Leer-Loga, Landkreis Leer
Wagenspur führt in die Vergangenheit
Neue Entdeckung bei Ausgrabung in Loga
Ein glücklicher Umstand hat
im Baugebiet Leegkamp in Loga eine Jahrhunderte alte Wagenspur
erhalten. Mitarbeiter der Archäologischen Forschungsstelle der
Ostfriesischen Landschaft stießen jetzt bei den laufenden
Ausgrabungen darauf.
Der Weg, den die frühen Bewohner Logas mit ihren Fuhrwerken
benutzen, führte durch eine kleine Senke. Die ist vermutlich
zugeweht ode durch von der Seite abgerutschte Erde zugedeckt
worden. So blieb ein kleines Stück des Weges vor späteren
Zerstörungen bewahrt, erläuterte der örtliche Grabungsleiter
Herbert Lange.
Im hellen Sand zeichnet sich die leicht gekrümmte Spur deutlich
als zwei dunkle, parallel laufende Streifen ab. Sie ist etwa 17
Meter lang. Die beiden Streifen haben einen Abstand von etwa 1,7
Metern. So groß wird also ungeführ der Radabstand der
vorgeschichtlichen Wagen gewesen sein. Weitere Rückschlüsse auf
die verwendeten Fuhrwerke sind allerdings noch nicht möglich.
Auch über das Alter der Spur kann bisher nichts näheres gesagt
werden. Zwei mittelalterliche Gräben, die die Spur
durchschneiden, zeigen aber immerhin, daß sie älter sein muß
als diese. Wenn bei der weiteren Untersuchung Keramikscherben in
der Spur auftauchen, wäre eine genauere Datierung möglich. Auf
der Grabungsfläche liegen mittelalterliche Befunde (13.
Jahrhundert) und solche aus der Völkerwanderungszeit (4. bis 6.
Jahrhundert) dicht an dicht. Unter anderem zeichnet sich deutlich
anhand von Bodenverfärbungen ein Hausgrundriß der
Völkerwanderungszeit ab.
Erstveröffentlichung
Ostfriesen-Zeitung, 18. Mai 1996
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