Bauern und Heuerleute in Klein Dohren
Geschichte der Heuerstelle Lübken
des Bauern Toben


6.4 Lübken, Dorfstraße 41, heute: Dorfstraße 39, Alte Hausnummer: Klein Dohren Nr. 6e, UK: 28/119.

Der Großvater des heutigen Eigentümers Günter Lübken, Bernhard Lübken, war schon um 1890 Heuermann des Bauern Toben. Die Heuerstelle befand sich an der Stelle, wo heute Reinhold Wilmer sein Friseurgeschäft betreibt. Von Bernhard Lübken übernahm sein Sohn Heinrich die Heuerstelle und von diesem sein Sohn Günter. Im Jahre 1967 kaufte die Familie Lübken das Heuerhaus mit dem zugehörigen Grundstück. Schon ein Jahr später begann man nebenan an der Dorfstraße 39 ein neues Wohnhaus zu errichten. Es wurden viele Arbeiten am Haus in Eigenleistung erbracht, so dass der Einzug 1970 erfolgte. Die Mutter von Günter Lübken, Maria Lübken geb. Schröder, blieb noch bis 1980 in dem alten Heuerhaus wohnen und zog dann zu ihrem Sohn nach nebenan. Das Heuerhaus wurde 1983 abgerissen. An dieser Stelle errichtete der Friseur Reinhold Wilmer 1997 ein Wohn- und Geschäftshaus und betreibt hier seit dieser Zeit sein Friseurgeschäft weiter, das er bis dahin im gegenüberliegenden Haus Nyenstein geführt hatte.

Der Standort des Heuerhauses soll in früheren Zeiten an einer anderen Stelle gewesen sein. Wann es an die Dorfstraße 41 umgesetzt wurde, ist nicht bekannt.

Die Heuerstelle hatte eine Größe von 6 ha. Dafür musste eine Pacht von 300 DM pro Jahr erbracht und an 18 Tagen pro im Jahr unentgeltlich beim Bauern Toben gearbeitet werden. Für jeden weiteren Arbeitstag wurden 0,50 DM auf die Pacht angerechnet. Hinter dem Heuerhaus befand sich eine Glupe. Im Frühjahr eines jeden Jahres, etwa Ende April, Anfang Mai, mussten zwei Personen der Heuerlingsfamilie an vier bis fünf Tagen für den Bauern Torf stechen. Wenn diese Arbeit verrichtet war, konnten sie für ihren Eigenbedarf Torf abbauen. Der Torf wurde in Quadern gestochen und zunächst auf dem Boden ausgebreitet. Etwa einen Monat nach dem Torfstich wurden die Torfstücke in kleinen Ringen von etwa 50 cm Höhe und 60 bis 70 cm Durchmesser in Form von kleinen Pyramiden aufgestapelt. Diese kleinen Ringe blieben bis etwa Juni oder Juli stehen und wurden dann zu großen, mannshohen Ringen von etwa 1,50 m Durchmesser, sogenannten Koppelhaufen, umgeschichtet. Im Gegensatz zu den kleinen Ringen waren die großen nun nicht mehr innen hohl, sondern vollständig mit Torf gefüllt. Nach der Ernte, ab etwa Ende August wurden der Torf dann zum Bauern bzw. den Heuerstellen abgefahren.

Quelle: Gespräch mit Heinz-Günter Lübken und seiner Frau Ursula geb. Reimer am 10.07.1999.

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