Bauern und Heuerleute in Klein Dohren
Geschichte der Heuerstelle Rüther
des Bauern Hemmen

4.4 Rüther, Poststraße 12. Das Heuerhaus befand sich von der Poststraße aus gesehen hinter dem jetzigen Wohnhaus, aber noch vor dem angrenzenden Graben. UK: 26/20

Nach Auskunft von Hermann Hemmen sen. haben hier die Angehörigen der Familie Rüther 130 Jahre als Heuerleute gewohnt. Im Jahre 1865/66 kam der bisher in Andrup ansässige Heuermann Johann Heinrich Rüther nach Dohren und übernahm die hier freigewordene Heuerstelle. Sein Vorgänger auf dieser Stelle ist nicht bekannt. Der im Nebenberuf als Dachdecker (Strohdecker) arbeitene Heuermann und seine Frau hatten acht Kinder. Der zweitgeborene Sohn Hermann, der im Nebenberuf als Fleischbeschauer tätig war, heiratete Josefine Tebbe aus Dohren und übernahm die Heuerstelle von seinem Vater. Aus ihrer Ehe gingen fünf Kinder hervor, von denen einer, Bernhard Rüther, noch heute (2000) in Dohren lebt. Die Heuerstelle übernahm 1954 sein Bruder Heinrich, der im gleichen Jahr Elisabeth Wenker-Hülsmann aus Groß Dohren heiratete. Allerdings gab er noch im gleichen Jahr die Heuerstelle auf, nachdem er eine Kleinbauern-Siedlerstelle in Hesepe bekommen hatte. Im Jahre 1955 zog er mit seiner Frau nach dort um. Heute leben sie in Klein Hesepe in der Feldstraße 71. Die Aufgabe der Heuerstelle erfolgte deswegen, weil der Sohn August des Bauern und Eigentümers Hermann Hemmen die beiden Heuerstellen Rüther und Schmidt (siehe: Klein Dohren, 4.2) als Erbteil erhalten hatte und diese nun selbständig bewirtschaften wollte. Heinrich Rüther und seine Frau waren die letzten Heuerleute auf dieser Stelle. August Hemmen errichtete zwischen dem alten Heuerhaus und der Poststraße ein neues Wohnhaus, in das er 1957 nach der Hochzeit mit seiner Ehefrau Maria geb. Rammler einzog. Im Jahre 1960 wurde die einzige Tochter Waltraud geboren. Das alte Heuerhaus wurde etwa in dieser Zeit abgebrochen. Nach dem tragischen Ableben von August Hemmen und der Verehelichung der Tochter Waltraud zogen Mutter, Tochter und ihr Ehemann nach Herßum, wo Waltrauds Ehemann einen Hof geerbt hatte. Die Ländereien wurden verpachtet. Das Haus an der Poststraße wurde etwa 1985 an Elisabeth Strodtkötter verkauft, die noch heute mit ihrer Tochter Ingeborg Dokters und ihrer Enkelin Karin Arents hier leben.

Quellen: Gespräch mit Herman Hemmen und seiner Frau Aloisia geb. Wehlage am 13.03.1999. Gespräche mit Bernhard Rüther, Poststraße 4, am 01.04.1999 und am 22.01.2000.

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