12.1 Burrichter, Dorfstraße, etwa in der Mitte zwischen den Kreuzungen Dorfstraße / Hauptstraße und Dorfstraße / Poststraße, von der Kirche aus Richtung Andruper Straße auf der rechten Straßenseite. Das Heuerhaus schloss sich nach Westen an den ehemaligen Hof Ahillen an. Alte Hausnummer: Klein Dohren Nr. 8b. UK: 28//139.
Clemens Burrichter ist vermutlich im Rahmen seiner Hochzeit mit Gesina Lenger 1884 aus Wettrup nach Dohren gekommen. Hier haben sie wahrscheinlich zuerst auf der späteren Heuerstelle Schröder des Bauern Brokjans in Groß Dohren (Nr. 8.4) gewohnt. Sicher ist, dass sie bei ihrer Hochzeit angaben, in Groß Dohren wohnen zu wollen. Sicher ist auch, daß die Mutter der Braut eine geborene Gesina Adelheid Brokjans war. Es liegt daher die Vermutung nahe, daß Clemens Burrichter auf die Heuerstelle seiner Schwiegereltern eingeheiratet ist. Wohl um 1890 haben sie dann die hier behandelte Heuerstelle in Klein Dohren übernommen. Ein Vorgänger ist nicht bekannt.
Die Heuerstelle Burrichter ging durch Erbfolge von dem Bauernhof Ahillen an den Hof Hegger / Holtgers über. Nachdem im Jahre 1908 Heinrich Ahillen, der Eigentümer des gleichnamigen Hofes nur drei Jahre nach seiner Hochzeit verstorben war, ging diese Heuerstelle an seine Witwe Agnes geb. Lindemann über. Sie heiratete im Jahre 1910 Heinrich Hegger und brachte die Heuerstelle Burrichter mit in die Ehe ein. Damit wurde diese Heuerstelle zum Eigentum des Hofes Hegger, später Holtgers.
Um 1920 bewirtschafteten Josef Burrichter und seine Frau Catharina geb. Düttmann diese Heuerstelle. Sie hatten 8 Kinder, von denen in den 1950er Jahren, als das Heuerlingswesen auslief, niemand die Stelle übernehmen wollte. Ende der 1960er Jahre wohnten hier noch der alte Josef Burrichter, seine Frau Catharina, die Tante Anna und seine Tochter Maria. Nachdem die ersten drei 1973 verstorben waren, war es klar, dass die Heuerstelle aufgegeben werden sollte. Nachdem sich Maria Burrichter nach Haselünne verheiratet hatte, wurde das Heuerhaus 1974 abgerissen und wurde als Erweiterung in das Gelände der Fa. Riepenhausen übergenommen.
Für die Heuerstelle musste zum Schluss eine Pacht von 300,- DM pro Jahr entrichtet werden. Für Arbeitsleitungen wurden 0,50 DM pro Tag vergütet. Diese waren in den letzten Jahren des Bestehens der Heuerstelle aber nicht mehr üblich.
Quellen: Gespräch mit Bernhard Rüther, Poststraße 4, am 01.04.1999. Gespräch mit Josef Burrichter und seiner Frau Maria geb. Telkmann am 11.04.1999. Kirchenbücher der Pfarre Herzlake.