7.1 Spieker, Wellenstraße 13. Alte Hausnummer: Groß Dohren Nr. 7b, UK: 20/129Seit 1886 bewirtschafteten Benedict Merscher und seine Frau Elisabeth, geb. Wempe, diese Heuerstelle. Da sie keine Kinder hatten setzten sie ihre Nichte Maria Wempe von der Heuerstelle Wempe / Rüther (heute Lammers) als Erbin ein. Zusammen mit ihrem Mann Heinrich Rüther, genannt Mäsker, betrieb sie diese Heuerstelle, bis sie am 2.6.1937 nach Haren-Erika zogen und dort einen (bestehenden) Siedlerhof übernahmen (Erika Nr.4). Ihnen folgte als Heuermann Georg Back und seine Frau Maria geb. Schmidt. Sie hatten bis dahin den späteren Hof Tappel als Pächter bewirtschaftet. Sie hatten drei Kinder: Maria, die spätere Frau Mers, heute Lieninghagen, Hedwig, die spätere Frau Pahlow und Georg. Als Georg Back senior 1947 aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrte, hatten sich seine Frau und er auseinandergelebt. Die Eheleute lebten fortan getrennt voneinander. Sie wohnte allein mit den Kindern noch bis 1953 in dem Haus Wellenstraße 13 und zog dann in das vor kurzem (1997/98) renovierte Barlage´sche Haus in der Mittelstraße (Barlages Klein Häuschen, zwischen dem Haus Barlage und dem Kreuzdamm) um. Das alte Heuerhaus an der Wellenstraße 13 stand von 1953 bis 1959 leer und verfiel. Der bisherige Heuermann des Bauern Schulte, Bernhard Spieker senior genannt Lenger(s), erwarb das Anwesen von Brokgerken, Willi Brokgerken riss das alte Heuerhaus ab, und Bernhard Spieker errichtete an der gleichen Stelle ein neues, eigenes Wohnhaus. Die Scheune, die bis dahin auf "seiner" Heuerstelle an der Wettruper Straße stand, demontierte er und baute sie hinter seinem neuen Wohnhaus wieder auf. Nur der Schweinestall der ehemaligen Heuerstelle an der Wellenstraße blieb bis heute bestehen. Das Richtfest für das neue Wohnhaus fand am 28.4.1959 statt, der Umzug von der Wettruper Straße nach hier erfolgte im September 1959. Nach dem Tode seines Vaters (1989) übernahm Bernhard Spieker junior das Haus, in dem er heute mit seiner Frau und drei Kindern lebt.
Zur Zeit von Heinrich Rüther hatte die Heuerstelle eine Größe von (nur) 3 ha. Dafür mussten pro Jahr 250 Mark Pacht aufgebracht und Hilfe "nach Bedarf" (des Bauern) geleistet werden. Für jeden Arbeitstag wurden 0,50 Mark auf die Pacht angerechnet. Heinrich Rüther wies darauf hin, dass ein Arbeitstag nicht mit einem Tag Arbeit für eine Person verwechselt werden dürfe. Beispielsweise mußte in der Ernte, wie es hieß, "eine volle Sense" gestellt werden. Das bedeutete, eine Person musste sensen, eine Person das am Boden liegende Getreide zusammenrechen und eine weitere Person das Material zu Garben zusammenbinden. Das nördlich an die Parzellen Spieker und Remme jenseits des Grabens nach Brokjans hin gelegene Feld trug früher den Namen "Mäskers Kamp" und erinnert damit noch an einen ehemaligen Heuermann, der an dieser Stelle wohnte.
Quellen: Dulle, Bd. 2. Gespräch mit Frau Mers im Juli 1998. Gespräch mit Bernd Spieker am 1.8.1999. Gespräch mit Heinrich Rüther, Haren-Erika, am 10.3.2000.