Bauern und Heuerleute in Groß Dohren
Geschichte des Bauernhofes
Starmann


Der Hof Starmann gehört in Dohren zu den wenigen, der seit dem Beginn eines schriftlichen Nachweises im 16. Jahrhundert den gleich Namen führt. Er wird in den einschlägigen Registern sowohl 1553 als auch 1749 und 1829 erwähnt. Das ursprünglicher Bauernhaus lag vermutlich etwas weiter westlich als das heutige Altenteilerhaus, von der Mittelstraße aus gesehen hinter der kleinen Pferdeweide, die an das Altenteilerhaus angrenzt. Das heutige Bauernhaus wurde im Jahre 1809 erbaut. 1864 wurde es um ein Fach nach vorn, zur Mittelstraße hin, erweitert. Diese Jahreszahl ist in einem Balken eingeschnitzt. 1934 wurde das Fachwerk des Wohnteils durch massives Mauerwerk ersetzt. 1937 geschah das gleiche beim vorderen Giebel und beim Wirtschaftsteil. Im Jahre 1957 wurde ein Viehstall für Jurgrinder und Kühe angebaut und 1980 ein Sauenstall.

Das Altenteilerhaus, in dem bis zu seinem Tod  Bernhard Starmann seinen Lebensabend verbrachte, wurde kurz nach 1900 für Bernd Nyenstein errichtet, der auf dem Hof eine Molkerei betrieb und in diesem Haus wohnte. Im Jahre 1936 wurde das Haus umgebaut, so dass danach im Dachgeschoss die Buchhaltung und Abrechnungen für die Molkerei durchgeführt werden konnten. Danach wurde das Haus noch zweimal renoviert und zwar 1964 und 1993. Am 1.1.1994 zog Bernhard Starmann hier ein. Die hinter dem Altenteilerhaus stehende ehemalige Molkerei wurde 1995 zu Ferienwohnungen umgebaut.

Hinter der ehemaligen Molkerei befindet sich eine alte Scheune, die laut Balkeninschrift 1852 errichtet wurde. Die Inschrift auf der Rückseite des Gebäudes lautet: "Neu aufgerichtet unter Gottes Schutz d[en] 25. Mai 1852". Die Scheue ist offensichtlich schon 18 Jahre nach der Errichtung abgebrannt. Davon zeugt eine Balkeninschrift an der Vorderseite: "Durch Brand eingeäschert am 3. April 1870 1 Uhr morgens. Aufgerichtet d. 25. Juni 1870 von B.H. Starmann u. M.Gs. Dall, Eheleute." An dem linken Balken darunter ist zu lesen: "Hst B. Janssen" und an dem rechten: "B. Schulte". Die Abkürzung "Hst" soll hier für Hausstellmacher stehen. Auf dem östlichen Teil der Hofstelle befindet sich ein altes Backhaus, das zwar umgesetzt wurde, aber im wesentlichen original erhalten ist. An der Rückseite innen sind zwei alte, gusseiserne Herdplatten mit dem Abbild eines Niedersachsenpferdes eingemauert. Das Gebäude wird heute als Partybude genutzt.

Als landwirtschaftlicher Betrieb wurde hier bis 1964 Milchvieh gehalten und Schweinemast betrieben. In den genannten Jahr wurde das Milchvieh abgeschafft und die Schweinemast erweitert. Im Jahre 1980 wurde die Schweinezucht ausgebaut und die Schweinemast beibehalten. Letztere wurde bis 1984 weiterbetrieben, als Paul Starmann den Hof übernahm. Schließlich wurde auch die Schweinemast ca. 1994 abgeschafft. Seit 1994 wurde Ackerwirtschaft betrieben und dazu Mais, Kartoffeln und Getreide angebaut. In diesem Jahr nahm Paul Starmann eine Arbeitsstelle beim Schlachthof als Qualifizierer für Schweine und Rindvieh an. Im Herbst 1999 gab er die Stelle auf und widmet sich seit dieser Zeit den Ferienwohnungen. Diese erfreuen sich speziell seit dem Jahr 2000 großer Beliebtheit. 

Der Hof hatte 1895 eine Größe von 64,2 ha. Im Rahmen der sogenannten Moorenteignung mussten 10 ha Moor für 145 Mark pro ha abgetreten werden. Bei der Flurbereinigung in den 1960er Jahren wurden 9% oder ca. 5 ha der Fläche abgeben. Heute umfasst der Hof eine Fläche von ca. 40 ha.

Quellen: Gespräch mit Bernhard Starmann am 31.12.1999 (†01.10.2002). Internetseite der Familie Starmann Urlaub auf dem Bauernhof zur Werbung für die Ferienwohnungen am 21.10.2002. Direkter Link zur genannten Seite. Internet-Werbung der "Arbeitsgemeinschaft Urlaub & Freizeit auf dem Lande e.V. in Niedersachsen". Auf dieser Seite wird neben den Informationen über den Hof ein Hausprospekt zum Download angeboten.

 

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