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Schulzentrum Süd Delmenhorst
Die Schule im Spiegel der Presse


Weser Kurier, Sonnabend, 3. Februar 2001
Per Computer in die Arbeitswelt

Hauptschule Süd nimmt an zweijährigem Projekt der Universität Oldenburg teil
Redakteur Gerd Weber

Delmenhorst. Der Computer ist Alltag geworden an der Hauptschule Süd: Die Schüler, und da vor allem die Mädchen, chatten gern, dürfen sich sogar eigene Email-Adressen zulegen und im Computerraum nach der eingegangenen elektronischen Post gucken. Und seit wenigen Tagen nimmt die Hauptschule an einem vom Arbeitsamt geförderten Projekt der Universität Oldenburg teil. Neun Schulen aus dem Weser-Ems-Bezirk machen mit, die Hauptschule Süd als einzige in Delmenhorst.

Bei diesem Projekt soll ein von der Universität Oldenburg entwickeltes Konzept zur systematischen Vermittlung von Medienkompetenz getestet werden. Das pädagogische Programm beginnt mit der Bedienungsanweisung für die Geräte und führt über Textverarbeitung, Tabellenkalkulationen und Dateiverwaltung bis zu Bildverarbeitung und Anfertigung technischer Zeichnungen sowie Internetnutzung. Von dem Projekt verspricht sich Günter Bembenek zugleich eine bessere Vorbereitung der Hauptschüler auf die Arbeitswelt. Es sollen daher auch Möglichkeiten zur Vorbereitung von Betriebspraktika am Computer getestet werden. Günter Bembenek, an der Hauptschule Süd für den Computereinsatz im Unterricht zuständig, sieht in diesem Konzept einen ersten systematischen Ansatz zur Verbindung von Bediener- und Anwenderkompetenz. Dabei legt die Universität Wert darauf, dass ganze Klassen und nicht nur ausgewählte Arbeitsgemeinschaften an dem Projekt teilnehmen. Dadurch ist ein repräsentativer Querschnitt der Schülerschaft gewährleistet. Das Projekt läuft über zwei Jahre. Günter Bembenek und seine Kollegen Friedhelm Kempe und Karin Bohle-Lawrenz werden in zwei Klassen, einer achten und einer neunten, das von der Universität entwickelte Konzept im Unterricht testen. Zwei Unterrichtsstunden in der Woche sind dafür vorgesehen. Die Hauptschule Süd wird nach der Auswertung ihre Erfahrungen allen Delmenhorster Schulen zur Verfügung stellen.

Die Hauptschule Süd und ihre Lehrer haben viel Eigenarbeit in die Computerausstattung gesteckt, bishin zur eigenhändigen Verlegung eines Laminat-Fußbodens im Computerraum. Es wurde, wie Günter Bembenek erläutert, bewusst Wert gelegt auf eine ansprechende behagliche Gestaltung des Raumes mit individuellen Arbeitstischen aus hellem Holz, Gardinen und Kunstwerken der Schüler an den Wänden.

PC-Führerschein möglich

Unterweisung am Computer spielt gerade in Hauptschulen eine große Rolle, da man nicht davon ausgehen kann, dass die Schüler selbst einen Rechner besitzen. Die Jugendlichen können einen PC-Führerschein erwerben, auf dem ihnen die Fähigkeiten schwarz auf weiß bestätigt werden. Im Unterricht findet der Computer vor allem in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik, Geographie und Arbeitswelt und Technik statt. Im Internet suchen die Schüler nach Material für Referate, das macht den Jugendlichen mehr Spaß als das Nachschlagen in Büchern, wie Günter Bembenek berichtet. Dabei herrscht ein Grundsatz an der Hauptschule Süd: Die Lehrer stehen nicht dauernd hinter den im Internet surfenden Schülern. Man müsse, so Bembenek, den Jugendlichen die Freiheit lassen, sich ihre eigene Welt aus dem Internetangebot zu wählen.
Gute Erfahrungen hat die Hauptschule Süd mit dem Einsatz des Computers im Förderunterricht gesammelt. Ende letzten Jahres wurde für den Förderunterricht ein kleiner Computerraum mit sechs Arbeitsplätzen eingerichtet. Gerade bei der Förderung von Schülern, die nicht so gut Deutsch sprechen, leisten Computer und speziell für diesen Zweck angeschaffte Software gute Dienste.

Für die Zukunft hat die Hauptschule Süd einen Wunsch: Sie möchte gern die Demonstrationsmöglichkeiten im Computerunterricht verbessern. Derzeit sind die Lehrer bei Einweisungen und Programmvorstellungen einzig und allein auf ihre Stimme angewiesen, es fehlen technische Geräte wie Beamer, die ein Computerbild auf eine Leinwand projizieren. Für die Anschaffung braucht man aber Sponsoren.