8.3 Rüther, Neuer Grund 10. Alte Hausnummer: Groß Dohren Nr. 8e, UK: 24/8Dieses Heuerhaus ist schon 1874 nachweisbar. Josef Rüther heiratete etwa 1920 in die Familie Wempe ein. Er war Bürgermeister von Groß Dohren mindestens seit 1939 bis 1945. Trotz dieses Zeitraums scheint J. Rüther kein aktiver Nazi gewesen zu sein. Er wurde 1945 von den englischen Besatzungstruppen aus seinen Amt entfernt und durch Bernhard Tappel ersetzt. Sein Sohn Albert Rüther war sein Nachfolger auf dieser Heuerstelle und ebenfalls Bürgermeister der Gemeinde Groß Dohren, und zwar vom 5.12.1952 bis zum Zusammenschluss der beiden Gemeinden Klein und Groß Dohren Anfang 1963. Er trat noch gegen den Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Klein Dohren, Bernhard Tappel an, verlor aber das Rennen. Albert Rüther gab die Heuerstelle 1963 (oder 1961?) auf und bezog ein Siedlerhaus im Dohrener Moor am Birkenweg 18. Sein Sohn Dr. med. Hermann Rüther ist heute Kinderarzt in Meppen und unterhält seine Praxis dort am Sophienplatz 25. Nach dem Abzug der Familie Rüther bezog Max Olbricht mit seiner Frau Hedwig und zwei Kindern der Heuerhaus. Die Familie Olbricht stammte aus Ostdeutschland, vermutlich aus Schlesien. Max Olbricht war Landarbeiter bei Brokjans und Heuermann. In seinem Wirken vollzieht sich das Ende der Heuerlingszeit an dieser Stelle. Die Familie Olbricht zog 1970 nach Lingen in die Friedlandsiedlung. Max Olbricht gab damit die Landwirtschaft auf und trat ein Stelle bei der Fa. Müller in Lingen an. Das Heuerhaus stand zwei Jahre leer und wurde 1972 zusammen mit 3400 m2 Hoffläche an den Bildhauer Christian Lammers und seine Frau, die Krankenschwester Hete geb. Franz, für 25.000 DM verkauft. Von 1972 bis 1974 wohnte hier Hete´s Bruder, Eckhard Franz. Das Ehepaar Lammers zog im April 1974 in ihr Haus ein. Seitdem wurden vier Mädchen geboren, von denen bisher noch keines verheiratet ist.
Das ehemalige Heuerhaus ist in einem relativ originalgetreuen Zustand erhalten geblieben. Es ist vielleicht 1883 aus Wettrup nach hier versetzt worden. Ein Balken im Haus trägt die Jahreszahl "1883". Darauf dass zumindest Teile des Haus wohl schon viel älter sein könnten, weist eine außen liegende Balkeninschrift hin. Sie lautet: "Lucia Aleit Feldman ... [unleserlich] ... Joh. Herman Job. Wilmdrut. / 1792 / 16. Apr.
Quellen: Kontinent, März 1996, S. 9f. Gespräch mit Christian Lammers und seiner Frau Hete, geb. Franz am 24.06.1999.