Bauern und Heuerleute in Klein Dohren

Geschichte des Hofes
Hemmen

 

4. Hemmen, Hauptstraße 17, Alte Hausnummer: Klein Dohren Nr. 4. UK: 28/183

Erstmalig zu finden war der Hof Hemmen im Steuerregister von 1553. Auch in den späteren Verzeichnissen von 1749, 1759 und 1760 sowie 1829 und in der Gebäudesteuermutterrolle von 1895 ist der Hof lückenlos nachzuweisen. Leider liegt diese Lückenlosigkeit bei der Stammfolge der Familie nicht vor. Nach dem Gert Hemen, der 1553 auftaucht, wird im Status Animarum von 1749 eine Witwe Catharina Hemmen mit ihren Kindern genannt. Eines ihrer Enkelkinder ist vermutlich Johann Bernhard Hemmen, der vor 1800 Marie Helene Bussen geheiratet hat. Sein Nachfolger dürfte Josef Hemmen geb. Deters und seine Frau Maria Catharina Quae gewesen sein. Vermutlich hatte das Ehepaar Hemmen / Bussen keinen männlichen Nachkommen, so daß Josef Deters eine Tochter dieses Paares geheiratet haben könnte. Diese Tochter wird wohl früh gestorben sein, so daß Josef Deters, der den Namen Hemmen bzw. Hömmen angenommen hatte, wiederheiratet, und zwar eine Maria Catharina Quae. Auch in der nächsten Generation dürfte es eine ganz ähnliche Generationsfolge gegeben haben. Ein Sohn Hemmen heiratete Bernhardine Fischer aus Felsen. Nachdem der Mann gestorben war, heiratete Bernhardine Fischer wieder, und zwar einen Hermann Schwindeler.

Für diesen Mann soll der lateinische Spruch "Nomen est Omen" gegolten haben (frei übersetzt: Der Name sagt etwas über den Charakter des Menschen). So verkaufte Schwindeler einmal eine Kuh an einen Bauern. Damals gaben die Kühe noch wesentlich weniger Milch als heute. Schwindeler pries beim Verkauf seine Kuh an, indem er sagte: "Die Kuh gibt 20 Liter." und hob dabei den Kuhschwanz. Nach einigen Tagen kam der Käufer der Kuh wieder und sagte, er sei betrogen worden. Denn die Kuh gebe gar keine 20 Liter Milch. Darauf entgegnete Schwindeler, daß er nie behauptet habe, daß die Kuh 20 Liter Milch gebe. Er habe nur gesagt, die Kuh gebe 20 Liter. Dabei habe er den Kuhschwanz hochgehoben. Da sei doch wohl klar gewesen, was er gemeint habe!

Bernhardines Sohn Hermann heiratet etwa 1921 die aus Drope stammende Clementine Robbe. Auch sie nennen ihren ältesten Sohn Hermann. Seine Eltern müssen nach seiner Geburt im Jahre 1923 wichtigers zu tun gehabt haben als ihn behördlich anzumelden. Als dieses schließlich doch geschah, wurde der 11.06.1923 als Geburtsdatum notiert; tatsächlich ist er aber erst am 23. Juni dieses Jahres geboren. Er heiratete die (noch) in Andrup geborene Aloisia Wehlage. Ihr im Jahre 1959 geborener Sohn Hermann ist der heutige Betreiber des Hofes.

Vor 1958 wurde der Hof von Hermann Hemmen, *1887, bewirtschaftet, danach bis 1981 von Hermann Hemmen, *1923. Letzterer zog 1981 aus dem elterlichen Bauernhaus aus und in ihr renoviertes, ehemals vom Schneider Rüther bewohntes Heuerhaus an der Dorfstraße 28 ein. Seit 1981 wurde der Hof von seinem Sohn Hermann Hemmen, *1959, zur Bewirtschaftung gepachtet, im Oktober 1998 ging er in das Eigentum des Sohnes über.

Der Hof hatte 1895 eine Größe von 101,8 ha.

Quelle: Gespräch mit Herman Hemmen und seiner Frau Aloisia geb. Wehlage am 13.03.1999.

 

 

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