Meine erste Modellbahn bekam ich im Alter von fünf Jahren, eine Märklin-Bahn. (Die Spur N war damals noch nicht erfunden.) Zunächst war es eine „Teppich-Bahn“, im Lauf der Zeit wurde eine größere feste Anlage daraus, die aus Platzgründen allerdings hochklappbar war. Damals waren die Wohnverhältnisse noch bescheidener als heute. Die Anlage hatte natürlich relativ enge Radien und erlaubte, wenn man höllisch aufpaßte, den gleichzeitigen Betrieb von vier Zügen. Das war dann aber auch schon ziemlich schweißtreibend. Ein mehrgleisiger Bahnhof war gar nicht möglich.
Am Ende meiner Teenager-Zeit sah ich auf einer Veranstaltung zu einem Jubiläum des Bahnhofs Göttingen zwei Schauanlagen von Trix, eine in Spur H0, die andere in N. Sofort begeisterte mich die Eleganz der Spur N. Erst später wurde mir die Ursache klar: Die N-Wagen waren im Gegensatz zu den größeren Brüdern nicht maßstäblich verkürzt. Dadurch wirkten sie nicht so gedrungen.
In der Folge verkaufte ich meine Märklin-Anlage. Wegen des Studiums war aber zunächst an eine N-Anlage nicht zu denken. Aber zumindest träumen konnte ich schon mal. Ich wollte eine Anlage haben ohne Kreisverkehr mit mehreren Bahnhöfen, ein kleines Streckennetz sozusagen. Bei Freunden sah ich einen Kellerraum in der Größe 8 x 4 Meter. Das inspirierte mich zu einer Strecken-Skizze in der Größe 8 x 2 Meter mit mehr als zehn Bahnhöfen. Natürlich holte mich bald die Realität ein. Die Raumgrößen in meiner ersten Dienstwohnung lagen sehr weit darunter. Ich verkleinerte meinen Entwurf deutlich und entwickelte ein Konzept aus zwei Anlagen in zwei Zimmern, die durch eine Art Segmente miteinander verbunden werden sollten.
Seit Dezember 1982 baue ich an meiner jetzigen Modellbahnanlage. Ein Ende ist nicht in Sicht ☺. Ein Stellenwechsel, verbunden mit einem Umzug in eine neue Wohnung – mit einem größeren Arbeits- und Eisenbahn-Zimmer – brachte auch einen Konzept-Wechsel mit sich. Ich bezog die Bücher-Regale und sogar meinen Schreibtisch in die Anlage ein. So entstand eine Kombination aus der vorhandenen festen Anlage mit Segmenten, die teilweise auf mehreren Ebenen in den Regalen mündeten. Zwar sind auf diese Weise in meinem größten Regal mehrere Bahnhöfe auf Böden übereinander angeordnet. Da bleibt nicht mehr viel Raum für landschaftliche Gestaltung. Aber mir kommt es vor allem darauf an, daß viel Betrieb stattfinden kann. Und diese Vorgabe erfüllt meine Anlage auf jeden Fall.
Ursprünglich habe ich die Anlage analog gesteuert. Das "Herz" der Steuerung war eine komplexe Anlage aus vielen CMOS-IC's, mit denen ich ein selbstgebautes Drucktastenstellwerk betrieb. Hunderte von Endstufen steuerten die Fahrzeuge, und das wurde, je mehr die Anlage wuchs, immer unübersichtlicher und immer schwieriger zu warten.
Deshalb entschloß ich mich im Jahr 2003, einen Schnitt zu machen und auf ein Digitalsystem umzusteigen. Ich entschied mich für das Selectrix-System, das ich mit Komponenten von Rautenhaus und MÜT Digirail betreibe. Später stieg ich dann auf RMX von Rautenhaus um. In letzter Zeit verwende ich auch Komponenten von Stärz; in Zusammenarbeit mit einem Mitarbeiter von Stärz konnten der Handregler und das WLAN-Modul so weiterentwickelt werden, das sie mit RMX kompatibel sind. Die meisten meiner Triebfahrzeuge fahren mit SX2, die in der Anfangszeit umgebauten mit SX1, zwei mit DCC. Die Modellbahn wird mit dem Programm TrainController gesteuert.
In meiner "Digital-Zeit" habe ich oft auf Umbauberichte von Modellbahnkollegen zurückgreifen können, vor allem auf den Seiten von 1zu160.net und Gunter Wiencirz. Von deren Berichten habe ich in hohem Maße profitiert. Umgekehrt habe ich der Seite 1zu160.net zahlreiche eigene Umbauberichte zur Verfügung stellen können, die wiederum für andere hilfreich sein können. Ich setze dies nun auf meiner eigenen Website fort und hoffe, vielen Modellbahn-Kollegen Anregungen und Hilfestellung geben zu können.
Meine Modellbahn ist zeitlich in der Epoche IV angesiedelt und gibt vor allem die 80er-Jahre wieder. Ursprünglich wollte ich mich auf dieses Jahrzehnt und die Deutsche Bundesbahn beschränken, aber der berühmte "Blick über den Tellerrand" führte dann dazu, daß auch Fahrzeuge anderer Epochen und Bahnverwaltungen auf meiner Modellbahn ihren Platz fanden.
Mehr Details über meine Anlage sind hier zu finden:
Und meine Umbauberichte gibt es hier:
Decodertester
Ein Decodertester ist eigentlich ein Muß für jeden digital fahrenden Modellbahner. Die Schraubklemmenleiste meines ESU-Decodertesters, in der Decoder mit Kabeln angeschlossen werden können, ist allerdings für mein Empfinden etwas unübersichtlich. Daher habe ich eine Farbleiste angefertigt, durch die die einzelnen Anschlüsse schneller zu erkennen sind. Wer möchte, kann sich ein Pdf-Dokument mit der Leiste ausdrucken und sie dann ausschneiden: Decodertester.pdf
Für die präzise Steuerung der Fahrzeuge können in TrainController diverse Parameter eingegeben werden. Die zu ermitteln ist oft recht mühsam. Ich habe daher eine Tabelle zusammengestellt, die zunächst auf meinem "Fuhrpark" basiert. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Längenangaben beziehen sich auf die Spur N. Hier geht es zur Tabelle: Parameter.pdf
Wer mag, darf sich aus der Tabelle die Daten für seine Fahrzeuge heraussuchen. Ich bin gern bereit, die Tabelle regelmäßig zu ergänzen. Wer mir Datensätze schicken oder einzelne Daten in der Tabelle ergänzen oder korrigieren möchte, schicke mir bitte eine E-mail an: werNer.modellbahN@ewe.net
Die Tabelle versteht sich als grobe Übersicht. Nicht jede Unterbaureihe kann mit einem eigenen Eintrag bedacht werden. Und wenn eine Lok bei Fleischmann einen Millimeter länger sein sollte als bei Trix, dann ist das für TrainController nicht so relevant, daß es einen eigenen Eintrag rechfertigen würde.
Lokschachtel-Beschriftungen
Es wäre doch praktisch, eine Lok aus der Schachtel zu nehmen und sofort alle wichtigen Informationen zur Hand zu haben. Ich habe für einige häufige Schachtelgrößen Mustertabellen angefertigt, mit deren Hilfe man sich passende Tabellen ausarbeiten kann. Die fertigen Tabellen werden mit der Schriftseite nach unten auf den Boden der Lokschachtel gelegt. So hat man auf einen Blick oberhalb der dicken Linie allgemeine Informationen zum Fahrzeug und unterhalb zum Decoder zur Verfügung. Das Bild zeigt drei fertig beschriftete Lokschachteln.
Wer möchte, kann sich Leertabellen zum Selbst-Ausfüllen herunterladen: Lokschachtel-Tabellen.docx Und in diesem Dokument finden sich die drei ausgefüllten Tabellen des Fotos als Muster: Lokschachtel Beschriftungsbeispiele.pdf