Wenn man nicht den Platz oder die Möglichkeiten hat, einen Antennenturm mit Log-Per-Yagis von Mittelwelle bis zum UKW-Band aufzubauen, dann sollte man sich mit einer kleineren, aber feinen Antennenform anfreunden: Der
Sie ist kompakt, günstig und leicht zu bauen. Viele Hobbyfreunde waren schon überrascht, wie erfolgreich sie mit dieser ungewöhnlichen Bauform DXen konnten !
Der Übergang von der "Ring-" zur
"Rahmenantenne" ist fließend. Für Mittelwellenempfang hat die Antenne
mehrere Windungen (Rahmenantenne), für Kurzwelle nur einen oder
zwei Ringe. Die Begriffe werden nebeneinander verwendet und bezeichnen
letztlich dieselbe Antennenform.
Vorteile:
Relativ wenig Platzbedarf, funktioniert
auch innerhalb von Gebäuden, billig in der Herstellung, Richtwirkung,
sehr schmalbandig (fängt wenig Müll ein)
Nachteile:
Weniger Signalspannung am Empfängereingang, ein zusätzlicher Abstimmknopf zu bedienen (die geringere Signalspannung wird aber durch die hohe "Güte" des Schwingkreises mehr als aufgewogen).
...
1. Kurzwellenringantenne (3.5 - 16 MHz):
Sie besteht aus zwei Windungen mit Durchmesser
40cm, Material ist Bremsschlauch (Kupferrohr, Dicke 4,75mm,
aus dem Autozubehörhandel; geeignet ist
auch "Erdungskabel", das grün-gelbe aus dem Fachhandel). An
den offenen Enden ist ein alter Rundfunkdrehko 500pF zum Abstimmen von
Hand. Zum Empfänger kommt das Signal über Koaxkabel, das wie
eine Schleife in den Windungen hängt (Koppelspule oder auch Koppelschleife).
Die Koppelspule, also die aus Koaxkabel
hergestellte Schleife, nimmt das Signal vom Ring und transportiert es über
das Koax zum Empfänger. Die Übertragung vom Ring in die Schleife
erfolgt 'induktiv', wie bei einem Transformator von Windung 1 auf Windung
2. Der Ring aus Draht/Rohr ist durch die Abstimmung mit dem Drehko auf
eine ganz bestimmte Frequenz eingestellt und damit ein 'Schwingkreis' geworden
(Spule und Kondensator). Die Energie dieses Schwingkreises mit einer bestimmten
Frequenz wird durch die Koppelspule aufgegriffen (induktiv, s.o.) und einfach
nur weitergeleitet. Die Abmessungen der Koppelspule sind nicht kritisch,
Faustregel = 1/5 des Ringdurchmessers. Sie muss sich irgendwo innerhalb
des Rings befinden; egal, ob oben, unten, links, rechts, Mitte

An
der oberen Seite der Koppelspule wird nur die Abschirmung des Koax auf
einer Länge von etwa 3 cm entfernt (im linken Bild unter dem blauen
Klebeband; vorsichtig mit einem Messer, damit nur die Außenhülle
des Koax und das Geflecht entfernt werden, aber die Isolierung des Innenleiters
weitgehend erhalten bleibt) und keine Verbindung von Innen- und Außenleiter
hergestellt.
Am Ende der Schleife werden Innenleiter und Abschirmung mit der Abschirmung (aber nicht mit dem Innenleiter) verbunden. Das Koaxkabel muss nicht mit dem Kondensator verbunden werden. Der Frequenzbereich lässt sich vermindern, wenn ein dritte Windung hinzugefügt wird.
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2. Mittelwellenrahmenantenne (500 kHz - 2 MHz):
Sie besteht aus acht Windungen mit Kantenlänge 40cm, Material ist Kupferdraht (Durchmesser 1 mm, nicht kritisch). An den offenen Enden ist ein alter Rundfunkdrehko 500pF zum Abstimmen von Hand. Zum Empfänger kommt das Signal über Zweidrahtleitung (sogenannte Hühnerleiter, 'Wireman' aus USA), das als Koppelspule oder auch Koppelschleife über den Windungen befestigt wird. Ein Draht der Zweidrahtleitung wird an den "hochohmigen" Eingang, der andere an den Erdanschluss des Empfängers geklemmt (funktioniert hier mit alten Yaesu-Empfängern prima und ermöglicht auch noch guten Empfang im 160-Meter-Band der Funkamateure).

Diese
Bauform hat eine ausgeprägte Richtwirkung. Es ist möglich, selbst
starke europäische Sender auszublenden und auch Störungen durch
Interferenzen oder Nachbars PC zu beseitigen. Der Holzständer trägt
die drehbare Antenne und eignet sich gleichzeitig als Ablage von griffbereiten
Frequenzlisten und Handbüchern.