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Seit geraumer Zeit plant die Stadt Sulingen den Bau einer nördlichen Entlastungsstrasse welche das Gewerbegebiet Ost an der Bundesstrasse 214 mit der Landesstrasse 202 verbindet. Im Herbst 2005 wurde mit dem Bau begonnen, die neue Strasse schneidet sowohl die Bahnstrecke Sulingen-Nienburg wie auch die Verbindung Richtung Bassum. Aus der folgenden Zeichnung werden die Planungen ersichtlich, Strassen sind rot dargestellt, Eisenbahnlinien schwarz:

(Zeichnung: Michael Rösel)

an den Schnittpunkten mit den Strecken Sulingen-Bassum und Sulingen-Nienburg wurden die Gleise kürzlich unterbrochen:
Hier nun die aktuellen Bilder der Unterbrechung: Sulingen-Bassum

Blickrichtung Bassum


die Trasse der neuen Strasse mit Blick Richtung Osten, links schwach erkennbar das Gleis Richtung Bassum, rechts ein paar aufgetürmte Schwellen.


nochmal die Schwellen und ein Stück Gleis, Blickrichtung Sulingen
Es bleibt nur die Hoffnung das hier ein Bahnübergang entsteht, denn eine dauerhafte Unterbrechung wäre der Anfang vom Ende für zukünftige Reaktivierungsabsichten! Diese sind absolut notwendig wenn man die Belastung der Bundesstrassen 61 und 214 (auch durch Mautflüchtlinge!) sieht. Im Frühjahr 2007 soll die Strasse fertig sein, über die weitere Entwicklung wird auf dieser Webseite berichtet!
Bilder von der Unterbrechung der Strecke Sulingen-Nienburg:

Blick aus Richtung Sulingen auf den zugeschütteten Einschnitt...........


....und der Blick vom Damm der Strasse auf die Weiterführung der Strecke Richtung Nienburg.

Damit dürften für diese Verbindung vollendete Tatsachen geschaffen worden sein, die Bahn ist im Bereich Harbergen
(zwischen den ehem. Bahnhöfen Siedenburg und Wietzen) auf ähnliche Weise schon unterbrochen worden, dort wurde für einen Wirtschaftsweg (!) welcher von wenigen Landwirten genutzt wird der Bahnschacht zugeschüttet.

Ergänzend dazu ein Artikel, der am 20.12.2005 in der Zeitung "Neue Westfälische" erschienen ist:
Rahden/Sulingen. Züge rollen auf Schienen. Klar. Wo keine Schiene liegt, kommt die Bahn nicht weiter. In Sulingen sind die Schienen weg - eine Wiederbelebung der Bahn von Rahden nach Bremen rückt damit in die Ferne.

Entlang des westfälischen Teils der Bahnstrecke von Bünde über Bassum nach Bremen ist auch während der vergangenen Monate an Plänen und Möglichkeiten gefeilt worden, wie denn die Bahnlinie ab Rahden wiederbelebt werden kann. Alles Makulatur?
Die Stadt Sulingen hat Fakten geschaffen. Zwischen der Bundesstraße 214 und der Landesstraße 202 wird eine Verbindungsstraße gebaut.
Gekappt worden ist dabei nicht nur die Linie nach Nienburg, sondern auch der Abschnitt nach Bassum. Einige Meter Gleis wurden herausgerissen, um die Trasse der Umgehungsstraße zu planieren. Der Ausbau der Schienen sei mit der Deutschen Bahn AG abgestimmt, betont Eckhard Seebode, Leiter des städtischen Planungsamtes.
Fakten, meint er, seien damit aber nicht geschaffen worden. Gleise und Straße lägen auf einem Niveau. Die Schienen ließen sich ja wieder einbauen. Warum das nicht gleich passiert? Man wisse nicht, ob und wenn ja wann etwas mit der Strecke passiere. Die Stadt baue sogar Leerrohre ein, wenn Kabel für die Signaltechnik gezogen werden müssten.
Die Stadt wolle den Bahnbetrieb aufrecht erhalten, so Seebode. "Aber wir können nur Wünsche äußern."
Die Strecken seien im Bereich der Straße entwidmet worden, so Bahnsprecher Hans-Jürgen Frohns. Die Stadt Sulingen habe aber die Auflage, dass bei einer Wiederbelebung der Bahn eine Kreuzungsmöglichkeit geschaffen werden müsse - und das bedeute den Bau einer Über- oder Unterführung.
Der neue Sulinger Bürgermeister Harald Knoop wird deutlicher. Man sei sich einig, dass es kaum Chancen auf eine Reaktivierung der Bahn gebe. Jeder fordere, dass der ländliche Raum besser an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angeschlossen werde. Wenn es aber drauf ankomme, dann fehle das Geld. Die Wiederbelebung des gesamten Sulinger Kreuzes solle immerhin 28 Millionen Euro kosten.
Ein "runder Tisch" zur Bahn könne einberufen werden - aber nicht auf Initiative der Stadt Sulingen. Von sich aus will Knoop auch kein Gespräch mit seinen westfälischen Amtskollegen suchen. Wenn die sich bei ihm meldeten, sei er zum Gespräch bereit.
Er habe den Eindruck, dass einige Kommunen in Niedersachsen offenbar kein Interesse haben, sagt Rahdens Bürgermeister Bernd Hachmann. Die Gemeinden Wagenfeld und Kirchdorf bemühten sich schon, seien aber in der Minderheit.
Deutlicher wird Hartmut Heinen, Wirtschaftsförderer im Mindener Kreishaus. "Wenn Gleise weg sind", sagt er, "dann ist es schwer, sie wieder hinzukriegen." In Sulingen seien Fakten geschaffen worden, die schwer wieder umzukehren seien. Wenn es dort den Willen nach einer Wiederbelebung der Bahn nicht gebe, müsse man das akzeptieren. Aus westfälischer Sicht sei die Trasse nach Bremen eine große Chance für den Güter- und den Personenverkehr gewesen, meinen Heinen und Landrat Wilhelm Krömer. So aber sei die Region "ein Stück weiter abgehängt worden", so Heinen. Die Entscheidung sei wenig vorausschauend, meint er mit Hinweis auf den erwarteten Anstieg des Güterverkehrs auch in Richtung des künftigen Tiefseehafens.
Sulingen hat Fakten geschaffen - das meint auch Michael Frömming, Geschäftsführer des Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Niedersachsen. Die Unterbrechung sei der Wiederbelebung nicht dienlich. An einem Strang hätten alle nur gezogen, als es um den Erhalt des Güterverkehrs zwischen Barenburg, Sulingen und Diepholz ging.
Alle Versuche, das Sulinger Kreuz wiederzubeleben, werden nach Einschätzung Frömmings scheitern, solange die Landesregierung in Hannover Stellschrauben an den ÖPNV in ländlichen Regionen ziehe. Den Ausbau des Schienenverkehrs in der Fläche habe Niedersachsen anders als NRW oder Rheinland-Pfalz von Anfang an nicht gewollt. Die niedersächsische Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) als Dienstleister des Landes setze die Politik der Landesregierung um. Die LNVG, meint Frömming, spiele eine ganz schlechte Rolle.
Für die Verwendung dieses Artikels vielen Dank an den Autor, Herrn Spreen-Ledebur von der neuen Westfälischen!

Kurz danach erschien in der Sulinger Kreiszeitung überraschenderweise folgender Beitrag:

"Bahnstrecke nach Bremen sollte reaktiviert werden"

SPD Rahden fordert Gespräche der Stadt wegen der Wiederbelebung der Linie Rahden - Bremen

Rahden (ao) Seit vielen Jahren fahren keine Züge mehr von Rahden über Sulingen und Bassum nach Bremen. Aber immer noch ist das Thema aktuell, viele wünschen sich eine Reaktivierung der Bahnlinie. So hat auch die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Rahden bei der Ratssitzung bei Planwagen Wiehe in Varl beantragt, dass die Stadt Gespräche mit den niedersächsischen Anligergemeinden führen soll.

Die Stadt sei bereits seit längerer Zeit zu diesem Thema aktiv, sagte Bürgermeister Bernd Hachmann. Da es eine länderübergreifende Maßnahme sei, könnten EU-Mittel  aus dem "Leader plus"-Programm in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen beantragt werden. Vertreter vom Kreis Minden-Lübbecke sowie beider Verkehrsministerien hätten sich auch schon zusammengesetzt und sich auch positiv zu dem Thema geäußert. Die niedrsächsische Seite habe sich jedoch eine Prüfung vorbehalten. Unterstützung dabei zugesagt hätten der Kreis Minden-Lübbecke sowie die Sulinger Landbahn, die auch für eine Wiederbelebung der Strecke werbe.

Vertreter des Kreises Diepholz wollten zunächst ihre Nachbarkommunen nach dem jeweiligen Interesse an der Bahnlinie befragen. Befürchtet werde, dass die Kaufkraft in Richtung NRW schwinden würde. Schon seit Monaten hätten die niedersächsischen Kommunen und die Landesnahverkehrsgesellschaft nicht mehr reagiert. Da müsse man am Ball bleiben, waren sich die Rahdener Ratsmitglieder einig. Je länger gewartet werder, desto mehr würden die Gleise zerfallen, teils wären die Gleise an Bahnübergängen schon zuasphaltiert worden.

"Einer Bahnanbindung in Richtung Bremen kommt auch aus der Sicht der Stadt Rahden eine hohe Bedeutung zu. In ihren Standortanalysen hatte unter anderem die Industrie- und Handwerkskammer auf eine schlechte überörtliche Verkehrsanbindung der Städte und Gemeinden im Lübbecker Land hingewiesen. Würde die Bahnlinie nach Bremen wiederbelebt, wäre dies ein immenser Gewinn und auch ein Standortvorteil für den Wirtschaftsstandort Rahden. Betriebe in den Industriegebieten Rahden-Ost und Preussisch-Ströhen könnten über die Schiene noch besser erschlossen werden", begründete die SPD in ihrem Antrag. "Für den Güterverkehr wird in den kommenden Jahren ein erheblicher Anstieg vorausgesagt, der auf den Strassen allein nicht zu verkraften ist. Auch im Stadtgebiet Rahden ist eine Zunahme des LKW-Verkehrs zu beobachten."

Anmerkung zu den Zeitungsberichten: das alles zeigt , wie sehr NRW an einer Reaktivierung interessiert ist. Das aus Niedersachsen bisher fast nichts kommt ist sehr bedauerlich, hier wird eine Chance für die Zukunft vertan!
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