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Eine besondere Bedeutung für das Dorfleben hat der Schützenverein Klein Scharrel gewonnen. Der Schützenverein Klein Scharrel wurde am 7. September 1919 in Frieds (später Mügges) Gasthof als "Schießverein Klein Scharrel" gegründet. Der erste Vereinsvorstand setzte sich folgendermaßen zusammen: 1. Vorsitzender August Hemmje, 2. Vorsitzender Fritz Westendorf und Rudolf Fried als Kassen- und Schriftführer. Als Monatsbeitrag wurde 1 Mark, und als Eintrittsgebühr 1,50 Mark, festgelegt. Außerdem sollten A. Hemmje und R. Fried eine Büchse (ein früher in Gaststätten üblicher Schießautomat) beschaffen, mit der dann jeden Sonntag geschossen werden sollte. Auf der außerordentlichen Generalversammlung am 9. November 1919 wurde der provisorische Vorstand in ihren Ämtern bestätigt. Als neuer stellvertretender Vorsitzender ist Georg Hempen gewählt worden. Schießverein Klein Scharrel, um 1926/1927 beschloß der Schützenverein einen Kleinkaliberstand zu bauen, der im Oktober mit drei Scheibenständen fertiggestellt wurde.
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Das Königsschießen fand in diesen Jahren immer im Februar statt. Die Königsproklamation folgte dann mit Abholen der Könige im März. In dieser Zeit entwickelten sich auch diverse Vergleichsschießen, die zum Teil bis heute gepflegt werden. An diesen Vergleichswettkämpfen nahmen die benachbarten Schützenvereine aus Friedrichsfehn, Ekern, Moslesfehn, Jeddeloh I, Wildenloh, Hundsmühlen oder Edewecht teil. |
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Am 27. September 1936 beschloß eine außerordentliche Generalversammlung die Umbenennung des"Schießvereins Klein Scharrel" in "K.K.S. Klein Scharrel" (Kleinkaliber-Schießverein). Zum "Vereinsführer" wählte man Gerhard Scholte der Heinrich Hemmje als Stellvertreter berief. In der Bezeichnung des 1. Vorsitzenden und in dem Vorgang der Stellvertreterberufung drückte sich das nationalsozialistische "Führerprinzip" aus, das nun auch den Schützenverein Klein Scharrel erreichte. Die restlichen Vorstandsmitglieder wurden aber weiterhin gewählt. Ein neuer Kleinkaliberstand wurde zusammen mit den Kriegerkameraden im Juli 1937 eingeweiht. Anfang August 1938 folgte dann das erste Schützenfest des K.K.S.. Wie man der damaligen Presse entnehmen konnte, war dieses Volksfest ein großer Erfolg. Seit dem Frühjahr 1938 wurde ein sogenanntes "Opferschießen" für das Winterhilfswerk veranstaltet. 1939 ist letztmals von einem Schützenfest die Rede. Dann bricht der 2. Weltkrieg aus, und die Vereinsaktivitäten kommen schnell zum Erliegen. Im Februar 1940 wird noch einmal von einem Vereinsball und bis 1941 von einem Winterhilfsschießen berichtet.
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Erst 1950, nachdem durch die Alliierten den Deutschen das Führen von Sportwaffen wieder gestattet worden war, konnte der frühere Saalschießverein als Schützenverein Klein Scharrel wiedergegründet werden. Ein entsprechender Beschluß wurde am 30. April 1950 gefaßt. Die erste Vereinsversammlung fand am 12. Mai 1950 statt. Beschlossen wurde unter anderem die Beschaffung eines Luftgewehrs und die Abhaltung eines Schützenfestes. Vereinsvorsitzender wurde wieder Gerhard Scholte, der in dieses Amt schon 1936 gewählt worden war. Das erste Schützenfest nach dem Kriege fand am 29. und 30. Juli 1950 statt, und war ein voller Erfolg. Noch im selben Jahr schloß sich der Schützenverein Klein Scharrel dem Ammerländer Schützenbund an. Im Januar 1951 hielt der Schützenverein die ordentliche Generalversammlung ab. Geschoßen wurde anfangs wieder in Mügges Gasthof, da der Schießstand durch die Flüchtlingsfamilie Senick bewohnt war. Zum Schützenfest 1952 wurde im wieder freigewordenen Schießstand der Betrieb aufgenommen. Ebenfalls 1952 schlossen sich die Klein Scharreler Schützen der neu gegründeten Schützenvereinigung der Gemeinde Edewecht an. Dieser Schützenvereinigung traten alle damaligen fünf Vereine bei. Im Mai 1953 fand das Wanderwettschießen des Ammerländer Schützenbundes,zu dem fast 300 Schützen aus allen 30 angeschlossenen Vereinen erwartet wurden, in Klein Scharrel statt. Zum Schützenfest 1953 errichtet man erstmals ein Festzelt, und erhielt neben Mügges Festsaal eine zweite Tanzgelegenheit. Dem Norddeutschen Schützenbund trat der SV Klein Scharrel 1955 bei. Die Anschaffung einer neuen Schützenuniform erfolgte 1956. Zum Schützenfest 1956 weihte man die in Eigenarbeit erbauten neuen Kleinkaliber- und Luftgewehrstände ein. Die Jugendabteilung ist 1958 ins Leben gerufen worden. Seit dieser Zeit wird in jedem Jahr ein Jugendschützenkönig proklamiert. 1960 wurde eine Vereinsfahne neu angeschafft. 1962 konnte man eine Erweiterung der Schießhalle abschließen. Auch zwei automatische Kleinkaliberstände wurden installiert. Zur Tradition hatte sich die Kranzniederlegung anläßlich des Volkstrauertages entwickelt. 1965 beschloß man künftig auch im Rahmen der Schützenfestumzüge Kränze an den Denkmälern in Klein Scharrel und Achternmeer niederzulegen. Ab dem Jahr 1969 lud man die Frauen zu den Versammlungen ein. Im Herbst 1970 beantragten sie die Bildung einer Damenriege, die auf der Generalversammlung vom 16.01.1971 beschlossen wurde. 18 Damen wurde in die Damenriege aufgenommen und Gertrud Brandes als Vorsitzende gewählt. Fortan gab es demzufolge auch eine Schützenkönigin. 1974 mußte die schwer orkanbeschädigte Schießhalle erneuert werden. Das traditionelle Schützenfest fand im Jahre 1975 eine Erweiterung um die am Freitagabend veranstaltete Disco. Nachdem die Familie Brandes die Gastwirtschaft Mügge verpachtet hatte, büßte der Schützenverein Klein Scharrel bald sein Vereinslokal ein. Fortan übernahm der SV Klein Scharrel den Ausschank in Eigenregie. |
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1986 wurde die Schießhalle abermals umgebaut, und erhielt ihr heutiges Erscheinungsbild. 1991 änderte der Schützenverein Klein Scharrel die Satzung von 1973. Hintergrund dieser Maßnahme war die Anerkennung auf Gemeinnützigkeit. Im gleichen Jahr mußte das von Anfang an bei der Gaststätte Fried bzw. Mügge gefeierte Schützenfest umziehen. Der bisherige Festplatz stand nicht mehr zur Verfügung. Seitdem wird das Schützenfest beim Sportlerheim in unmittelbarer Nähe zum Ortskern gefeiert. 1994 feierte der Schützenverein Klein Scharrel sein 75-jähriges Jubiläum. In diesem Festjahr wurden alle befreundeten und benachbarten Vereine zu einer Feierstunde in Wittes Gasthof eingeladen. Zum Jubiläumsschützenfest vom 29. bis 31. Juli wurde ein besonderes Programm auf die Beine gestellt. Höhepunkt war an diesem Wochenende die Fahnenweihe der neuen Vereinsfahne. 1996 feiert unsere Damenabteilung ihr 25-jähriges Jubiläum. Im Rahmen eines feierlichen Nachmittages wurde dieser Geburtstag gebührlich gefeiert.
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Heute besteht der Schützenverein Klein Scharrel aus 260 Mitgliedern. Wir bieten im Bereich Schießen die Sportarten elektronisches Schießen (Schießne ohne Munition), Luftgewehr, Luftpistole, Kleinkaliber und Bogenschießen an. Diese Sportarten stehen allen Altersgruppen wie Schüler (außer KK), Jugend (außer KK), Junioren, Schützen/-innen und Senioren/-innen zur Verfügung. Ein Hauptschwerpunkt ist die Förderung der Jugendarbeit. Hier setzen wir an jedem Montag zwei speziell ausgebildete Trainer ein, die im Besitz des Übungsleiterausweises des Landessportbund Niedersachsen sind. Sie trainieren mit den Jugendlichen den verantwortungsbewußten Umgang mit der Waffe und betreuen Sie auf Wettkämpfen. Neben der sportlichen Seite wird den Jugendlichen die Bewahrung und Förderung von Traditionen vermittelt. Dieses äußert sich in diversen Aktivitäten neben dem eigentlichen Leistungssport.
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