Bauern und Heuerleute in Groß
Dohren
Geschichte des Hofes Brokjans
8. Brokjans, Brookstraße 9. Vollerbe. Alte Hausnummer: Groß Dohren Nr. 8a, UK: 20/139 bzw. 20//209/139
Wegen der auffallenden Ähnlichkeit der Namen wird vermutet, dass die beiden unmittelbar benachbarten Höfe Brokjans und Brokger(t)ken auf einen Hof und eine Familie zurückgehen. Man spekuliert, dass irgendwann zwei Brüder Johannes (Jan) und Gerhard (Gert / Gerd) den Hof unter sich aufgeteilt haben. Da schriftliche Unterlagen zu dieser Teilung mir bisher nicht bekannt sind, stellt sich die Frage, wann dieses Ereignis, falls es denn so gewesen ist, stattgefunden hat. Da die Höfe im Status Animarum von 1749 schon getrennt aufgeführt werden, muss es also vor dieser Zeit gewesen sein. Auffällig ist, dass die beiden Höfe in allen Quellen als Vollerben genannt werden. Wäre der gemeinsame Hof nach Wirksamwerden der Erben-Verfassung in Dohren geteilt worden, könnte jeder der beiden geteilten Höfe nur ein Halberbe gewesen sein was aber nicht der Fall war. Daraus folgere ich, dass es entweder nie einen Hof Brook gegeben hat oder dass die Teilung sehr weit in der Zeit zurückreicht. Die Trennung in zwei Höfe müßte in diesen letzteren Falle wohl vor dem Jahre 1200 anzusetzen sein. Allerdings werden beide Höfe in der Steuerliste von 1553 (noch) nicht genannt.
Der Hof wird 1749 unter dem Namen Brockhaus erwähnt, 1759 als Brook Joan, 1760 als Brock Joh und 1829 dann als Brockjans. Das Bauernhaus lag im 18. Jahrhundert wohl etwas weiter nördlich in unmittelbarer Nähe des Bachlaufes, der heute die Welle ist (Damals verlief die Welle noch weiter südlich in der Nähe der Wellenstraße). 1817 wurde das alte Haus vermutlich an der ehemaligen Stelle abgetragen und am heutigen Standort wieder aufgebaut. Von diesem Aufbau kündet noch eine Balkeninschrift im Giebel des alten Bauernhauses. Als Erbauer an der neuen Stelle sind dort Johann Gerhard Brokjans und seine Frau Marie Helene geb. Tihen genannt. Da dieses Ehepaar vermutlich keinen männlichen Nachkommen hatte, heiratet ihre Tochter Anna 1849 den aus Wettrup stammenden Josef Bands, der den Namen Brokjans annimmt. Zwei Steine, auf denen die Namen dieses Paares eingemeißelt sind, wurden in die Außenwand des Stallgebäudes hinter dem Wohnhaus eingelassen.
Der Hof Brokjans hatte 1895 eine Größe von 68 ha und war 1936 mit 81 ha der zweitgrößte in Groß Dohren. In diesem Jahr mußten 13 ha Moor zwangsweise zum Preis von 138 RM pro ha abgegeben werden. Nach einer weiteren Abgabe von 13 ha Land im Rahmen der Flurbereinigung und Zukäufen umfaßt der Hof heute wieder gut 80 ha und ist Halter einer Eigenjagd. Brokjans betreiben Schweinemast mit 600 Stück und Bullenmast mit 200 Stück Vieh.
Quellen: Gespräche mit Johannes Brokjans senior und seiner Frau Anni geb. Brümmer am 17.05.1998 und am 12.06.1999.