Der Plytenberg in Leer - ein Buchtipp

Der Plytenberg ist ein künstlicher Hügel am westlichen Stadtrand von Leer/Ostfriesland. Er hat eine Höhe von etwa neun Metern. Heute wird angenommen, dass er im späten Mittelalter als Ausguck für die nahegelegene Festung Leerort am Zusammenfluss von Ems und Leda errichtet wurde. Vermutungen, er stamme aus früh- oder gar vorchristlicher Zeit, können nicht bestätigt werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Arbeitsgruppe Plytenberg des Heimatvereins Leer in dem von dem Archäologen Dr. Rolf Bärenfänger und dem Journalisten Norbert Fiks herausgegebenen Buch

"Der Plytenberg in Leer. Ein rätselhaftes Denkmal"
(Verlag Schuster Leer, 104 S., ISBN 3-7963-0316-1)
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Darin werden zunächst Lage und Gestalt sowie frühere archäologische Untersuchungen beschrieben. Die bereits vorliegenden Ergebnisse wurden ergänzt durch eigene Bohrungen der Arbeitsgruppe, die einige Fragen beantworten konnten, allerdings auch andere aufwarfen. Unterm Strich ist das Ergebnis eindeutig: Aufgrund seiner Größe und seines Erhaltungszustandes muss der Hügel viel jünger sein, als bisher angenommen. Die Bohrungen widerlegen zwar vor allem eindeutig Überlegungen, dort Reste einer mittelalterlichen Turmhügelburg zu sehen, verweisen aber auch die Vermutung, der Hügel sei ein Schiffsgrab der Wikinger, in das Reich der Phantasie.

In dem ausführlichen Kapitel über den "Plytenberg in der Literatur" ist unter anderem auch nachzulesen, wie diese Hypothese über ein Wikingergrab an der Ems sozusagen aus der Luft gegriffen wurde und sich dann allmählich zur Gewißheit verdichtete, ohne dass es dafür den geringsten Beweis gab. Karten, Zeichnungen und Texte über den Plytenberg gibt es übrigens seit 1514, aber nirgends ist erwähnt, wer ihn warum erbaute.

Ebenso unbekannt wie Entstehungszeit und Zweck ist der Name des Bergs. Im Laufe der Jahrhunderte wurden gleich ein Dutzend Erklärungen versucht, aber keine vermochte so richtig zu befriedigen. In dieser Frage bringt das Buch auch keine endgültige Lösung.

Ergänzt werden diese Hauptabschnitte durch Beiträge über die anderen Plitenberge in Niedersachsen, die Volksbräuche und Sagen rund um den Hügel und vor allem durch ein umfangreiches Literaturverzeichnis. Es listet über 120 Bücher, Zeitschriften- und Zeitungsaufsätze auf, die sich mit dem Plytenberg beschäftigen.

Das Buch ist nur noch antiquarisch erhältlich.

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© Norbert Fiks