Bauern und Heuerleute in Klein Dohren

Geschichte des Hofes

Toben

6. Toben, Hauptstraße 9. UK: 28/150

Eine erstmalige Erwähnung des Hofes Toben fand ich im Status Animarum von 1749. Auch in den Listen von 1759, 1760 und 1829 wird der Hof genannt. Leider ist die Generationenfolge der Familie Toben recht unklar. Die erste Familie Toben, die auch im Status Animarum aufgeführt ist, besteht aus Heinrich Toben und seiner Frau Tecla, geborene Deters. Sie hatten mindestens fünf Kinder, die zwischen 1735 und 1746 geboren wurden. Die nächste Generation könnte in der Verbindung zwischen Hermann Heinrich Toben und Catharina Böens bestanden haben. Dass sie den Hof Toben in Klein Dohren bewirtschafteten, ist jedoch nicht gesichert, wenn auch recht wahrscheinlich. Das Ehepaar hatte 1853 und 1854 zwei Kinder, die ich bei der zur Zeit noch schmalen Datenlage später nicht wiedergefunden habe. 1776 gab es eine eheliche Verbindung Toben / Möllenstege, deren Bedeutung ebenfalls unklar ist. Erst mit Beginn des 19. Jahrhunderts wird die Stammfolge klarer. 1802 heirate Johann Heinrich Toben eine Maria Gesina Schulte. Aus dieser Verbindung sind bisher nur drei Kinder bekannt. Zwei von ihnen, Johann Hermann und Johann Bernhard, werden 1836 und 1856 als Beerbter bzw. Colon erwähnt. Dann gibt es einen Sprung, über dessen Ursache ich nur spekulieren kann. Denn schon 1858, also nur zwei Jahre später heiratet Clemens Wehrmann aus Lengerich Maria Gesina Witte und betreibt im weiterhin mit ihr den Hof Toben. Die in Herzlake geborene Braut trägt schon bei ihrer Eheschließung den Beinamen Toben, vermutlich weil ihre Mutter eine geborene Toben ist. Vermutlich war auf dem Hof kein Erbe vorhanden, der ihn hätte weiterführen können. Möglicherweise war die Braut die Tochter der Schwester des letzten Hofeigentümers (Johann Bernhard Toben?). Nach dem Ableben seiner Ehefrau (um 1870) hat Clemens Wehrmann, die sich jetzt Toben nennt, in zweiter Ehe Maria Angela Ostermann geheiratet. Im Jahre 1896 stirbt Clemens Toben, geborener Wehrmann, und Maria Angela Toben geb. Ostermann wird Eigentümerin des Hofes. Doch schon kurz darauf im Jahre 1900 überträgt sie ihrem Sohn Bernhard Heinrich den Hof, so dass er mit seiner im Vorjahr geheirateten Frau Adelheid geb. Sche(e)ne aus Neuenlande zum Eigentümer wird. Ihr im Jahre 1909 geborener Sohn Heinrich heiratet 1953 im Alter von 44 Jahren die aus Groß Dohren stammende Adele Rammler. Mit seinem 65. Lebensjahr zieht sich Heinrich Toben zum Teil zurück und verpachtet den Hof an seine gerade 18 Jahre alt gewordene Tochter Annelies. Nachdem der einzige Sohn, Bernd, sein 18. Lebensjahr vollendet hat, geht 1979 die Pacht auf ihn über. Nach dem Tode seines Vaters Heinrich wird Bernd Eigentümer des Hofes. Er bewirtschaftet ihn bis heute zusammen mit seiner Mutter Adele und seiner Schwester Annelies. Bis ca. 1996 wurde auf dem Hof Bullen- und Schweinemast betrieben. Danach spezialisierte man sich auf die Schweinemast.

Ein neues Bauernhaus, das heute noch existiert, wurde vermutlich im Jahre 1854 errichtet. Jedenfalls trägt der Torbogen diese Jahreszahl. An der linken Seite dieses Torbogens ist die heutige Hausnummer 9 aufgemalt. Die alte Hausnummer 6 ist dort eingemeißelt. Im Jahre 1968 wurde ein Wohnhaus angebaut, in dem die Familie heute lebt.

Der Hof hatte 1895 eine Größe von 98,6 ha. Nach Angaben der Familie umfaßt er heute, nach Abgabe der Heuerstellen und anderer Flächen, noch etwa 60 ha einschließlich der Waldflächen.

 

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