Bauern und Heuerleute in Klein Dohren

Geschichte des Hofes
Ahe / Tappel


9. Ahe / Ahinken / Többen /Tappel, Mittelstraße 6, genannt das Ahinken - Colonat, UK: 27//143/17

Der Hof gehörte im 19. Jahrhundert der Familie Ahe, genannt Ahinken. Das Bauernhaus wurde 1852 durch einen Brand vernichtet und noch im selben Jahr neu aufgebaut. Von diesem Ereignis künden noch die Steine in der Einfahrt der heutigen Garage, die die folgende Aufschrift tragen: "B.H. Ahe / A.H. Vedd // Nr. 9A // 1852". Von etwa 1875 bis 1879 betrieben die Eheleute Johannes Többen (vom Hof Többen später Barlage) und seine Frau Maria Anna geb. Ahe diesen Hof. Aus dieser Ehe ging die Tochter Maria Angela hervor, die auf den Hof Tappel in Hesepe heiratete. Im Jahre 1879 stirbt Maria Anna Többen geb. Ahe. Ihr Mann, Johannes Többen, verheiratet sich erneut und verlässt den Hof Ahe, da er den elterlichen Hof Többen (später Barlage) übernimmt. Seit 1879 wurde der hiesige Hof zunächst an Gerhard Spieker aus Wettrup und danach seit etwa 1892 an den bisherigen Heuermann Düing verpachtet. Letzterer blieb für 7 oder 8 Jahre auf dem Hof. Vermutlich um 1897 herum (sicher nach 1895) wurde Heinrich Back, der bis dahin auf dem gegenüberliegenden Hof bei Wilhelm Többen, genannt Jaspers, als Heuermann gewirtschaftet hatte, der dritte Pächter auf diesem Hof.

Im Jahre 1895 sind zur Hälfte Johann Többen und zur anderen Hälfte Maria Helena Többen, genannt Ahe, die Eigentümer. Diese hatte im Jahre 1902 den Lengericher Beerbten (-Sohn) Franz Böning geheiratet, so dass der Hof wohl allein in deren Hände übergeht. Sie wird ihrem Mann auf dessen Hof in Lengerich gefolgt sein, so dass der Hof schon bald verkauft wurde. Jedenfalls ist schon am 19. Februar 1907 Johann Tappel aus Groß Hesepe Eigentümer des Hofes Ahe in Klein Dohren. Vermutlich hatte die Familie Tappel vor, nach Dohren zu übersiedeln, denn sie erwirbt im gleichen Jahr eine Erbbegräbnisstätte auf dem hiesigen Friedhof. Der Umzug findet jedoch nicht statt, so dass der Hof weiterhin verpachtet bleibt bzw. wird.

Denn in diesem Jahr 1907 stirbt der bisherige Pächter Heinrich Back, so dass eine Übernahme des Hofes ohne größere Schwierigkeiten möglich gewesen wäre. Als neuer Pächter tritt sein Sohn Bernhard an die Stelle seines Vaters. Er heiratet kurz nach der Übernahme des Hofes im Jahre 1908 Josefine Schmidt. Schon zehn Jahre nach seiner Eheschließung stirbt Bernhard Back, so dass seine Frau den Hof zuerst allein und dann mit ihrem Sohn Georg weiter betreibt.

Im Jahre 1939 übernimmt Bernhard Tappel den Hof, der ihm von seinem Vater Johann vermutlich als Erbe übertragen wurde. 1945 wird Bernhard Tappel zum Bürgermeister von Dohren ernannt. In der Folgezeit füllte er dieses Amt aus, während seine Frau ihn intensiv bei der Führung des Hofes unterstützt. 1947 wird ein Schweine- und Tiefstall für Jungvieh gebaut, 1965 ein neues Wohnhaus. Ab etwa 1965 übernahm ihr Sohn Hans Tappel effektiv die Leitung der Landwirtschaft, die offizielle Übergabe des Hofes erfolgte 1988. Am 1.5.1973 nahm Hans Tappel eine Arbeitsstelle bei der Fa. Kalmer, später Fa. Hülsmann, an und betrieb die Landwirtschaft zunächst im Nebenerwerb weiter. Am 1.10.1974 gab er die Landwirtschaft ganz auf. Seit 1976 sind alle landwirtschaftlichen Flächen, die zum Hof gehören, verpachtet.

Der Hof hatte 1895 eine Größe von 94,1 ha. Beim Übergang des Hofes an die Familie Tappel ist die Hofgröße mit 94,0795 ha bis auf die zahlenmäßige Rundung gleich groß. Aus dem Einheitswertbescheid 1935 vom 3.1.1936 für Johannes Tappel, Landwirt in Gr. Hesepe, geht hervor, dass der Hof 50 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche, 7 ha forstwirtschaftlich genutzte Fläche (Wald) und 44,08 ha Ödland umfasste, zusammen also immer noch 94,08 ha. Die Größe des heute in weiteten Teilen verpachteten Landes aus 18 ha Wald, 47 ha Ackerland und ca. 3 ha Hofraum umfasst etwa 68 ha. Der Verlust von etwa 28% der Flächen zwischen 1936 und heute dürfte auf die Zwangsabgabe von Moorflächen in der Nazi-Zeit, die Flurbereinigung, den Verkauf der Heuerstellen und der Abgabe von 3,5 ha Moor als Naturschutzfläche zurückzuführen sein.

Quellen: Gespräch mit Bernhard Tappel und seiner Frau Theresia geb. Kuhlmann sowie Schwester Hildegard Vorholt geb. Tappel am 20.6.1999. Verschiedene Akten aus dem Besitz der Familie Tappel. Chronik Többen / Barlage, S. 93, 94, 110, 119. Dulle, Bd. 2, S.23f.

 

 

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