Über das Singen

Singen macht die Abwehr fit

Wer gern und viel singt, schützt sich vor Infektionen (z. B. Erkältung). Forscher der Frankfurter Uni fanden heraus: Singen stärkt (wie z. B. Sport) das Immunsystem. Nach Chorproben stieg bei den Sängern der Anteil bestimmter Antikörper im Blut.

 

  

 

 

 

 

Starke Stimmen

von Jazz, Pop, Swing bis Klassik: Frauenchöre erleben einen neuen Boom. Denn Singen im Team macht locker, glücklich, sexy, fit. Und schafft ein tolles Gemeinschaftsgefühl.

22 % der Deutschen singen gern und viel, 15 Prozent sind nach einer Emnid-Umfrage Gesangsmuffel. 51 % der Deutschen singen laut einer Emnid-Studie mit, wenn sie im Radio ein bekanntes Lied hören.

... Singen ist Trend, das hat auch der Boom der Casting-Sendungen im Stil von 'Deutschland sucht den Superstar' gezeigt. Und längst gibt es moderne Alternativen zu Gesangverein und Kirchenchor - unter den mittlerweile 49 000 deutschen Chören ist für jede Altersgruppe und jeden Musikgeschmack etwas dabei. Immer öfter singen die 1,4 Millionen aktiven Chormitglieder das, was ihrem musikalischen Herzen am nächsten liegt: Jazz und Pop. Dabei dürfen die Ansprüche ruhig hoch sein - die des CD-verwöhnten Publikums sind es auch. Die 'Singkrise', von der man noch vor einigen Jahren sprach, wird in Deutschland langsam überwunden. 

Vor allem Frauen begeistern sich fürs gemeinschaftliche Singen: 1995 waren 6,6 % Mitglied in einem Chor, fünf Jahre später hat sich der Anteil schon auf 8 % erhöht. Besonders beliebt sind reine Frauengruppen. Nicht nur aus musikalischen Gründen. Beim Chorsingen geht es auch ganz stark ums Gemeinschaftsgefühl. ...

Nicht jedem fällt es leicht, seine Singstimme zu benutzen; "Die Stimme ist das persönlichste Merkmal eines Menschen und sehr eng mit dem Körper und der Seele verbunden" erklärt die Musiktherapeutin Annette Cramer. "Wer singt, gibt also sein Innerstes preis." Deshalb genieren sich auch so viele Menschen beim Singen. Laut der Uni Braunschweig haben schon Dreijährige Hemmungen. ... Werden diese Kinder älter, denken sie oft, sie seien unmusikalisch. "Dabei gibt es das eigentlich nicht" sagt Cramer. "Wer bei Musik etwas empfindet, ist musikalisch." Und schließlich habe jeder seine Singstimme schon erprobt: "Als Baby probieren wir alle Möglichkeiten der Lautmalerei aus."

... Selbst wenn sie nur beim Autofahren lauthals mitträllern oder gegen ihr Duschradio ansingen: Sie tun Ihrem ego etwas Gutes - und Ihrer Fitness. Denn die Körperspannung beim Singen macht sich auch in Bauch und Waden bemerkbar. ...

aus: Freundin 20/2005 v. 31.8.05