, Moorstraße 1. Alte Hausnummer: Klein Dohren Nr. 9d. UK: 28/93.9.3 Schröder / Tebbe
Vor 1900 war ein Heinrich Schröder als Heuermann hier ansässig. Im Rahmen der Auflösung des Hofes Ahillen, vermutlich nach 1908, sicher aber vor dem 20.04.1910, erwarb Schröder eine Eignerstelle am Wendehammer hinter dem Schützenhaus. Sein Nachfolger auf der hier behandelten Heuerstelle war Bernhard Tebbe aus Wettrup. Dieser bewohnte bis 1911 eine Heuerstelle auf der Parzelle des heutigen Hauses Fühnen. Da das dortige Heuerhaus klein, alt und verfallen war, zog er in diesem Jahr zur Moorstraße um. Dieses Heuerhaus war größer und besser erhalten als das bisher bewohnte. Er war zweimal verheiratet. Seine erste Frau war Anna Brüggen, mit der er fünf Kinder hatte. Davon war Heinrich der einzige Sohn, der die Heuerstelle schließlich übernahm. Heinrich Tebbe heiratete Maria Brümmer aus Lage, mit der er drei Kinder hatte. Der einzige Sohn, Josef, war Soldat im Zweiten Weltkrieg und geriet in dessen Verlauf in Gefangenschaft, aus der er erst 1949 zurückkehrte. Er heiratete Maria Krümpelmann und bekam mit ihr sechs Kinder. Etwa 1966 konnten sie die Heuerstelle von Tappel kaufen und bauten darauf neben dem alten Heuerhaus ein neues Haus, in das sie im August 1968 einzogen. Josef Tebbe hatte sich im Laufe des Krieges und der Gefangenschaft eine Rippenfellentzündung zugezogen, in deren Folge er häufig krank war. Etwa 1973 wurde ihm eine Kriegsrente zugeteilt, so dass er die Landwirtschaft aufgab. Sein Sohn Bernhard renovierte 1980/81 das alte Heuerhaus und zog danach mit seiner Frau Doris und dem Sohn Jörg dort ein.
Den Giebel des alten Heuerhauses schmückte vermutlich bis zur Renovierung ein Balken mit folgender Inschrift: "Laßt alle Hasser hassen / und alle neidischen Menschen leiden / wenn Gott uns seinen Segen gibt / das müssen sie meiden". Die Heuerstelle Tebbe hatte eine Größe von 7 bis 8 ha. Dafür war der Heuermann verpflichtet, neben einer Pacht in unbekannter Höhe an 26 Tagen pro Jahr beim Bauern zu arbeiten. Die tatsächlich geleistete Arbeitszeit war aber in der Regel geringer.
Quellen: Chronik Többen / Barlage, S. 119. Gespräch mit Bernhard Rüther, Poststraße 4, am 01.04.1999. Gespräch mit Bernhard Hellmann, Moorstraße 19, am 30.05.1999. Gespräch mit Maria Tebbe, Schützenstraße 8, am 01.07.1999. Gespräch mit Josef Tebbe und seiner Frau Maria, geb. Krümpelmann, am 08.01.2000. Erbvertrag vom 2.1.1922.