Ubben jans


Dollartgebiet - Nordrheiderland

Der Name Ubben und später Ubbenjans ist in Börger und auch in anderen Orten des Hümmlings seit langen Jahren heimisch. Kurz nach dem 30jährigen Krieg um 1650 taucht er in Börger auf. Er stammt, so ist es überliefert aus Ostfriesland; aus dem Raum Emden. Hier in Emden, aber auch bis nach Aurich hoch und im Rheiderland, ist der Name Ubben häufig zu finden. Er stammt vom friesischen Vornamen "Ubbo". Die Friesen beidseitig der Ems, von Papenburg bis Emden, standen mit den Emsländern und den Hümmlingern seit Jahrhunderten in Kontakt und handelten mit Wollprodukten, Honig- und Eisenwaren. Das Emsiger Land gehörte im Mittelalter mit dem Raum Westerwolde der Niederlande zusammen mit dem nördlichen Emsland zur Emsländischen Grafschaft der Ravensberger. Später ging unser Raum ohne Ostfriesland und Westerwolde an den Bischof von Münster und wurde Niederstift Münster genannt.

Der Erbhof Ubben, Börger, ist bis 1650 zurück zu finden, davor nannte man den Hof "Abellen" genau wie der Nachbarhof dem späteren Hof Grote / Grotharms. Und es gibt eine weitere Linie Ubben, die wahrscheinlich die ältere Börger Linie ist. Diese Familie wird "Emder" gerufen und die Hofstelle liegt direkt neben den Erbhof Ubben (siehe Karte Oberdorf). In Werpeloh gibt es ebenfalls einen Erbhof "Ubben". Dieser Hof ist schon 1534 beim Türkensteuerregister erwähnt. Er scheint also älter zu sein wie das Börger Erbe "Ubben". Ob die Börger Ubben von diesem Hof stammen ist nicht überliefert. Man weiss aber in Werpeloh von alten verwandtschaftlichen Beziehungen (!) Die Emder Linie in Börger ist unteressant. Hier ist bei den Nachkommen die Herkunft der Vorfahren aus Emden überliefert.

Die "Emders" seien Sturmflutvertriebene aus dem Rheiderland, als dieses Land im 14. Jahrhundert bei schweren Sturmfluten unterging und man musste von den einst fruchtbaren Böden des Rheiderlandes auf den kargen steinigen Sandboden des Hümmling ziehen. Damals gingen im Dollart 30 Orte, unter ihnen Jansum, Wilgum, Rheiderwold, Saxumerwold und die reiche Stadt Torum (nahe Pogum), in der Nordsee verloren. Streitigkeiten unter den Menschen und die Vernachlässigung des Deichbaues bewirkten als Strafe diese Großen Fluten, erzählte man später spöttisch (...? Well nich will dieken mut wieken). Wann die Ubben das Emsiger Land um den Dollart verließen und den Hümmling als Wohnstatt wählten ist heute nicht mehr nach zu vollziehen. In Börger gibt es eine ganze Reihe Familien, die eine Herkunft aus dem Rheiderland überliefern. So ist bei der Familie Schiering überliefert, das sie aus dem unterlegenen Geschlecht der Schierringer aus dem Rheiderland stammen, die gegen die Tom Brooks unterlagen als man um Landbesitz im immer kleiner werdenden Rheiderland stritt. Sie suchten sich eine Bleibe im Hinterland. Auch bei der Familie Geers/Wattkes ist so etwas überliefert. Sandker / Bundes stammen aus Bunde Ostfriesland und eine Reihe von jungen Leuten die aus Ostfriesland zuzogen nannte man "Hanenkamp". In Anlehnung an das Kriegervolk der Friesen, die als Erkennungns- und Schmuckzeichen Hahnenfedern an ihren Mützen trugen. Weiter nennt die Geschichtsschreibung Friesen, die in Börger in der Nachkriegszeit des 30jährigen Krieges die an Pest erkrankten Bürger pflegen.