Bauern und Heuerleute in Klein Dohren
Geschichte der Heuerstelle Robben / Brüggemann
des Bauern Ahe / Tappel


9.1  Robben / Brüggemann
, Dorfstraße 59 (Doppelheuerhaus). Alte Hausnummer: Klein Dohren Nr. 9b. UK: 28/95.

Das Heuerhaus Robben / Brüggemann war Teil eines Doppelhauses, bei dem im einen Teil diese Familie und im anderen die Familie Gödiker wohnte. Heinrich Robben und seine Frau kamen beide von Pachthöfen. Er entstammte der Pächter-Familie, die den Hof Feye / Dr. Müller (Klein Dohren, Nr. 5) bewirtschaftete. Seine Frau Anna kam aus der Familie Schröder, die auf dem Hof Wehlage (Groß Dohren, Nr. 4) ansässig war. In die Familie Robben heiratete im April 1946 der aus Gersten stammende Bernhard Brüggemann ein. Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre bemühten sich Bernhard Brüggemann und sein Sohn Helmut um eine Siedlerstelle. Dabei war ihnen ihr Bauer, der Bürgermeister Bernhard Tappel, behilflich. Er kündigte ihnen die Heuerstelle, so daß sie die Voraussetzung zur Zuteilung einer Siedlerstelle erhielten. Auf das von Tappel ausgestellte Schreiben bekam die Familie Brüggemann 45.000 DM und erwarb mit diesem Geld Land für ihren neuen Hof im Lieninghagen. Sie kauften dort über die Niedersächsische Landgesellschaft 8,5 ha vom Bauern Brokgerken und 6 ha von Dr. Müller. Die Heuerstelle wurde bis Anfang 1961 betrieben. Am 31.3.1961 erfolgte der Umzug zum Lieninghagen.

Helmut Brüggemann betrieb die Landwirtschaft am Lieninghagen schließlich nur noch als Nebenerwerb und arbeitet seit längerer Zeit bei dem Sägewerk der Fa. Vossbeck in Recke. Die ehemaligen Stallungen des Hofes wurden 1994/95 zu einem, man könnte sagen, "Kultur- und Kommunikationszentrum" umgebaut. Es entstand ein Versammlungsraum für etwa 30 Personen und eine große Stellfläche für die historischen Landwirtschaftsmaschinen des Heimatvereins Herzlake – Dohren. In diesem Raum können auch größere Feste gefeiert werden können, wie geschehen bei der Silberhochzeit des Betreiber-Ehepaares Helmut und Annegret Brüggemann.

Die Familie Robben / Brüggemann verfügte über 12,5 ha Hauer- und 2 ha Eigenland. Dafür musste an 25 Tagen pro Jahr für den Hof Tappel gearbeitet und in der letzten Zeit des Bestehens der Heuerstelle eine Pacht von 700,- DM pro Jahr erbracht werden. Tatsächlich wurde in dieser Zeit nur noch an 17 bis 18 Tagen für den Hof gearbeitet. Für jeden abgeleisteten Arbeitstag wurden 0,50 DM auf die Pacht angerechnet.

Quelle: Gespräch mit Helmut Brüggemann und seiner Frau Annegret geb. Holtmann am 21.5.1999.

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