Bauern und Heuerleute in Groß Dohren
Geschichte des Hofes Brokgerken


7. Brokgerken
, Brookstraße 10. Vollerbe. Alte Hausnummer: Groß Dohren Nr. 7a, UK: 25/93

Die Besiedung dieser Hofstelle dürfte zeitlich sehr weit zurückreichen. Jedenfalls gab es auf dem Hof bis zum Brand in den 1960er Jahren zwei Steine, die als (vielleicht steinzeitliche) Äxte oder Faustkeile gedeutet wurden. Mitglieder der Familie Brokgerken geben an, dass sich ehemals eine Burg auf der heutigen Hofstelle befunden haben soll. Willi Brokgerken kennt aus der Zeit seiner Kindheit noch die Lage von Gräften, die den Hof in Form eines Rechtecks umgaben. Zur der Zeit sollen sie noch als Bodenvertiefungen an einigen Stellen zu erkennen gewesen sein. Beim Bau des heutigen Wohnhauses wurden bei Ausschachtungsarbeiten zwei hölzerne Brunnen unterschiedlicher Größe entdeckt, die sich noch heute unter dem Wohnhaus befinden.

Frühe schriftliche Erwähnungen finden sich im Status Animarum von 1749 unter dem Namen Broekgertken (noch mit t) und in der Liste der Familienhäupter von 1829 als Brockgerd . Einer der ersten, mir bekannt gewordene Hofbesitzer hat vermutlich hier eingeheiratet. Sein Geburtsname war Uhlenberg, und er nannte sich vermutlich nach seiner Hochzeit Brokgerken. Seine Frau, die geborene Brokgerken, ist wohl früh verstorben, so dass er eine Marie Adelheid Dreyer wiederheiratete. Ihr Sohn Augustin heiratete Helena Többen vom benachbarten Hof Többen, heute Barlage. Eines ihrer Kinder, Clemens, wurde Pastor in Bremerhaven. Ein anderes ihrer Kinder, August, übernahm den Hof. Er heiratete Anna Maria Untermann aus Nottrup bei Ankum. Sie hatten bei seinem vermutlich frühen Ableben wohl keine Kinder, die den Hof übernehmen konnten, so dass Augusts Bruder Bernhard seine Nachfolge antrat. Dieser hatte im Jahre 1880 Maria Bücker aus Lintern bei Osnabrück geheiratet und war auf den Hof seiner Schwiegereltern gezogen. Nach dem Tod seines Bruders kam er mit seiner Familie auf den elterlichen Hof zurück. Ihr Sohn August heiratete Paula Niemann und übernahm den Hof. Während seine Vorfahren allem Anschein nach gutsituierte Bauern gewesen sind, erfolgte unter Leitung von August Brokgerken wohl ein wirtschaftlicher Niedergang, der mindestens seit den 1930er Jahren auch von Landverkäufen begleitet war. Diese endeten -den Angaben von Zeugen zufolge - erst mit des Heirat von Augusts Sohn Willi mit Rosa Tebbe. Im Jahre 1964 (vermutlich im Juli, zwischen der Heu- und der Roggenernte) brannte das Anwesen bis auf eine Scheune und einen Schweinestall ab. Noch im selben Jahr wurde die Scheue zu einem Stall umgebaut. Die Familie wohnte in dieser Zeit und im Winter 1964/65 auf dem (ehemaligen) Hof Wehlage an der Kreuzung Brookstraße / Mittelstraße. 1965 begann man auf dem Platz des abgebrannten Bauernhauses ein neues Wohnhaus in Stil der 1960er Jahre zu errichtet, in dem Familie bis heute wohnt. Die Landwirtschaft wurde im wesentlichen Ende 1998 aufgegeben und die zum Hof gehörenden Flächen verpachtet.

Der Hof Brokgerken hatte 1895 eine Größe von 85 ha und vor den (sogenannten) Moorenteignungen im Jahre 1938 noch ca. 60 ha. Im Rahmen der genannten Enteignung mussten 24 (oder 28 ha) abgegeben werden. Bis heute ist die Betriebsfläche auf etwa 40 ha zurückgegangen.

Quellen: Gespräche mit Willi Brokgerken und seiner Frau Rosa geb. Tebbe am 4.8.1999 und am 4.12.1999. Unterlagen Edith Scheer, erhalten am 31.12.1999.

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