Bauern und Heuerleute in Klein Dohren

Geschichte der Heuerstelle Völker
des Bauern Ostermann / Renze
 

3.3 Völker / Dulle / Holterhaus. Die Heuerstelle lag zwischen dem Finkenweg und dem Hof Ostermann, heute Renze. Heute ist dort eine Wiese. UK: 31/108.

Um 1900 war Josef Völker hier Heuermann. Von ihm übernahm sein Sohn Clemens zusammen mit seiner Frau Maria, geb. Dieker, die Heuerstelle. Einer der hier lebenden Heuerleute soll im Nebenberuf Schuster gewesen sein. Bei einer handgreiflichen Auseinandersetzung soll einem der Beteiligten mit dem Schustermesser der Bauch aufgeschlitzt worden sein. Auf der Diele von Völker hat man dem Verletzten den Bauch dann angeblich wieder zugenäht. Von dieser Geschichte soll der Hügel, auf der das Heuerhaus steht seinen Namen "Fillerberg" haben. Die heutige Straße Fillerberg hat man fälschlicherweise die Zufahrt zum Hof Stickamp / Thien genannt, obwohl der tatsächliche Fillerberg ein ganzes Stück weiter südwestlich liegt. Anfang der 1930er Jahre zog die Familie Völker auf eine Heuerstelle nach Bückelte.

Nach Völker wohnte hier der Bauer Heinrich Ostermann, der das Haus als Altenteilerwohnung nutzte. Er wohnte hier bis 1938/39. Zu dieser Zeit wurde er gebrechlich und zog wieder auf den Hof Ostermann zurück. Heinrich Ostermann war als "Bastelkönig" bekannt. Er bastelte mit großen Eifer u.a. Brutkästen für Vögel. Bekannt wurden seine Nachbildungen der Dohrener Kirche als Vogelhäuschen.

Nach ihrer Heirat vermutlich etwa Ende der 1930er Jahre haben Hermann Dulle und seine Frau Maria diese Heuerstelle übernommen. Er war Maurer und betrieb die zur Heuerstelle gehörende Landwirtschaft nicht mehr oder nur in geringem Umfang.

1946 heiratete August Holterhaus, der bis dahin die elterliche Heuerstelle am Finkenweg 14, betrieb, Auguste Wolken aus Lorup. Er tauschte dann die elterliche Heuerstelle mit dieser, die bisher von seinem Schwager und seiner Schwester betrieben wurde. Die Familie August Holterhaus erwarb in den 1960er Jahren ein Grundstück des Bauern Ostermann am Finkenweg und baute dort ein neues Haus. Im Rahmen der Flurbereinigung verschwand dann das alte Heuerhaus. August Holterhaus verstarb 1978. Darauf zog seine Witwe zu ihrer Tochter Gisela nach Schwelm, wo sie heute (1999) noch lebt.

Die Familie August Völker, die heute am Finkenweg 7 wohnt, hat kein direktes verwandtschaftliches Verhältnis zu der oben erwähnten Heuerlingsfamilie gleichen Namens. Sie ist aus Lage nach Dohren gekommen und hat ihr Grundstück erst 1961/62 vom Bauern Ostermann erworben.

Quellen: Gespräch mit Grete Ostermann im Altenheim St. Josef in Haselünne am 31.5.1999. Gespräch mit Bernhard Rüther, Poststraße, am 22.1.2000.

 

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