1. Ahe / Többen (Jaspers), Mittelstraße 5. Alte Hausnummer: Groß Dohren Nr. 1a. UK: 27//147/29Schon im Schatzungsregister von 1553 wird dieser Hof ausgeführt. Wie beim heutigen Hof Tappel wird als Besitzer ein Johan tor A genannt. Ob es sich dabei um eine Person oder zwei Personen handelt, wird aus der Quelle nicht klar. Auffällig ist auch, dass beide heutigen Höfe, Többen und Tappel, unter den Groß Dohrener Höfen aufgeführt sind. Im Bevölkerungsregister von 1658 neben dem hier behandelten Hof noch zwei andere, insgesamt also drei, mit dem Namen Ae aufgeführt. Es handelt sich dabei um die schon oben genannten heutigen Höfe Többen und Tappel sowie den ehemaligen Hof Ahillen (heute Riepenhausen). Im Status Animarum von 1749 werden zwei Höfe Ahe aufgeführt, in dieser Quelle unter Klein Dohren. Mir scheint, als sei es Außenstehenden lange Zeit nicht klar gewesen, zu welcher Gemeinde welcher Hof gehört. Es gibt Vermutungen, die besagen, dass die heutigen Höfe Többen, Tappel und der anfangs des 20. Jahrhunderts aufgegebene Hof Ahillen auf einen gemeinsamen Eigentümer bzw. einen Hof Ahe zurückzuführen sind. Die Namen Ahe-Gerd, heute Többen (genannt Jaspers), Ahe-Heinrich gleich Ahinken, heute Tappel, und Ahillen gleich Ahe-Hillen scheinen mir darauf hinzudeuten. Ich sehe noch einen Hinweis. Bei meinem ersten Besuch bei Többen fiel mir der Torbogen zum Haupthaus auf, der von hinten ins Haus führt. Als Kopfstein dieses Torbogens ist eine Symbol mit drei ineinander verflochtenen Ringen zu sehen. Diese könnten auf die drei ehemals vereinten Höfe hindeuten.
Der Hof Többen trug bis 1891 den Name Ahe, die Besitzer nannten sich ebenfalls Ahe, Ahe-Gerd oder zur Ahe. In dem genannten Jahr heiratete hier Wilhelm Többen vom Hof Többen / Barlage ein. Er muss wohl ein so stolzer Mann gewesen sein, dass er im Gegensatz zur herrschenden Tradition nicht den Hofname annahm, sondern umgekehrt seinen Familiennamen auf den Hof übertrug. Von ihm ging der Hof auf Heinrich Többen und seine Frau Columbiana geb. Bröker über und von ihnen auf die heutigen Eigentümer Josef Többen und seine Frau Angela geb. Brenner.
Wie auf vielen Höfen in Dohren gab es auf diesem Hof ein kleines steinernes Backhaus, das in der Breite aus einer Tür einem Fenster rechts und links von der Tür bestand. Es befand sich links von der Hofeinfahrtsstraße etwa in Höhe des heutigen Gartenbogens. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben hier Flüchtlinge gewohnt, und zwar die Familie Ziegler. Etwa 1948/49 zog diese Familie hier aus und in die Buchwald´sche Baracke an der Wettruper Straße etwa in Höhe der Wellenstraße ein. Kurz nach dem Auszug wurde das Backhaus abgerissen.
Auf dem Hof stand eine alte Klause, die die figürliche Darstellung eines Herzjesu-Kindes enthielt. Diese Klause ist auf einem vom Maler Kuhlmann angefertigten Bild, das den Zustand der Hofstelle von etwa 1940 aufweist, zu sehen. Da das Mauerwerk beschädigt und die Klause generell in einem schlechten Zustand war, ist sie 1970 abgebrochen worden.
Bei dem schweren Sturm am 13. November 1972 wurden auf dem Hof zwei Scheunen in Mitleidenschaft gezogen. Eine von ihnen fiel zusammen, bei der anderen wurde das Dach abgedeckt. Im Jahre 1979 wurde ein neues Stallgebäude errichtet, an das 1997 ein seitliches Stück angesetzt wurde. 1982 erneuerten Többen das Dach des Wohn- und Stallgebäudes. Die alten Dachziegeln, die damals ersetzt wurden und z.T. heute noch vorhanden sind, tragen die Aufschrift „C. Aug. Muss & Jansen. Lüdinghausen. 1888“. Vermutlich um 1918 ist der äußerste nordwestliche Teil an des Wohngebäude angebaut worden. Als einziger Teil des Hauses verfügt er über einen Keller, der mit einer Gewölbedecke versehen ist. Ein Ziegel im Mauerwerk trägt die Aufschrift „Paul Grauenfort 1918“.
Die Grundlage der Landwirtschaft sind heute (1999) die Milchwirtschaft mit 50 Kühen und dem entsprechenden Jungvieh sowie Bullenmast mit etwa 140 Stück Vieh. Bis 1968 wurde zusätzlich Schweinezucht und –mast betrieben.
Der Hof Többen hatte 1895 eine Größe von 98,5 ha. Vor der Flurbereinigung waren es noch 84 ha, danach 74 ha.. Im Rahmen von Naturschutzmaßnahmen im Hahnenmoor mussten weitere 5 ha abgetreten werden. Heute (1999) hat der Hof eine Größe von 64 ha.
Quellen: Gespräche mit Josef Többen und seiner Frau Angela geb. Benner am 30.06.1999 und am 30.12.1999.