5.2 Kerkhoff, Poststraße 16, Alte Hausnummer: Klein Dohren Nr. 5c. UK: 26/35.
Aus einer Karte von 1874 geht hervor, daß die Heuerstelle in diesem Jahr schon vorhanden ist. Laut einer von Josef Kerkhoff wiedergegebenen Aussage seines Vaters aus dem Jahre 1940, ist die Familie Kerkhoff seit 120 Jahren in Dohren ansässig. Zwar ist es möglich, wenn auch unwahrscheinlich, daß die Familie Kerkhoff seit 1820 in Dohren ist, aber bestimmt noch nicht so lange auf dieser Heuerstelle. Denn 1829 wird kein Kerkhoff als Heuermann in Dohren erwähnt. Der erste bekannte Heuermann an dieser Stelle war ein Kerkhoff, dessen Vornamen nicht bekannt ist. Aus seiner Ehe ging der Sohn Bernhard hervor, der die Heuerstelle später (vermutlich etwa 1911) übernahm. Sein Vater verstarb früh, so daß seine Mutter wieder heiratete, und zwar einen Bernhard Dieker aus dem Haus Wellen-Dieker. Er soll ein sehr guter Landwirt gewesen sein und sich auch beim Bau der Kirche in Dohren (1902) stark engagiert haben. Sein Nachfolger wurde Bernhard Kerkhoff, der mit Karoline Winkeler, der Tochter eines Heuermanns des Bauern Többen / Barlage aus Groß Dohren verheiratet war. Ihr Sohn Josef Kerkhoff spielte eine etwas bizarre Rolle in der Nazi-Zeit und in der Affäre Lichtenbäumer kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Der älteste Sohn des Bernhard Kerkhoff, Wilhelm, übernahm die Heuerstelle von seinem Vater. Ihm gelang 1955 der Erwerb des Hauses mit 2 ha Land von Dr. Müller. Dabei wurde der Familie Kerkhoff das Heuerhaus geschenkt, nur das Land mußte bezahlt werden. Von den 5 Kindern des Wilhelm Kerkhoff blieb die Tochter Marlies im Hause und heiratete Christoph Westermann.
Die Heuerstelle umfaßte eine Fläche von 12 ha. Es mußte an Dr. Müller keine Pacht in Form von Geld gezahlt werden, sondern eine Abgabe in Form von Naturalien. Pro Jahr waren 2000 Pfund Äpfel (laut anderer Quelle weniger) und zu Weihnachten die fetteste Gans abzuliefern. Auf dem Bauernhof, den über 3 Generationen vor der Auflösung die Familie Robben verwaltete, mußte pro Jahr 2 Tage während der Ente geholfen werden, 2 Tage beim Torfstechen und 2 Nachmittage beim Kartoffelsammeln. .
Quelle: Gespräch mit Bernhard Dieker am 23.8.1999. Frau Anna Kerkhoff war zu einem Gespräch leider nicht bereit.