18.11.2008: Gemeinde Lastrup richtet einen Jugendtreff ein
Autor: Matthias Ellmann, Münsterländische Tageszeitung
Die Gemeinde Lastrup, das Schulzentrum und das Caritas-Sozialwerk (CSW) bauen ihre Zusammenarbeit aus. Bürgermeister Jürgen Focke, Schulleiterin Ursula von der Beeke und CSW-Bereichsleiter Klaus Karnbrock unterzeichnen jetzt einen entsprechenden Kooperationsvertrag. Dieser sieht die Beschäftigung des Diplom-Sozialarbeiters/Sozialpädagogen Daniel Obuch mit jeweils knapp 20 Wochenstunden an der Schule und in der Jugendarbeit der Gemeinde vor. Obuch soll unter anderem den Jugendtreff leiten, den die Gemeinde Anfang nächsten Jahres in einem etwa 60 Quadratmeter großen Nebenraum der kleinen Turnhalle auf dem Schulgelände einrichten wird. Bereits seit einem guten Jahr wird an der Haupt- und Realschule das Projekt zur Profilierung der Hauptschule durch das Caritas-Sozialwerk umgesetzt. Die Gemeinde Lastrup hatte sich als Schulträger anteilig an dem Projekt beteiligt. Neben den dafür vorgesehenen 20 Wochenstunden hatte Obuchs Vorgängerin, die Sozialpädagogin Marion Emken, zehn Wochenstunden in der Jugendarbeit der Gemeinde geleistet. Eine von ihr im Rahmen dieser Tätigkeit durchgeführte Umfrage unter Lastruper Jugendlichen hatte einen deutlichen Bedarf für einen Treffpunkt ergeben. Diesen Jugendtreff will die Gemeinde jetzt einrichten. "Dann haben die Jugendlichen endlich ein Dach über dem Kopf", sagte Bürgermeister Jürgen Focke und verwies darauf, dass erste Gespräche über einen solchen Treffpunkt bereits vor knapp 15 Jahren gelaufen seien. Zwar sei Lastrup Vereins- und Verbandsmäßig gut aufgestellt, doch gebe es immer wieder Jugendliche, die sich nicht einem Verein anschließen wollten. "Die sind dann hier immer an oder hinter der Turnhalle, weil es keinen Jugendtreff gibt", meinte Jürgen Focke, der das neue Angebot als eine Ergänzung zu dem schon vorhandenen Vereinsangebot sieht. Der Jugendtreff solle Lücken im schon vorhandenen Angebot schließen. Zentraler Standort und Besetzung der Stelle seien optimal, weil Daniel Obuch viele der Jugendlichen bereits über seine Arbeit im Hauptschulprofilierungsprojekt kenne. Der Sozialpädagoge müsse die Jugendlichen in die Gestaltung des Jugendtreffs mit einbinden. "Die Jugendlichen sollen sich mit diesem Treffpunkt identifizieren und sich hier wohlfühlen", sagt Obuch. Was genau inhaltlich im Jugendtreff passiert, richtet sich auch nach den Interessen der Nutzer. Vorstellen kann sich der 29- Jährige unter anderem auch pädagogische Angebote in der Zusammenarbeit mit der Schule. Wichtig sei aber erst einmal, "dass ich da bin und als Ansprechpartner zur Verfügung stehe".
Unterzeichneten gestern den neuen Kooperationsvertrag: Bürgermeister Jürgen Focke, Schulleiterin Ursula von der Beeke und Caritas-Bereichsleiter Klaus Karnbrock (von links nach rechts). Den neuen Jugendtreff und das Hauptschulprofilierungsprojekt leiten wird der Diplom-Sozialarbeiter/ Sozialpädagoge Daniel Obuch (stehend).
Foto: Matthias Ellmann, MT
Hintergrund: Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind für Jugendliche mit Hauptschulabschluss gering. Hauptziel des Profilierungsprojektes ist es daher, für die Hauptschüler den Übergang von der Schule in den Beruf durch ergänzende sozialpädagogische Angebote und Maßnahmen zu verbessern und ihnen somit bessere Startchancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu verschaffen. Ein weiterer Aspekt ist, die Hauptschule in der Außenwirkung zu stärken und Vorurteile gegen diese Schulform abzubauen. Im Besonderen sollen die Schüler im Beriech der Persönlichkeit gestützt werden und grundlegendes berufliches Grundwissen vermittelt bekommen. Eine starke Vernetzung mit anderen Schulen, Betrieben, Vereinen, Institutionen und Jugendhilfeorganisationen ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Auch die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit wird intensiviert, um den Jugendlichen mögliche Perspektiven einer Berufsorientierung, Betriebsbesichtigungen, Praktikumsbegleitung, Bewerbungstraining, Kommunikationstraining und vieles mehr anzubieten. Die Arbeit wird jeweils auf den Bedarf der Schüler abgestimmt. Das Caritas-Sozialwerk ist im Landkreis Cloppenburg insbesondere Träger von Betreuungsdiensten im Aussiedler- und Ausländerbereich und im Bereich der Jugendberufshilfe.