Bauern und Heuerleute in Klein Dohren

Geschichte der Heuerstelle Kramer
des Bauern Hemmen


4.3
Hempen / Telkmann / Mähs / Kramer / Fangmeyer, Herzlaker Straße, von der Kreuzung Herzlaker Straße / Andruper Straße ca. 200m auf der Herzlaker Straße in Richtung Herzlake, auf der linken Straßenseite. Das Gebäude existiert heute nicht mehr. Alte Hausnummer: Klein Dohren Nr. 4e. UK: 31/92.

Die ersten bekannt gewordenen Heuerleute auf dieser Stelle waren die Angehörigen der Familie Hempen, die um 1900, von Herzlake nach hier kamen. Ob schon Johann Heinrich Hempen oder erst sein Sohn Heinrich nach Dohren kamen, ist nicht klar. Jedenfalls wurde Heinrich noch in (Holte-) Lastrup geboren, wird aber bei seiner Hochzeit mit der Dienstmagd Catharina Kramer aus Klein Dohren im Jahre 1900 als Heuermann in Klein Dohren bezeichnet. Herr Hempen hatte in Herzlake in einer Töpferei an der Zuckerstraße gearbeitet. Vor hier aus zog die Familie Hempen auf eine Heuerstelle des Bauern Toben an der heutigen Straße Hohe Vehn. Seit etwa 1923 wirtschaftete hier die Familie Telkmann. Ob Telkmanns reguläre Heuerleute oder auch Untermieter waren, ist mir unklar. Im Jahre 1929 zog die Familie Telkmann in das ehemalige Linger´sche Heuerhaus an der Ecke Poststraße / Kreuzdamm und die Mitglieder der Familie Mähs, die aus Apeldorn gekommen war, wurden hier Heuerleute. Ob sie noch zusammen mit Telkmanns hier wohnten oder nach ihnen, ist nicht ganz klar. Josef Mähs zog mit seiner Familie 1935 aus. Um die Jahreswende 1935/36 wurde das Haus renoviert, und im Frühjahr 1936 zog die Familie Heinrich Kramer hier ein. Er war vor dem Ersten Weltkrieg Knecht bei Barlage. Von da wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Im Ersten Weltkrieg froren ihm 1915 beide Vorderfüße ab, so daß er schon 1916 vorzeitig wieder nach Hause kam. Da er die Landwirtschaft kaum noch betreiben konnte, arbeitete er im weiteren als Holzschuhmacher. Von ihm übernahmen sein Sohn Ewald und dessen Frau Josefine die Heuerstelle. Er erlernte ebenfalls die Holzschuhmacherei und betrieb sie bis 1952. Danach nahm er eine Arbeitsstelle an und arbeitete fortan im Straßen- und Tiefbau. Familie Kramer waren die letzten Heuerlinge auf dieser Stelle. Sie bauten ein neues Haus in der Tannensiedlung und zogen etwa 1965 in die Waldstraße 21. Nach einem etwa dreijährigen Leerstand wohnte von 1968 an Georg Fangmeyer in dem alten Heuerhaus. Er war kein Heuermann mehr, sondern wohnte in dem (ehemaligen) Heuerhaus als Mieter. Auch er baute neu, und zwar im Baugebiet Lehmkuhlen. Etwa 1971 zog er von hier in die Rosenstraße 2. Das Heuerhaus wurde 1976 abgebrochen.

Die Heuerstelle Kramer hatte eine Größe von 4 ha. Wegen seiner Kriegsbehinderung brauchte Heinrich Kramer nicht beim Bauern zu helfen. An Pacht waren vor 1960 340,- DM und danach 420,- DM zu entrichten.

Quellen: Gespräch mit Herman Hemmen und seiner Frau Aloisia geb. Wehlage am 13.03.1999. Gespräch mit Paul Rapien, Elsterfehn 12, am 11.05.1999. Gespräch mit Edwald Kramer am 21.08.1999.

 

 
Zurück