Bauern und Heuerleute in Groß Dohren
Geschichte der Heuerstelle Straßen-Dieker
des Bauern Starmann
3.2 Dieker
genannt Straßen-Dieker, Kreuzdamm 21.
Alte Hausnummer: Groß Dohren Nr. 3d, UK: 24/84.
Diese Heuerstelle gibt es seit spätestens 1874, vermutlich aber schon
mindestens seit etwa 1850. Der im Jahre 1842 geborene Franz Schmidt aus dem
Heuerhaus Schmidt an der Frengenstraße kam als erster Heuermann dieser
Familie auf diese Heuerstelle. Welche Familie vor ihnen die Heuerstelle
bewirtschaftete, war nicht zu ermitteln. Sein Sohn, Hermann Schmidt, heiratete
1917 die Tochter Maria des Pächters Schröder vom Pachthof Wehlage aus Groß
Dohren (Nr. 4). Schon 1927/28 bemühte sich Hermann Schmidt um eine
Pachtstelle. Dabei wurde auch eine Übersiedlung in den deutschen Osten in
Erwägung gezogen, aus der aber nichts wurde. Er bemühte sich auch in der
hiesigen Gegend eine Siedlerstelle zu bekommen. Da es persönliche Differenzen
zwischen Schmidt und "seinem" Bauern Starmann gab, war letzterer -
wohl auch aus finanzieller Bedrängnis heraus - zwar bereit die Heuerstelle zu
verkaufen, aber nicht an seinen Heuermann Schmidt. Trotzdem führen die
Bemühungen Schmidt´s 1929 zum Erfolg. Er erhielt auf der Lingener bzw.
Gerstener Seite des Lagerfelds eine Siedlungsfläche. Dieser Erfolg kam keinen
Augenblick zu früh. Denn im gleichen Jahr hatte Bernhard Dieker, der die
Barlage´sche Heuerstelle an der Lager Straße 6 (heute Bremer)
bewirtschaftete, die bisher von Schmidt betriebene Heuerstelle des Bauern
Starmann gekauft. Da es eine entsprechende gesetzliche Regelung gab, konnte
die Familie Schmidt nach dem Erwerb durch Dieker noch zwei Jahre auf der alten
Heuerstelle bleiben, weil Hermann Schmidt eine Siedlerstelle erworben hatte
und diese zunächst noch kultiviert werden musste. Mit Hilfe einer ganzen
Reihe von Dohrener Bauern und Heuerleuten (außer Starmann!) wurde aus dem
Ödland im Lagerfeld Acker- und Weideland gemacht sowie ein Haus mit
Stallungen errichtet. Am 1.10.1931 erfolgte der Umzug von der alten
Heuerstelle auf den neuen Siedlerhof, wo die Familie Schmidt noch heute lebt.
Nachfolger von Schmidt auf der ehemaligen Heuerstelle war die
Familie Dieker, die 1933 aus dem Barlage´schen Heuerhaus an der Lager Straße 6
nach hier kam. Bernhard Dieker hatte beim Erwerb der Heuerstelle auch deswegen
bessere Chancen gehabt, weil er - im Gegensatz etwa zum Starmann´schen
Heuermann Bernhard Rüther - kreditwürdig war. Er arbeitete nämlich neben
seiner Tätigkeit als Landwirt, wie später seine Söhne Josef und Otto auch,
als Straßenwärter und bezog damit ein zusätzliches regelmäßiges Einkommen.
Wegen der Tätigkeit einiger Familienmitglieder als Straßenwärter bekam die
Familie den Beinamen Straßen-Dieker, wohl auch zur Unterscheidung zu den
anderen Familien Dieker in Dohren, die die Beinamen Wellen-Dieker und
Möhlen-Dieker tragen. Von Bernhard Dieker ging das Anwesen auf seinen Sohn
Wilhelm über, der mit Maria Giesen aus Felsen verheiratet war. Der heutige
Hausherr ist der mit Elisabeth Kessen aus Wachtum verheiratete Bernhard Dieker.
Sie haben drei Kinder, von denen der Sohn wieder den Namen Bernd trägt.
Im Jahre 1955 wurde an die Stelle einer alten Scheune mit
Schweinestall ein neues Gebäude mit gleicher Nutzung gesetzt. Ebenso wurde 1963
mit einem alten Hühnerstall und Torfschuppen verfahren. Das heutige Wohnhaus
wurde 1965 erbaut. Ein Anbau an dieses Haus wurde 1983 bezogen. Das alte
Heuerhaus stand noch bis 1993. Dann mußte es einer Garage, die an das Wohnhaus
angebaut wurde weichen.
Die Heuerstelle hatte zu Zeiten der Familie Schmidt eine
Größe von 8 ha, wovon 5 ha unmittelbar beim Haus lagen.
Quelle: Gespräch mit Maria Dieker geb. Giesen und
Elisabeth Dieker geb. Kessen am 25.08.1999. Gespräch mit Josef Schmidt,
Gersten, am 08.03.2000.
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