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Kann man wissenschaftlich ernsthaft über erzählte Gegenstände sprechen, ohne ihre Objekte in der Welt, ihre Referenz i.w.S. zu thematisieren? Sprache macht Sprechen möglich. Wird gesprochen, ist das eine Handlung, die sich der Sprache bedient und daher Regeln, Normen und Codes o.ä. folgt. Was aber geschieht, wenn das, was jemand erzählt, gerade erfunden wird? Dafür sind bestimmte Erzählmodi vorgesehen - auch wieder Regeln, die Raum und Freiheit dafür gewähren. Diese Erfindungen werden allgemein als Fiktives verstanden. Wie aber kommt der Teil der Erfindung, der in den Codes nicht vorgesehen ist, das dunkel Unbewusste und das Imaginäre zur Sprache? Und was ist, wenn etwas erzählt wird, das hinsichtlich der scheinbar klaren Trennung von Fiktivem und Wirklichem nicht hinreichend zu verorten ist? Erzählt wird so etwas allemal, was immer vorausliegt, es findet Form und Realisierung in jeweiligem Sprechen. Die Untersuchung interessiert sich nicht dafür, was dem behandelten Erzählgegenstand vorausliegt, sondern wie sich in verschiedenen Übergängen das Erzählte als diskursiver Gegenstand verfestigt, und weiter dafür, inwieweit diskursive Stränge je nach Prägung derartig unentschiedene Gegenstände verarbeiten. Dabei kristallisiert sich ein umkämpfter Begriff auffällig heraus: der des 'Unbewussten'. Für eine solche Untersuchung mit diesem speziellen Anspruch ist aus meiner Sicht die semiotische Theorie am besten geeignet. Welche Rolle spielen wissenschaftliches Wissen und Methode bei der Legitimierung diskursiver Gegenstände, wenn diese gerade hinsichtlich ihrer sachlichen Qualität ungeklärt sind? Welche Voraussetzungen müssen gelten, um mit Erzähltem den Anspruch zu erheben, es müsse Fall wissenschaftlicher Entscheidung werden? Die Rede von den "UFOs" und hier insbesondere die Erzählung "Entführt von Außerirdischen" ist ein solcher Fall. Der Drang nach wissenschaftlicher Legitimation der Gegenstände ist stark. Die Art der latenten Forderung lässt erkennen, welches Wissen als legitimiert betrachtet wird zu entscheiden und welches nicht. Vorentscheidungen in der Art der diskursiven Präsentation der Erählung sind bereits getroffen, hermeneutisches oder gar psychoanalytisches Wissen kann demnach nicht legitimieren. Das anscheinend unmittelbare oder unwillkürliche Verstehen und die damit sich erhaltende konstruktive Kraft der sozialen Institution 'Sprache', gleich um welches 'Zeichen' auch immer es sich handeln sollte - es muss kein "UFO" sein - ist Gegenstand dieser Untersuchung.
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© 2008 · harendarski · |