Lothar Kolmer- Machtspiele

Bayern im frühen Mittelalter

Den ersten Fremdenverkehrsprospekt Bayerns hat wohl der Freisinger Bischof Arbeo im 8. Jh. verfasst. Nach ihm glich Bayern einem Land, in dem paradiesische Zustände herrschten: Es gab "Silber und Purpur im Überfluss, die Männer waren....... auf Nächstenliebe und Sitte gegründet. Das Erdenreich brachte üppige Saaten hervor, und der Erdboden schien von Vieh und Herden aller Art fast bedeckt zu sein. Arbeos idyllisches Bild vom frühen Bayern bekommt mehr als nur einen Sprung, sieht man genauer hin, trägt alle Aspekte zusammen, lässt die Quellen sprechen. Dies tut Lothar Kolmer in seiner vorliegenden Zusammenschau der Zeit von 500 bis 900. Er erzählt die Ereignisse nicht einfach chronologisch nach, sondern stellt - ganz im Sinne moderner Geschichtsschreibung - anhand von Spannungsfeldern die politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, religiösen und kulturellen Verhältnisse dar. Schnell wird klar, die Zustände im Land waren alles andere als paradiesisch.

Name, Herkunft, Stammesbildung, Expansion und neue Nachbarn, Herzöge und Bischöfe, Wandel und Handel .... eine ausführliche Arbeit.

 

 

 

Martin Kuckenburg- Vom Steinzeitlager zur Keltenstadt

Siedlungen der Vorgeschichte in Deutschland

Anhand ausgewählter Fundstätten in vorgeschichtlichen Siedlungen stellt Martin Kuckenburg in leicht verständlicher Sprache die Methoden und Ergebnisse der Siedlungsarchäologie in Deutschland vor. Dabei nimmt er die Untersuchungen der naturwissenschaftlichen Disziplinen, z.B. Geologie, Zoologie und Botanik, zu Hilfe. So ist ein Überblick über die Siedlungsformen vom Lagerplatz der Frühmenschen vor 300000 Jahren über die keltische Stadt bis zu den germanischen Siedlungen der römischen Kaiserzeit entstanden. Ein eigenes Kapitel ist dem germanischen Siedlungswesen gewidmet. Hier geht der Autor besonders auf die Kontakte zwischen der germanischen Welt und dem Römischen Reich in der Kaiserzeit ein.

 

 

 

Franz Kurowski - Die Friesen- Das Volk am Meer

Die Geschichte der Friesen ist in ihrer Dramatik und faktenreichen Fülle ein erregendes Dokument deutscher Geschichte. Von den Römern geachtet und gefürchtet lebten sie an der südlichen Nordseeküste. Sie verteidigten ihr Land gegen alle fremden Eindringlinge. Zuerst gegen die Römer, dann gegen die Franken und schließlich gegen die Normannen. Ihrem größten Feind - der ewig wütenden See - rangen sie ihr meernahes Dasein ab. "Gott schuf das Meer- der Friese die Küste !" Ein wahres Wort, das ihr Ringen um den Erhalt ihres Landes gegen den "Blanken Hans" anzeigt. Herzöge, Könige, Häuptlinge, Grafen und Fürsten und wieder Könige standen an der Spitze des Landes. Die Friesen zogen nicht nur als Kaufleute und Forscher, sondern auch als Abenteurer und Seefahrer hinaus. Ihre Koggen wurden jenen der Hanse zum Vorbild. Friesische Häuptlinge versammelten sich unter dem Upstalsboom, die Theelacht, nunmehr 1100 Jahre alt, ist heute noch eine funktionierende Gemeinschaft der Friesen. In diesem Buch wird sie lebendig, die 2000jährige Geschichte eines Volkes, das von jeher seine Eigenständigkeit bewahren konnte.

 

 

 

Renate Ludwig - Kelten, Kastelle, Kurfürsten

Archäologie am unteren Neckar

Der reich bebilderte Band zeigt viele bisher unveröffentlichte Funde und bietet so einen umfassenden Überblick über 600000 Jahre Leben am unteren Neckar. Vom ältesten Menschenfund auf europäischem Boden über die Herrschaft von Kelten und Römern bis hin zum Untergang der kurpfälzischen Residenzstadt Heidelberg. Die zweihundert Jahre der Römerherrschaft werden besonders ausführlich behandelt. So erfährt man vom Heerwesen, dem Straßenwesen, der Verwaltung, Wirtschaft und Religion in der Römerzeit.