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September 11

Oktober 2011

Halbtagswanderung Tura76-Wandergruppe

Mühlenwanderung" (Neumühle) in der Wildeshauser Geest

  

Wanderung Wildeshauser Geest – Engelmanns Bäke von Tura76 am 8. Oktober 2011  

Einst, so heißt es, sollte ein Mädchen aus Großenkneten (Heinefeld) von ihren Eltern gezwungen werden, eines reichen Bauern aus Visbek Sohn zu heiraten, den sie doch nicht liebte. Als nun die Braut mit ihrem Brautgefolge zur Hochzeit nach Visbek zog und den Turm der Visbeker Kirche erblickte, da betete sie, dass der liebe Gott sie lieber in Stein verwandeln möge, als dass sie zu der verhassten Ehe gezwungen werde. Und so geschah es. Sowohl die Braut mit ihrem Gefolge als auch der Bräutigam, der ihr von Visbek entgegenkam, mit dem seinigen stehen in Stein verwandelt da. Diese Geschichte ist im folgenden Gedicht literarisch verarbeitet:

1.Bei Visbek auf der Heide
Ragt Stein an Stein empor;
Es weht ein leises Klagen
Nachts über Heid´und Moor.

4.Die Heide stand in Blüte,
Der Himmel war so blau!
Die Sonnenstrahlen blitzten
Im frischen Morgenthau.

 

7.Da steht mit dem Gefolge
In Stein sie festgebannt;
Das Blut gerinnt im Herzen,
Starr werden Fuß und Hand.

2.Mit fröhlichem gefolge
Zog einst im Brautgeschmeid´
Ein blühend Heideröslein
nach Visbek durch die Heid´.

 

5.Wie hell im Turm zu Visbek
die Hochzeitsglocken gehen!
Doch ach, im Aug des Mägdeleins
Die hellen Tränen stehn.

 

8.Die Kränze und die Bänder,
Der grüne Myrtenzweig,
Sie werden graue Flechten
Und Moose, braun und weich.

3.Der Jugendlieb´ entsagen
Sollt sie immerdar;
Der Vater will` s! – Ein anderer
Führt sie zum Traualtar.

 

6.„Soll dem verhaßten Manne
ich Lieb´ und Leben weihn,
O Himmel so verwandle
Mich lieber hier in Stein!“

9.Die Jahrhunderte vergingen,
Doch ewig´ tönt das Lied,
die Mär´ von treuer Liebe,
Die feststeht wie Granit.

 

Am Samstag, dem 8. Oktober 2011, genau sieben Jahre nach der selben Wanderung, trafen sich trotz Oldenburger Kramermarkt und angesagten Regenschauern 19 erwartungsfrohe Wanderer/Innen, um bei angenehmen Temperaturen Richtung Visbek, in eine der schönsten und interessantesten Gegenden in der historischen "Quadratmeile" der Wildeshauser Geest zu fahren.

Nach Anfahrt zum Restaurant/Cafe „Neumühle“ führte die Wanderstrecke zunächst über den Geestrücken der Endeler Heide zum Visbeker Ortsteil Endel. Bei einem kurzen Abstecher zur ältesten Beichtkapelle im Oldenburger Münsterland führte der Wanderführer wieder in die Geschichte der Christianisierung dieses in der Bronzezeit schon gut besiedelten Fleckchen norddeutscher Erde ein. Hier lagerten übrigens im Jahre 1623 Till mit den „Kaiserlichen“ unter einem sagenumwobenen Birkenbaum. Den fand zwar keiner, die Äpfel am Wegesrand und die Hollunderbeeren wurden aber probiert.

Über die Bullmühle (mit dem langgestreckten Mühlenteich und einem großzügig neuaufgebauten Wirtschafts- und Hofgebäude im Tal der Twillbäke) führte der Wanderweg in das Tal der Engelmannsbäke. Beim Forellenteich und dem hier beginnenden Tal der "Aue" ging es auf der nördlichen Talseite auf dem „Brautweg" an den Kellersteinen vorbei zum "Visbeker Bräutigam" und dem "Opfertisch" bei Engelmannsbäke. Über den Campingplatz Kokenmühle mit dem schönen Mühlenteich ging es zum Ziel und Ende der 13 km-Wanderung „Restaurant/Cafe Neumühle“, wo die zufriedenen Wander/Innen den Nachmittag bei einer Kaffetafel beendeten. Dr. Niemöller hat hier mit seiner Frau, den seit über 500 Jahren im Familiebesitz befindlichen Hof mit der Mühle in mühseliger Kleinarbeit und viel Liebe zu einem Restaurant umgebaut und das Wasserrad 1972 wieder zum Drehen gebracht. Unter dem heutigen Restaurantbetreiber Dirk Korfhage entwickelte sich das Restaurant zu einem Gourmet-Restaurant, in dem auch Kochkurse veranstaltet werden.  

Bild: Manfred Mertineit,
Bericht:     Peter Lederle