Bauern und Heuerleute in Groß Dohren
Geschichte der Heuerstelle Kramer
des Bauern Többen / Barlage


5.10 
Stein / Kramer, an der Straße nördlich der Lager Straße, die auf die Mittelstraße zuläuft, 200m von der Kreuzung mit der Lager Straße entfernt, in einem kleinen Gehölz. Alte Hausnummer: Groß Dohren Nr. 5f, UK: 25/175.

Im Jahre 1808 wird ein Doppelheuerhauses gebaut, das 1892 (oder 1895) in ein einfaches Heuerhaus umgebaut und verlegt wird. Es ist das Haus 5f, das im Jahr 1915 vom Heuermann Kramer bewohnt wird. In einer Karte von 1874 kann man erahnen, wo das Doppelheuerhaus gelegen haben mag. In der Familienchronik steht dazu: "Im Jahre 1892 versetzte ich [Johann Többen] das Heuerhaus, worin jetzt der Heuermann Kramer wohnt. Im Zuschlag befanden sich früher 3 Heuerhäuser, ein Einfamilienhaus und eine Doppelwohnung. Alle 3 Heuerleute konnten nur je 2 höchstens 3 Kühe halten und sehnten sich nach Vergrößerung. Da die Doppelwohnung doch ziemlich baufällig war, und dazu noch mitten im Zuschlag lag, glaubte ich, es sei besser das Haus ganz zu versetzen und dann eine Einfamilien – Wohnung daraus zu machen. Gelegenheit bot sich dazu, denn der Heuermann Schmidt zog aus, wanderte nach Amerika und als diese Wohnung von einem gewissen Stein aus Langen wieder bewohnt wurde, konnte letzterer sich mit dem am anderen Ende wohnenden Winkler sich nicht vertragen, weshalb Winkler auch abzog nach Büscher in Neuenlande. Da - wie schon gesagt – das Haus doch mitten im Zuschlag lag, dazu etwas baufällig, zog ich die vollständige Versetzung vor und zwar hart am Bakerder Wege, hinter den Uhlenwösten. Das alte Haus, also die Doppelwohnung hat circa 120 m nördlich gestanden. Das war für den Zuschlag eine große Verbesserung."

Der erwähnte Heuermann Stein soll in Dohren einer der führenden Köpfe der Heuerlingsbewegung in der Zeit der Markenteilung (um 1870) gewesen sein. Er soll sich mit den Gesetzen gut ausgekannt und beim Verfahren der Markenteilung den Bauern viele Schwierigkeiten bereitet haben. Daher beschlossen einige Bauern, ihn aus Dohren zu vertreiben und dafür zu sorgen, dass er sich auch in der Nähe nicht wieder niederlassen konnte. Sie bereisten die ganze Umgebung bis ins Osnabrückische hinein, und baten die dortigen Bauern, Stein nicht aufzunehmen, wenn er bei ihnen wegen einer Heuerstelle anfragen sollte. Többen kündigte ihm dann und Stein fand erst in Moorlage, heute Gemeinde Emsbüren, eine neue Heuerstelle.

Nachfolger von Stein soll Kramer gewesen sein. Er verließ als letzter Heuermann im Jahre 1973 den Hof Többen / Barlage. Das Haus wurde dann bald abgerissen. Dachziegeln und Eichenbalken kaufte Friedrich Berentzen für die Heimathäuser in Haselünne. Heinrich Kramer wohnt heute Am Esch.

Quellen: Chronik Barlage, S. 127, 128, 152, 219. Gespräch mit Bernhard Rüther, Poststraße, am 23.1.2000.


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