Bauern und Heuerleute in Groß Dohren
Geschichte des Heuerstelle Knoop
des Bauern Brämsmann / Decker

9.1 Knoop,  Ecke Wellenstraße / Eichenstraße (zurückliegend). Alte Hausnummer: Groß Dohren Nr. 9b, UK: 21/16?, laut K4: 20//115

Ob Franz Knoop oder schon sein Vater Bernhard nach Dohren übersiedelte, ist unklar. Jedenfalls wird Franz noch in Gersten geboren, ist aber bei seiner Heirat in Dohren ansässig. Er war neben seiner Tätigkeit als Landwirt Hausschlachter und privater Veterinär. Die tierärztlichen Kenntnisse, für die er in der ganzen Umgebung geschätzt wurde, hatte er sich anscheinend durch eigene Erfahrungen angeeignet. Sein Sohn Clemens Knoop war verheiratet mit Maria Knoop geb. Mers, die aus dem Brokjans´schen Heuerhaus von nebenan (heute Fuchs) stammte. Die Ehe blieb kinderlos. Clemens Knoop war für seine „private Jägerei“ bekannt, für er leider keinen Jagdschein besaß, was ihm in der Umgebung aber meist gnädig nachgesehen wurde. Im Hause Knoop wohnten in den 1950er bis 1980er Jahren neben dem Ehepaar Knoop die Schwester von Clemens, die ebenfalls Maria hieß. Mitte der 1980er Jahre starb zuerst Clemens Knoop, einige Jahre später seine Schwester Maria. Das Ende des Heuerhauses wurde 1990 eingeleitet als Maria Knoop geb. Mers ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Nach dem Krankenhausaufenthalt lebte sie seit dem 7.11.1990 bei ihrer Schwester Alwine Schmidt (Merschweg 10). 1996 starb Maria Knoop. Das Deckersche Heuerhaus Knoop stand seit 1990 leer und verfiel zunehmend. Als Otto Decker 1992 versuchte, das Haus zu verkaufen, stellte sich bei einer Anfrage beim Landkreis heraus, dass keine neue Baugenehmigung erteilt werden würde. Das Heuerhaus wurde daraufhin 1993 abgerissen. Die Fläche der Heuerstelle befindet sich bis heute im Eigentum der Familie Decker. Die Reste des abgerissenen, ehemaligen Heuerhauses waren bis 1998 noch im Gelände zu erkennen. Mittlerweile wird die Fläche, auf der das Heuerhaus stand, als Acker landwirtschaftlich genutzt.
Die Heuerstelle umfasste eine Fläche von 5,7 ha. Dafür musste an etwa 20 Tagen pro Jahr beim Bauern gearbeitet und eine Pacht von 300 Mark entrichtet werden.
Quellen: Gespräche mit Otto Decker und seiner Frau Maria geb. Kloppe-Geers im Herbst 1998 und am 4.9.1999. Gespräch mit der Familie Schmidt, Merschweg, am 27.4.1999.

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