
Gebärdensprache folgt eigenen Regeln, die sich
von den Regeln der gesprochenen deutschen Sprache
deutlich unterscheiden. Im Mittelpunkt der
gebärdensprachlichen Verständigung stehen die
Gebärden, die konventionellen Handzeichen
Gehörloser also, aber auch Mimik,
Körperausdruck und tonlos gesprochene Wörter
sind von großer Bedeutung.
Gebärden werden zu Folgen und
Sätzen verknüpft, die eine ganz andere
Reihenfolge und einen ganz andern Aufbau haben
als bedeutungsgleiche Sätze der Lautsprache.
Satzarten (Aussagesätze, Fragen, Befehlssätze)
werden mimisch markiert. Beziehungen zwischen
Satzteilen (Subjekt, Objekt) werden durch die
Ausführungsrichtung der Verbgebärde
gekennzeichnet.
Personen und Objekte werden im
Gebärdenraum platziert und stehen für weitere
Bezugnahmen zur Verfügung. Räumliche
Verhältnisse werden durch eine analog räumliche
Darstellung der Hände wiedergegeben. Der
Bewegungsaspekt vieler vorgangsbezeichnender
Gebärden kann modifiziert werden, um die
Verlaufsweise eines bestimmten Vorgangs zu
charakterisieren."
Diese Informationen wurden
den Informationsschriften des SIGNUM-Verlages
"Eine Minderheit verschafft sich
Gehör" und "Hörgeschädigte
Kinder-gehörlose Erwachsene" entnommen. Nachzulesen beim Deutschen Gehörlosenbund
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Diese Gebärde bedeutet
"Gott"

Gebärdensprach-
dolmetscher
Patrick George
bei einem Open-Air-Gottesdienst

Diakon Holger Meyer aus Cloppenburg beim Vortrag
in DGS
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